Projekt «Traloc»

01. Juli 2011 10:05; Akt: 01.07.2011 17:26 Print

ETH-Studenten bauen Rettungswurm

Sechs junge Männer haben in Zürich einen schlangenartigen Roboter konstruiert, der sich durch Trümmerfelder kämpft und nach Überlebenden sucht.

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Erdbeben sind schrecklich, doch der wahre Horror folgt auf das Beben: In den Trümmern von eingestürzten Gebäuden liegen Menschen hilflos begraben. Wer sich nicht selbst befreien kann, muss auf die Katastrophenhilfe hoffen.

Hier kommt Traloc ins Spiel. Traloc ist ein Kunstwort, gebildet aus den englischen Begriffen «Tracks» (Raupe) und «Localisation» (Ortung). Der schlangenartige Roboter kann sich dank seines raffinierten Antriebs auch über schwierigstes Gelände bewegen. Selbst Gräben sind kein Hindernis für ihn. Mit Hilfe der in den «Kopf» integrierten Videokamera soll Traloc nach Verschütteten suchen.

Prototyp funktioniert

Traloc ist an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich entstanden. Der Such-Roboter ist das Werk von sechs jungen Männern im Alter zwischen 21 und 25 Jahren. Sie studieren Maschinenbau oder Elektrotechnik und haben ihn im Rahmen eines neunmonatigen Ausbildungsprojekts gebaut.

«Es ist deutlich mehr daraus geworden», sagt Flavio Heer voller Stolz. Der ETH-Student hat zusammen mit seinen Kollegen den Prototypen gebaut und so bewiesen, dass ihr Konzept funktioniert. Ein ähnlicher Roboter sei an einer US-Universität entwickelt worden, aber nicht mit mechanischem, sondern pneumatischem Antrieb.

Zukunft offen

Wird ein Traloc-Nachfolger dereinst in Katstrophengebieten Menschenleben retten? Gemäss den Erfindern ist das Interesse an einem ausgereiften Produkt vorhanden. Die ETH-Studenten sind auch im Gespräch mit der Rettungskette Schweiz. Diese Organisation steht unter der Leitung des Bundes und koordiniert Einsätze zur Rettung und Bergung von Verschütteten - vor allem bei Erdbeben im Ausland.

Ob aus Traloc ein erfolgreiches Spin-off-Unternehmen wird, ist offen. Fünf der sechs ETH-Studenten stecken noch mitten im Studium. Je nach Interesse und fachlicher Ausrichtung werden sich ihre Wege trennen. Trotzdem hofft Flavio Heer auf eine Fortsetzung: «Es ist noch viel Potenzial für Verbesserungen vorhanden.»

(dsc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luca Imoberdorf am 01.07.2011 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Grundlage

    Liebe Leute es handelt sich hier um kein marktreifes Produkt. Niemand hat behauptet, dass dieser Wurm Menschen in Trümmern retten kann. Die Idee ist aber nicht schlecht und ev. ja wirklich ausbaufähig...

  • Marco am 01.07.2011 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    Nichtsaussagendes Video

    Wie funktioniert der Wurm, wie kämpft er sich durch die Trümmer (Meisel, Säge etc.)?! Das Video zeigt einen Wurm, welcher vor und zurück fährt - ein ferngesteuertes Auto für unter CHF 100.- kann das auch. Und dass das Projekt anstrengend war, hätte auch in einem Satz genügt. Schade aber ich weiss gleich viel wie vorher.

  • Tommy, Lu am 05.07.2011 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Lernfortschritt != Roboter

    Liebe Kommentatoren! Es handelt sich hier um eine normale Projektarbeit an einer Universität. Wie im Beitrag zu hören war, wurde halt mehr daraus - sogar was, was man evtl. mal brauchen könnte! Wichtiger als der "Wurm" ist der Lernfortschritt der Studenten! Diese sind nun im Stande, solche Geräte zu konstruieren - und darum gehts hier!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tommy, Lu am 05.07.2011 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Lernfortschritt != Roboter

    Liebe Kommentatoren! Es handelt sich hier um eine normale Projektarbeit an einer Universität. Wie im Beitrag zu hören war, wurde halt mehr daraus - sogar was, was man evtl. mal brauchen könnte! Wichtiger als der "Wurm" ist der Lernfortschritt der Studenten! Diese sind nun im Stande, solche Geräte zu konstruieren - und darum gehts hier!

  • Florian Hofer am 05.07.2011 11:53 Report Diesen Beitrag melden

    ETH-Spielzeug..

    Wow die ETH darf auf Arbeitszeit spielen... Will ich auch können! Wie soll der bitte retten?... Wow er kann feststellen wo eine Person liegt... gratuliere, das können auch Wärmesuchgeräte, Kabelkamera, Hunde, etc... Um einen Menschen zu retten, muss ja doch ein Helfer die Person ausgraben... Erfindet doch bitte mal etwas das WIRKLICH NÜTZLICH ist.. Und meldet euch erst dann wieder... Ich hab keine Lust ewig nur über neue Spielzeuge der ETH zu lesen die nichts bringen...

    • Thomas Galliker am 05.07.2011 23:00 Report Diesen Beitrag melden

      Forschungsaufgabe wahrgenommen

      Herr Hofer, man merkt bei Ihren Aussagen, dass Sie von Forschung keine grosse Ahnung haben. Jedes heute verfügbare technische Feature wurde zur Entstehungszeit belächelt. Manchmal braucht es Zwischenschritte, bis ein wirklich brauchbares Produkt am Markt erscheinen kann. Ich bin stolz auf die ETH und die Fachhochschulen. Nur dank diesen Schulen kann die Schweiz ein innovationsstarkes Land bleiben.

