Behörde prüft

23. August 2019 21:44; Akt: 23.08.2019 21:44 Print

iPhones und Galaxy-Handys strahlen zu stark

Eine Zeitung in den USA hat beliebte Smartphones auf ihre Strahlung hin untersucht. Es zeigte sich, dass einige Modelle die Grenzwerte klar überschritten.

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Handys sehen nicht nur verschieden aus und sind unterschiedlich ausgestattet. Auch die Strahlenwerte unterscheiden sich von Modell zu Modell. Die Handy-Hersteller geben deshalb für jedes Gerät den so genannten SAR-Wert an. Dieser beschreibt die Menge an Energie, die vom Körper eines Menschen bei der Nutzung absorbiert wird.

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Eine Untersuchung der «Chicago Tribune» sorgt nun für Aufregung. Denn verschiedene Smartphones überschritten im von der Zeitung durchgeführten Test die eigentlich erlaubten Grenzwerte teilweise um das Vier- bis Fünffache.

Die Resultate

Getestet wurden elf beliebte Handys von den Herstellern Apple, Samsung und Motorola. Die in den USA für die Zulassung von Mobiltelefonen zuständige Behörde, die Federal Communications Commission (kurz FCC), hat einen Grenzwert von 1,6 Watt pro Kilogramm festgelegt. Die WHO gibt als obersten Grenzwert 2 Watt an.

Das iPhone 7 von Apple mit einem Wert von 7,15 und das Galaxy S8 von Samsung mit 8,22 lagen deutlich über den erlaubten Grenzwerten. Auch neuere Modelle wie das iPhone 8 und das Galaxy S9 überschritten den Grenzwert klar. Allerdings testete die Zeitung die Strahlung aus einer Entfernung von zwei anstatt der üblichen Entfernung von fünf Millimetern.

Verschiedene Messmethoden

Doch auch aus einer Distanz von fünf Millimetern strahlen die Handys gemäss den Zahlen der «Chicago Tribune» teilweise stärker als erlaubt. So erreichte das iPhone 7 im Test einen Wert von 2,47, das Galaxy S8 war mit 1,53 Watt pro Kilogramm knapp unter dem Grenzwert.

Apple hat die Ergebnisse der Untersuchung angezweifelt und gegenüber der Zeitung angegeben, dass bei den Tests die Sensoren, welche die Leistung drosseln, wenn das Handy ans Ohr gehalten wird, hätten eingeschaltet werden müssen. Die «Chicago Tribune» hat die Tests daraufhin nochmals durchgeführt. Statt 7,15 Watt pro Kilogramm war der Wert bei einer Distanz von 2 Millimetern auf 4,29 gesunken, was aber immer noch weit über dem Grenzwert von 1,6 liegt. Bei einer Distanz von 5 Millimetern stieg der Wert mit dem Test, wie er von Apple gewünscht wurde, sogar von 2,47 auf 3,46 Watt pro Kilogramm.

Samsung schrieb in einem Statement: «Samsung-Geräte, die in den USA verkauft werden, entsprechen den FCC-Vorschriften. Unsere Geräte werden nach den selben Protokollen getestet, die in der gesamten Branche verwendet werden.»

Nachträgliche Überprüfung

Zahlen welche das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz Anfang des Jahres publizierte, sind deutlich tiefer als die von der Zeitung gemessenen Werte. Doch auch wenn die gemessene Strahlung stimmt, bedeutet dies nicht unbedingt, dass die Geräte eine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit darstellen.

Die Journalisten der «Chicago Tribune» geben aber zu bedenken, dass eine Messung aus einer Entfernung von fünf Millimetern wohl nicht mehr zeitgemäss sei, das viele ihr Smartphone einfach im Hosensack direkt am Körper tragen. Die Federal Communications Commission will die betroffenen Handys nun auf alle Fälle noch einmal genau überprüfen.

(swe)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pirmin am 23.08.2019 22:08 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    "Handys sehen nicht nur verschieden aus und sind unterschiedlich ausgestattet. " Diese unglaublich geballte Fachkompetenz die zu dieser Erkenntnis führt ist ja kaum zum aushalten. Da erspare ich mir den Rest....

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  • Unknown:) am 23.08.2019 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    5G vs. Gesundheit

    Lassen wir uns nur noch weiter brutzeln weil noch schnelleres Internet wichtiger ist als die eigene Gesundheit.

