Gefährlicher Content

11. April 2019 15:10; Akt: 11.04.2019 15:40 Print

Wie bitte, dieses Game ist für Kinder ab 3 Jahren?

Spiele, die als sicher für Kinder eingestuft werden, enthalten gefährliche und verstörende Inhalte. Googles Play Store unternimmt dagegen aber kaum etwas.

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«Baby Panda Dental Care» ist eines der Spiele, die aus dem Google Playstore entfernt wurden. ... Der Grund ist unangebrachter und/oder gewalttätiger Inhalt für die angegebene Alterskategorie Pegi 3. Ist ein Game mit Pegi 3 gekennzeichnet, so ist der Inhalt für ab 3-Jährige geeignet. Konkret heisst das: ... ... «Der Inhalt von Spielen mit der Pegi-3-Altersfreigabe ist für alle Altersgruppen geeignet. Das Spiel darf weder Bilder noch Geräusche enthalten, die junge Kinder erschrecken oder verängstigen könnten. Sehr milde Formen von Gewalt (in einem lustigen, humorvollen Kontext oder einer kindlichen Umgebung) sind akzeptabel. Vulgäre Sprache darf nicht vorkommen.» Ein anderes Game, das die Altersfreigabe Pegi 3 enthielt, war der First-Person-Shooter «Mad Max Zombies» ... ... und das, obwohl im Game Blut, Waffen, Zombies und dergleichen zu sehen sind. Möglich macht dies Googles Verfahren zur Vergabe von Alterskategorien bei Spielen. Hersteller müssen lediglich einen Fragebogen ausfüllen. Aufgrund der Antworten wird dann die Alterskategorie automatisch zugewiesen.Google selbst prüft die Richtigkeit dieser Vergabe nur in Ausnahmefällen. Anders bei Apple. Dort sind strenge Richtlinien und Genehmigungsprozesse vorgesehen. Hier dauert der Überprüfungsprozess meistens ein bis zwei Tage. Nun hat das Technikmagazin «Wired» 36 solche Games und weitere 16 mit ebenfalls fragwürdigen Inhalten wie etwa Location-Tracking bei Google gemeldet. Bereits 16 wurden entweder aus dem Store entfernt oder mussten neu und mit angepasstem Pegi lanciert werden. So etwa «Mad Max Zombies», das neu «Mad War Zombies» heisst und erst ab einer Alterskategorie von Pegi 12 freigegeben ist. Oder auch «Drive Die Repeat», ein Spiel das über 100'000 Downloads hat. Wer dort einen Zombie umfährt, erntet explosive Blutspritzer. Ursprünglich war dieses Spiel ab 7 Jahren freigegeben, jetzt ist es ebenfalls mit der Altersfreigabe Pegi 12 versehen.

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Schiessereien, Messerstechereien, Pistolen, Waffen, Blut, Geldspiel. Alles Dinge, die nichts in Spielen für kleine Kinder zu suchen haben. Trotzdem finden sich solche Inhalte in Googles Play Store und sind mit der Altersfreigabe Pegi 3 – sprich ab drei Jahren – gekennzeichnet. Das heisst gemäss Pegi.info: «Geeignet für alle Altersgruppen. Das Spiel darf weder Bilder oder Geräusche enthalten, die junge Kinder erschrecken oder ängstigen könnten. Sehr milde Formen von Gewalt sind akzeptabel.»

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Das Spiel «Mad Max Zombies» lief etwa in dieser Kategorie. Von seinen Herstellern Umbel Games wurde der First-Person-Shooter mit Pegi 3 eingestuft. Und das, obwohl der Spieler darin verschiedene Waffen trägt, Blut zu sehen ist und Zombies umgelegt werden müssen.

Entfernung oder neues Release

Das Technik-Magazin «Wired» hat 36 Spiele mit unangebrachten Inhalten für ihre Altersfreigabekategorie sowie 16 weitere mit fragwürdigen Inhalten bei Google gemeldet. Mittlerweile seien 16 davon gänzlich vom Google Play Store entfernt oder erneut freigegeben worden, allerdings mit angepasster Altersfreigabe.

So heisst etwa «Mad Max Zombies» neu «Mad War Zombies» und ist mit Pegi 12 versehen. Bei dieser Alterskategorie ist explizitere Gewalt gegen Fantasiewesen oder nicht-realistische Gewalt gegen menschenähnliche Charaktere erlaubt.

