Smartphones

11. Februar 2011 16:13; Akt: 14.02.2011 14:56 Print

Ein «Vierkampf» der globalen Player

Android, Microsoft Windows Phone, Apples iOS und Blackberry: Das sind nach dem heute bekanntgewordenen Aus für Symbian die Smartphone-Plattformen der Zukunft.

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Kampf um Marktanteile: Google, Microsoft, Apple sowie Research in Motion haben mit ihren mobilen Betriebssystemen die besten Karten. (Bild: Keystone)

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Der finnische Mobilfunkkonzern Nokia hat in seinen Smartphones bislang vor allem das Betriebssystem Symbian eingesetzt. Die Symbian-Software ist Open-Source und wird von Nokia verwaltet. Genutzt wurde das System auch von vielen anderen Herstellern wie Sony-Ericsson, Samsung, Motorola und LG. Lange Jahre war Symbian Weltmarktführer, der Marktanteil betrug letztes Jahr 31 Prozent. 2010 kam aber auch der Wandel: Googles Betriebssystem Android gilt neu als das weltweit meistverkaufte Smartphone-System. Immer mehr Hersteller setzen auf die ebenfalls frei verfügbare Software.

Mit dem heute bekannt gewordenen Bündnis von Nokia und Microsoft wird sich das Angebot bei den Smartphones erneut verändern. Künftig haben die Konsumenten bei den Smartphone-Plattformen vor allem die Wahl zwischen vier Systemen:

Android

Android wurde erst 2008 von Google auf den Weg gebracht. Die Software baut auf dem PC-System Linux auf und ist ebenfalls unter einer Open-Source-Lizenz frei verfügbar. Android-Handys werden unter anderem von HTC, Samsung, Motorola und Sony Ericsson angeboten. Zum Standardumfang gehören mobile Versionen von Google-Diensten wie E- Mail und Navigation; insgesamt gibt es rund 250 000 Android- Anwendungen. Der Marktanteil wächst rasant: Gemäss der Marktforschungsfirma Canalys stieg der Anteil von 8,7 Prozent im vierten Quartal 2009 auf 32,9 Prozent im Jahr darauf - mit weiter steigender Tendenz.

iOS
iOS ist das Betriebssystem für das iPhone von Apple, das seit 2007 auf der Grundlage von MacOS X entwickelt wird. Auch der Tablet-Computer iPad und der iPod Touch laufen mit iOS. Mit rund 300 000 Anwendungen bietet das Apple-System eine besonders vielfältige Plattform. Doch die Konkurrenz wächst. Der Marktanteil lag im vierten Quartal vergangenen Jahres bei 16,0 Prozent (2009: 16,3 Prozent).

Blackberry

Blackberry gilt als System, das vor allem bei Geschäftsleuten beliebt ist. Die Software des Herstellers Research in Motion (RIM) wurde 1999 gestartet und konnte mit seinem E-Mail-Push-Dienst auf eigenen Servern vor allem Unternehmenskunden gewinnen. Inzwischen ist der Blackberry breiter aufgestellt und bietet rund 18 000 Anwendungen für alle wesentlichen Smartphone-Funktionen. Der Marktanteil sank binnen Jahresfrist von 20,0 auf 14,4 Prozent.

Windows Phone

Windows Phone ist das neue Handy-Betriebssystem von Microsoft. Nachdem die Konkurrenz immer schneller an Microsofts Windows Mobile vorbeizog, versuchte das Unternehmen mit Windows Phone 7 im vergangenen Jahr einen kompletten Neustart. Zu den besonderen Merkmalen gehört weiterhin die enge Anbindung der Office-Anwendungen von Microsoft. Der Windows Phone 7 Marketplace umfasst bislang mehr als 5000 Anwendungen. Der Marktanteil der Smartphones mit einem mobilen Windows sank von 7,2 Prozent auf 3,1 Prozent im Schlussquartal 2010 - die weitere Entwicklung dürfte entscheidend vom Erfolg der Verbindung mit Nokia abhängen.

Daneben entwickelt Nokia in Zusammenarbeit mit Intel auch noch das Betriebssystem MeeGo für internetfähige Mobilgeräte. Die auf dem freien Betriebssystem Linux basierende Software soll auch weiterentwickelt werden und vielleicht längerfristig eine Perspektive bieten. MeeGo sollte bei Nokia Maemo ablösen, das in einigen Highend-Geräten verwendet wird.

(sda/ap)