Silicon Valley spielt Gott

10. September 2015 22:39; Akt: 11.09.2015 08:43 Print

Ewiges Leben dank Gen-Update?

von Julia Panknin - Was nach dem Plot eines SciFi-Streifens klingt, könnte in 20 Jahren Realität sein. Forscher arbeiten an einer Lösung gegen den Tod.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenn Computer-Programme oder Apps nicht mehr richtig laufen, gibts ein Update zur Fehlerbehebung. Problem gelöst. Die Vorstellung, auch menschliche Wehwehchen liessen sich so einfach ausmerzen, klingt verlockend, aber unrealistisch. Das sieht die California Life Company allerdings anders.

Das Unternehmen im Silicon Valley, 2013 gegründet von Google, forscht an einer Lösung, die das Sterben hinauszögern oder gar ganz verhindern soll. Dabei erfreut es sich zahlreicher bekannter Förderer, die das Projekt mit grosszügigen Finanzspritzen unterstützen: Allein Google-Gründer Larry Page investierte bereits 100 Millionen Dollar aus eigener Tasche in die Forschung.

Alles kann gehackt werden, selbst das Leben

Die Wissenschaftler – unter anderen bestehend aus Medizinern, Molekularbiologen und Genetikern – sehen die menschliche Biologie als eine Art Software-Prozess: Um dem Tod von der Schippe zu springen, bräuchte es nur das richtige Update, sind sie überzeugt. Naturgesetze scheinen irrelevant. Alles kann gehackt werden, so der Glaube, selbst das Leben und die Sterblichkeit.

Googles Chef-Ingenieur Ray Kurzweil geht davon aus, dass dies bereits in 20 bis 30 Jahren Realität werden könnte. Die menschliche DNA begreift er als «die Software des Lebens», die mittels Nanobots verbessert werden soll. So soll das Immunsystem des Menschen gestärkt und das Lebensalter erhöht werden, erklärte er «Macleans».

«Die grösste bisher ungelöste Aufgabe der modernen Welt»

Auch PayPal-Mitgründer Peter Thiel gehört zu den Anhängern der Idee: «Die grösste bisher ungelöste Aufgabe der modernen Welt ist es, den Tod von einer Tatsache in ein lösbares Problem zu verwandeln – ein Problem, für dessen Lösung ich alles geben werde», sagte der Tech-Milliardär gegenüber der «Washington Post».

Die Volksweisheit «Müssen tut man gar nichts, ausser sterben», könnte in ein paar wenigen Jahrzehnten also widerlegt werden. Doch was hiesse das für unsere Welt? Stichwort: Überbevölkerung und demografischer Wandel. Und wer könnte sich das Unsterblichkeits-Update überhaupt leisten? Die Klärung solcher Fragen dürfte eine mindestens genauso grosse Herausforderung sein wie das Finden einer Lösung gegen den Tod.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Old Man am 10.09.2015 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    endlich unendlich !

    sehr gut.. dann kann das AHV Alter auf 1000,974 Jahre erhöht werden :-)

    einklappen einklappen
  • Max Muster am 10.09.2015 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Dann wissen wir ja jetzt was wir die nächsten 20-30 Jahre machen müssen. Sehr sehr viel Kohle verdienen damit wir irgendwann zu den Wenigen gehören die sich das leisten können. Ich kann den Google Gründer schon verstehen, muss schon ärgerlich sein wenn man so ein riesiges Vermögen hat und soviel Geld verdient, aber nicht genug Zeit hat um alles ausgeben zu können.

  • Ed Ucation am 10.09.2015 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    einfach krank

    Was hat das noch mit Wissenschaft zu tun? Das ist reine Geldmacherei um Macht! Was soll ein "ewiges" Leben nützen? Schade, wie Geld für solche Forschung missbraucht wird, in Zeiten, wo nicht einmal alle Menschen auf der Welt ein anständiges Leben führen können...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sterblicher am 11.09.2015 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Unsterblichkeit III

    3. Unsterblichkeit könnten sich nur die Reichen leisten. Wenn Menschen nicht mehr altern, brauchen sie auch keine Altersvorsorge mehr. All diese Gelder könnte man für die Therapie/Operation/Modifikation verwenden. Weiter bräuchte man, da viel weniger Kinder, auch weniger Schulen und das Verhältnis von Ausbildung und Erwerbstätigkeit wäre auch besser. Ich bezweifle, dass diese Unsummen nicht reichen würden. Weiter sehe ich dies als Vorteil für die Elite. Es gibt endlich (biologisch) 25 Jährige mit 30 Jahren Berufserfahrung. Daher sehe ich eine breite Verfügbarkeit als realistisch.

  • Sterblicher am 11.09.2015 23:32 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Unsterblichkeit II

    2. Überbevölkerung! Überbevölkerung! ÜBERBEVÖLKERUNG! Bisher korrelierte die durchschnittliche Anzahl Kinder umgekehrt proportional mit der Lebenserwartung. Daher nehme ich an, dass bei stark erhöhter Lebenserwartung die Anzahl Kinder pro Paar entsprechend gegen 0.* sinken würde. Selbst falls dies nicht der Fall wäre, könnte man dem mit einer Geburtenkontrolle entgegenwirken. Z. B. wird bei einem Paar bei der Geburt des ersten Kindes die biologische Uhr wieder in Gang gesetzt. Daneben würden dadurch nur jene Menschen Eltern, welche wirklich alles für Ihre Kinder tun würden.

  • Sterblicher am 11.09.2015 23:31 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Unsterblichkeit I

    Ich finde es traurig, dass so viele Menschen den Tod (durch alter) als etwas Gutes sehen. Es scheint in unserer Psyche verankert zu sein, vermutlich damit wir am Tod nicht verzweifeln. Jedenfalls möchte ich zu den Argumenten gegen die biologische Unsterblichkeit äussern: 1. Das Leben erhält erst durch den Tod seinen Wert. Für mich geben Spass, Freude etc. dem Leben Wert. Ich finde es schade, wenn jemand den Tod braucht, um in diesen Dingen einen Wert zu sehen. Ausserdem würde man ja trotzdem sterben, an Krankheiten, Unfällen oder Mord. Wie viele Menschen sterben an Alter? siehe Fortsetzung

  • Reni am 11.09.2015 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke...

    Wenn ich gewisse Leute sehe und mir vorstelle das diese ebenfalls ewig leben könnten, sehe ich keinen Grund warum ICH ewig leben sollte...

  • Dietrich Michael Weidmann am 11.09.2015 20:19 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Alptraum!

    Würden ab sofort keine Menschen mehr sterben und sollten die Menschen weiterhin Kinder haben, dann würde sich die Weltbevölkerung so alle 20 Jahre verdoppeln. Das hiesse konkret: in 100 Jahren gäbe es 256 Milliarden Menschen ... bzw. in einem Jahrtausend wäre das ganze Sonnensystem lückenlos mit Menschenkörpern vollgestopft ... irgendwie geht das natürlich dann nicht auf, da die Menschen spätestens, wenn die Ressourcen aufgebraucht sind, eben an Hunger zu Grunde gehen werden ... oder aber wir verzichten auf Kinder: In 100 Jahren ist dann der jüngste Mensch 100 ...

    • Simi am 11.09.2015 20:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Vielleicht wird das Problem Hunger

      Auch gelöst, dann braucht es nur noch paar bites am Morgen und Abend, und der compi ä Mensch läuft wieder!

    einklappen einklappen