    • ETH-Student am 06.07.2011 06:07 Report Diesen Beitrag melden

      Forschung...

      Ja, und wer genau hat die Wärmesuchgeräte und Kabelkameras erfunden? Hat wohl nie jemand geforscht und gepröbelt? Vielleicht erweist sich der Roboter als nutzlos, vielleicht ist er ein grosser Wurf. So funktioniert Forschung. Übrigens: Diese Studenten erhalten keine Bezahlung. Das Projekt gehört zum Studium und gilt (auch in der Industrie!) als sehr gutes Training.

    • Lorenz Arni am 06.07.2011 07:59 Report Diesen Beitrag melden

      echt herzig

      süss :) warum regst du dich so auf? hättest ja auch studieren können :P

    • Martina am 06.07.2011 08:40 Report Diesen Beitrag melden

      AUSBILDUNGS-projekt!!!!!

      So ein Fokusprojekt ist kein Klacks sondern eine riesige Leistung, weil man alleine in Praxis umsetzen muss, was man zuvor nur in der Theorie gelernt hat... also hör doch bitte auf, solch respekloses Zeug zu schreiben, wenn du nicht selber ein ETH-Maschinenbaustudium erfolgreich absolviert hast. Sei doch froh, dass die ETH ihren Studenten die Chance für ein "Trockenschwimmen" gibt, dann wird nämlich ihr erster Sprung ins grosse Schwimmbecken ein voller Erfolg. =)

    • Masch.Ing. am 06.07.2011 11:14 Report Diesen Beitrag melden

      Er hat recht

      @Martina: Habe auch ein Maschinenbau studium, halt nicht an der ETH. Und ich muss sagen Florian Hofer hat recht. Reine Spielerei. Und es muss ja nicht gleich in der Zeitung stehen

    • Domi am 06.07.2011 14:22 Report Diesen Beitrag melden

      hauptsache ahnungslos Meckern

      Die Seite von der Studentensicht wurde ja bereits kommentiert und wo wir ohne Forschung wären. Aber wenn es um Rettung geht, haben sie bestimmt eine Wissenslücke. Wärmebildkameras sind im Einsatz, aber auch die sehen nicht alles. Rettungshunde tun auch einen guten Dienst. Es ist aber ein Vorteil wenn man mit den Verschütteten in den Trümmern kommunizieren kann oder Lebenszeichen zu sehen. Mit einem Stethoskop ist man da schnell mal am Limit. Bevor man also mit schweren Geräten und Helfern in die Trümmer geht ist es schon gut zu wissen was da ist. Bitte auch mal etwas weiter studieren!

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  • Ivan Huber am 05.07.2011 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Praktische Tests ?

    Ja ich wollte den "Wurm" auch mal in Action sehen. Das Video sagt rein gar nichts aus. Ausser dass er sich krümmen und fahren kann. Wo bleiben da die Praktischen Tests ? Völlig unützes Video !

  • Baldinger Oskar am 04.07.2011 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ein sehr langer Weg bis zur Marktreife

    Das ist nicht einmal ein Prototyp. Es ist nur umgesetzte Robotiktheorie. Bei einem Prototypen würde man mindestens auch Praxistests einbeziehen. Wenn dieses Gebilde nur 5 Minuten im Dreck und Trümmern herumwühlt, dann gibt es den Geist auf. Theorie ist notwendig, aber die Praxis ist viel wichtiger, merkt euch das liebe Studenten.

    • Heinz der Bär am 05.07.2011 19:57 Report Diesen Beitrag melden

      Irgendwann vor langer Zeit

      Irgend einmal hat Einer die IDEE gehabt schwere Gegenstände könnten einfacher durch die Gegend geführt werden wenn man diese auf etwas rundes stellt. Er wurde ausgelcht und gehänselt, gab aber nicht auf.....und das Rad wurde erfunden. Macht weiter so!!!

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  • Tom Meier am 01.07.2011 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Intention falsch betrachtet!

    Nochmals für die "Spielverderber": Diese Schlange ist im Rahmen eines "Fokusprojektes" im 3. Jahr Maschinenbaustudium entstanden und hatte _niemals_ (!) die Intention direkt für den echten Einsatz gebaut zu werden. Bei diesen Projekten können Studierende erstmals wirklich lernen, wie man ein Projekt bearbeitet und mit allen Hürden umgehen kann. Es geht NUR um den Lernerfolg um nichts weiteres. Die ETH bezahlt für so ein Projekt keine Unmengen an Geld, das meiste kommt von Sponsoren, also keine Angst... Andere Teams bauen Rennwagen, Fliegende Roboter oder Segelyachten, ist auch alles gut!

    • Ivan Huber am 05.07.2011 09:48 Report Diesen Beitrag melden

      Und jetzt ?

      Wenn schon ein Projekt, dann eines was 100% funktioniert. Dieser Wurm müsste völlig anders konstruiert sein. Ich als Erfinder manch tollen Geräten kann das bezeugen. So ist es einfach ein Projekt das Geld verschlang !

    • T.D. am 06.07.2011 09:52 Report Diesen Beitrag melden

      AN der FH entwickeln

      An der FH haben wir auch projekte gehabt um zu sehen wie man ein projekt angeht, allerdings haben wir immer im zusammenhang mit industriepartner zusätzliche sachen entwickelt, welche auch einen echten Zweck hatten.

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