Wegen Datenschutzverstoss

24. April 2019 23:17; Akt: 25.04.2019 00:12 Print

Facebook stellt 3 Mrd. für erwartete Geldbusse bereit

Facebook erwartet eine erhebliche Strafe von der Verbraucherschutzbehörde FTC. Trotzdem macht das Unternehmen einen Milliardengewinn.

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Das Online-Netzwerk Facebook hat zugegeben, die Passwörter von Millionen Nutzern in unverschlüsselter Form auf seinen internen Servern gespeichert zu haben. Facebook war im vergangenen Jahr von einer Serie von Skandalen erschüttert worden. Unter anderen kam heraus, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern bei der Datenanalysefirma Cambridge Analytica gelandet waren. Daten sollen unter anderem unerlaubt im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf für die Kampagne des heutigen Amtsinhabers Donald Trump genutzt worden sein. Nach dem Bekanntwerden des Skandals hatte Cambridge Analytica angekündigt, alle Tätigkeiten einzustellen. Mark Zuckerberg am Tag vor seiner Anhörung in Washington. (9. April 2018) «Ich denke, die Leute sollten uns daran messen, dass wir aus unseren Fehlern lernen»: Mark Zuckerberg. (Archivbild) Hat sich entschuldigt und Reformen angekündigt: Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (Archivbild) Massnahme nach dem Datenskandal: Facebook kündigte an, den Nutzern eine bessere Kontrolle über ihre Daten zu gewähren. Der für Cambrige Analytica tätige Datenexperte Christopher Wylie bei der Anhörung im britischen Parlament. (27. März 2018) Deutschland sieht eine «Gefahr für die Demokratie»: Facebook durch eine Brille gesehen. (Archivbild) «Die Frage, was mit den Daten von 30 Millionen deutschen Nutzerinnen und Nutzern passiert, ist eine zentrale Frage des Verbraucherschutzes»: Die deutsche Justiz- und Konsumentenschutzministerin Katarina Barley. (20. März 2018) Ruft seine Follower zum Löschen von Facebook auf: Brian Acton, Mitgründer von Whatsapp, an einer Konferenz in Laguna Beach, Kalifornien. (25. Oktober 2016) Der Druck auf ihn wächst: Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich noch nicht persönlich zum aktuellen Skandal geäussert. (Archivbild) Die Datenanalysefirma Cambridge Analytica, die sich mutmasslich Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern verschafft hat, beurlaubt ihren CEO, Alexander Nix. (20. März 2018) Fiel auf eine List des britischen Senders Channel 4 herein: Cambridge-Analytica-Chef Alexander Nix verlässt sein Büro in London. (20. März 2018) Die US-Konsumentenschutzbehörde FTC untersucht einem Bericht der «Washington Post» zufolge auch Facebook. (Archivbild) Cambridge Analytica hat nach eigenen Angaben einen Grossteil seines Wahlkampfs bestritten: US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)

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Wegen gravierender Datenschutzverstösse rechnet Facebook in den USA mit einer Strafe von bis zu fünf Milliarden Dollar. Im letzten Quartal habe der Konzern deshalb vorsorglich bereits drei Milliarden Dollar zur Seite gelegt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Hintergrund sind Ermittlungen der Verbraucherschutzbehörde FTC zu einem möglichen Verstoss des sozialen Internetnetzwerks gegen eine im Jahr 2011 geschlossene Verpflichtung zu mehr Datenschutz.

«Wir schätzen die Grössenordnung des Verlusts in dieser Angelegenheit auf drei bis fünf Milliarden Dollar», erklärte Facebook. Der Fall sei weiterhin «unbewältigt». Zum Ausgang der Ermittlungen und dem Zeitpunkt sei keine Aussage möglich.

Heimlich Nutzerdaten abgefischt

Ausgelöst worden waren die Ermittlungen der FTC gegen den Internetkonzern durch den Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten durch die Datenanalysefirma Cambridge Analytica. Die britische Firma hatte heimlich die Daten von rund 87 Millionen Nutzern abgefischt. Sie wurden unter anderem für den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump benutzt.

In der 2011 geschlossenen Vereinbarung mit der FTC hatte das Unternehmen einen transparenteren Umgang mit Nutzerdaten zugesagt. Auch sicherte Facebook zu, die Nutzer in klarerer Form als zuvor darüber zu informieren, wenn deren Informationen mit Dritten geteilt werden sollten.

Gewinn eingebrochen

Angesichts der zurückgelegten Milliardensumme für die erwartete Strafzahlung sank der Gewinn von Facebook in den ersten drei Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 51 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar. Der Umsatz stieg um 26 Prozent auf 14,9 Milliarden Dollar. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer legte um acht Prozent auf 2,38 Milliarden zu.

Facebook wurde in der Vergangenheit bereits von einer Serie von Skandalen erschüttert. Erst kürzlich hatte das Online-Netzwerk eine riesige Datensicherheitspanne eingeräumt. Demnach wurden die Passwörter von hunderten Millionen Nutzern in unverschlüsselter Form auf internen Servern gespeichert.

(sda)