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  • Realistin am 23.08.2019 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch nicht schlimm

    Heutzutage ist doch eh alles irgendwie schädlich. Da stört mich das jetzt auch nicht wirklich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc Zuber am 27.08.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder kann Strahlung selbst reduzieren

    Bei jedem Handy kann auf stark strahlende GSM Telefonie verzichtet werden. Einfach im AppStore oder PlayStore ein 4 G Mobile Data Abo wie qynamics ab Fr. 4.50 für 30 Tage beziehen und das teure Mobilfunkabo künden. Telefoniert wird dann mit Telefon Apps die über 4G oder WLAN funktionieren. Zum Beispiel OpusTel mit Schweizer Telefonnummer. GSM strahlt meist mit 2 Watt. 4G mit 0,2 Watt und WLAN mit 0,1 Watt.

    • Lokus am 30.08.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

      Fehler

      Hallo Marc, Die Tabelle bei Opustel stimmt nicht ganz: Im Frequenzbereich 2,400 GHz - 2,4835 GHz darf die maximale Strahlungsleistung 100 mW (EIRP) nicht übersteigen. Im Frequenzbereich 5,150 GHz - 5,350 GHz sind maximal 200 mW (EIRP) zulässig, während im Bereich 5,470 GHz - 5,725 GHz maximal 1 W (EIRP) abgestrahlt werden darf. Ausserdem ist "D-Netz", GSM und 2G dasselbe!

    • Marc Zuber am 02.09.2019 17:36 Report Diesen Beitrag melden

      Kluge Köpfe schützen sich.

      Richtig bei WLAN im Haus ist die Sendeleistung je nach Frequenz 0,1 Watt und bei 2,4 GHz maximal 0,2 Watt bei 5GHz. Die meisten WLAN Router werden im 2,4 GHz Bereich genutzt mit maximal 0,1 Watt (EIRP). 1 Watt ist nur erlaubt im Freien über grosse Distanzen zwischen zum Beispiel zwei Hügel wo keine Menschen zwischen die Antennen laufen können. Das Problem ist GSM mit Mobilfunknummern mit meist 2 Watt am Kopf. Das ist auch nach meiner Meinung zuviel. Da helfen nur VoIP Apps zuverlässig meist über 4G und WLAN mit höchstens 0,2 Watt vom Handy am Kopf. Kluge Köpfe schützen sich und nutzen kein GSM

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  • Bartli am 27.08.2019 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Toll, endlich gibt man es zu

    Danke, das zeigt glasklar auf was man von Grenzwerten und deren Kontrollen halten kann.

  • MESSTECHNIKER am 26.08.2019 22:11 Report Diesen Beitrag melden

    Unseriös

    Nur schon dass die bei der Messung der Zeitschrift die in der Norm vorgegebenen Distanzen massiv nicht eingehalten wurden zeigt sehr unseriöses Vorgehen (Faktor 2.5!). Man kann mit gutem Gewissen vermuten, dass weitere Vorgaben der Norm nicht eingehalten wurden.

  • Papa Bär am 26.08.2019 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmmm tsssst...

    Konnte tsssst bisher tsssst noch tsssst keine tssst Nebenwirkungen bei tsssst mir festtsssststellen. Neinneintsssssssst!

  • A. Müller am 26.08.2019 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Huawei?

    Getestet wurden elf beliebte Handys von den Herstellern Apple, Samsung und Motorola. " Sorry aber auch in den USA ist Huawei mächtiger als Motorola. Schon interessant wie man sie sogar bei den Tests ignoriert. Ansonsten in der Anleitung steht beim IPhone ja nicht direkt ans halten. Ist ja auch kein Telefon mehr.

    • Doris Bürki am 27.08.2019 11:07 Report Diesen Beitrag melden

      Zu Recht Huawei ignoriert

      Huawei ist nicht mehr empfehlenswert, da das wichtigste das Android-Betriebssystem, die Google Dienste und die meisten Apps möglicherweise ab Mitte November 2019 nicht mehr auf allen Huawei Handy funktionieren. Wer Huawei noch verkauft handelt unseriös, weil er weiss, dass er etwas verkauft, das bald nicht mehr richtig funktioniert.

    • Huawei p30 am 27.08.2019 15:25 Report Diesen Beitrag melden

      Huawei Android auch nach November 2019

      @Dori Bürki Bei Huawei Geräten die zur Zeit in Handel sind wird Android und die Google Diensten können auch nach November wie bisher weiter benutzt werden können. Google hat dies auch bestätigt.

    • Matt W. am 29.08.2019 09:10 Report Diesen Beitrag melden

      Sowieso besser

      Wenn Huawei nicht mehr mit Google zusammenarbeitet, wird Huawei wohl sein eigenes Ökosystem aufbauen. Langfristig wird das totale Unabhängigkeit erschaffen. Eigentlich

    • Mirjam B. am 29.08.2019 09:29 Report Diesen Beitrag melden

      Gehorsam sein

      Wir in Europa sind total abhängig von USA. Deshalb kann uns Amerika immer wieder unter Druck setzen.

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