Strengere Richtlinien für Altersfreigabe

Ein weiteres Beispiel ist «Drive Die Repeat», ein Spiel das über 100'000 Downloads hat. Wer dort einen Zombie umfährt, erntet explosive Blutspritzer. Ursprünglich war dieses Spiel ab sieben Jahren freigegeben gewesen, jetzt ist es dank «Wired» ebenfalls mit der Altersfreigabe Pegi 12 gekennzeichnet. Wie viele weitere Games solch unangebrachte und gefährliche Inhalte für ihre jeweilige Altersgruppe enthalten, bleibt offen.

Google indes scheint nach wie vor wenig gegen solche Games zu unternehmen. Zur Altersklassifizierung ihrer Games müssen Hersteller einen Fragebogen ausfüllen. Nur in den seltensten Fällen werden diese automatisch vergebenen Alterskategorien auf ihre Angemessenheit hin kontrolliert. Im Vergleich dazu hat Apple strikte Richtlinien und Genehmigungsprozesse für die Freigabe eines Spiels inklusive anschliessendem Überprüfungsprozess.

(vhu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Miss A.Trophy am 11.04.2019 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur meine Meinung

    Also so kleine Kinder sollten erst recht nicht auf dem Smartphone/Tablet spielen. Ausmal-Bücher oder ganz normales Spielzeug tun es auch.

  • Merlin82 am 11.04.2019 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    wo bleibt

    der gesunde Menschenverstand! ah stimmt, der ist nicht gewollt, hingegen verdummung umso mehr

  • Kritikerin am 11.04.2019 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnvolle Beschäftigung?!

    Ich bin 32 und finde es heutzutage einfach befremdlich, dass man kleine Kinder an die Iphones, Ipads o.Ä. zum spielen lässt. Wo bleibt denn die Förderung der Kreativität? Kinder brauchen solche Spiele nicht und zudem schädigen sie eher als sie nützen. Früher als Kind habe ich entweder Geduld lernen müssen oder mit dem vorhandenen (idR Buntstifte und Papier) mich beschäftigt. Mit jedem Blödsinn wird heute Geld gemacht!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zhar Cast BL am 13.04.2019 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viel wichtiger 

    Ist für mich die Frage weshalb ein Kind ab 3 schon zugang zu einem Smartphone oder Tablet haben muss. Wärs auch ok, wenn Kids frühstens ab 10 bekommen oder bei weitem täglichem Pendeln (Also Ausnahmen) halt schon früher. Ich sehe die Zukunft vor mir. Es wird nur noch über Natel kommuniziert. Es wird Miliarden von Menschen geben die sich anschweigen, kommunizieren miteinander, jedoch mit Steifen Nacken herunter auf das Natel glotzen. Die Kommunikationsfähigkeiten verkümmern. Macht was ihr wollt natürlich. Aber die Grundfrage ist da doch nicht ob es ab 3, 6 oder 12 sein soll mit halber Legografik welche sehr verharmlosend wirkt, sondern wieso sich Kinder nur so beschäftigen lassen.

    • Zhar Cast BL am 24.04.2019 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zhar Cast BL

      Ehmm sorry liebe Leute... Ich war da wohl high am abwettern.

    einklappen einklappen
  • Fundad am 13.04.2019 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Macht fun

    Ich und mein 7 jähriger Sohn zocken regelmässig zusammen.

  • Rock'n'Roll am 12.04.2019 16:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weitsichtig

    Die Erwachsenen müssen, wenn es um Profit geht, sicher niemals Rücksicht auf den Nachwuchs nehmen. Verantwortung kostet ja nur...

  • Nik G. am 12.04.2019 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    3 Jähriges mit Smartphone?!

    Ich hoffe die Eltern schenken einem 3 Jährigen Kind kein Smartphone! Wenn dann mit dem Smartphone der Eltern spielen und ich nehme mal an, dass die Eltern so intelligent sind kein solches Spiel das Kind spielen zu lassen.....

  • HellerWahnsinn am 12.04.2019 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Neue Bewertungskriterien

    Seit Videospiele ein Teil der Pop Kultur und somit zum Massenprodukt geworden sind, hat sich viel verändert. Nicht nur hinsichtlich Inhalt und Optik, auch wirtschaftliche Aspekte wurden perfektioniert. So werden Spielmechanismen entwikelt, die den Konsumenten konditionieren und ein möglichst grosses Suchtpotential tragen sollen. Ich denke für Kinder und Jugendliche ist es wesentlich einfacher digitale Gewalt von der Realität abzugrenzen, als das eigene Konsumverhalten zu reflektieren.