Nach Facebook-Protest

19. September 2011 15:27; Akt: 19.09.2011 16:47 Print

Economiesuisse stoppt CO2-Kampagne

Der Wirtschaftsverband Economiesuisse nimmt die Liste mit Gegnern des CO2-Gesetzes vom Netz. Nach einer Protestaktion auf Facebook hatten Mammut und Sunrise die Kampagne vorzeitig verlassen.

storybild

Der Wirtschtsverband Economiesuisse macht einen Rückzieher und verneint jeden Zusammenhang mit den Social-Media-Aktivisten. (Bild: Keystone/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse hat seine Kampagne gegen das CO2-Gesetz beendet und die im Internet publizierte Liste von unterstützenden Unternehmen und Verbänden am Freitag vom Netz genommen. Die Social-Media-Aktivisten werten dies als Erfolg.

Mit grosser Genugtuung hätten sie den Entscheid von Economiesuisse zur Kenntnis genommen, erklärte Andreas Freimüller von kampagnenforum.ch denn auch am Montag in einem Communiqué. Er hatte an der Spitze der vorwiegend auf dem sozialen Netzwerk Facebook ausgetragenen Protestaktion gegen die Liste gestanden.

Dass die Liste nun vom Netz genommen wurde, wertet er als Reaktion von Economiesuisse auf die in den vergangenen Wochen getroffenen Entscheide der Outdoorfirma Mammut und des Telekomanbieters Sunrise, ihre Namen davon streichen zu lassen. Die beiden Firmen hatten damit auf die massiven Online-Protestaktionen auf ihren Facebook-Unternehmensauftritten reagiert.

«Entfernung hat nichts mit den Social-Media-Aktivisten zu tun»

Economiesuisse begründet die Entfernung der bis zuletzt noch über 200 Firmen und Verbände führenden Liste jedoch anderweitig. Die Entfernung habe nichts mit den Social-Media-Aktivisten zu tun, erklärte Kampagnenleiterin Ursula Fräfel am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die Kampagne sei von vornherein im Hinblick auf die Herbstsession geführt worden und zeitlich begrenzt gewesen.

Der Nationalrat habe nun bereits zwei wichtige Entscheidungen bezüglich CO2-Gesetz getroffen: die Streichung der Treibstoffabgabe und die Begrenzung des Klimarappens auf fünf Rappen. Da er in beiden Fällen im Sinne von Economiesuisse entschieden habe, betrachte der Wirtschaftsdachverband die Aktion mit der Liste der CO2-Gesetz-Gegner daher als gelungen und somit abgeschlossen, so Fräfel.

(sda)