Samsung

23. Januar 2017 03:38; Akt: 23.01.2017 11:52 Print

Fehlerhafte Akkus führten zu Galaxy-Explosionen

Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung will den Grund für seine Pannen rund um das Smartphone Galaxy Note 7 gefunden haben.

Fehler bei Batterie - darum explodierte das Samsung Galaxy Note 7. Video: Tamedia/Reuters/AFP
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Der Smartphone-Marktführer Samsung hat die Brände bei seinem Vorzeigegerät Galaxy Note 7 auf Design- und Produktionsfehler bei den Batterien zurückgeführt. Probleme mit der Hard- und Software des Telefons schloss das südkoreanische Technologieunternehmen hingegen aus.

Fast 700 Experten hätten bei der monatelangen Ursachenforschung mehr als 200'000 Smartphones und über 30'000 Batterien getestet, teilte Samsung am Montag mit. Das Unternehmen übernehme die Verantwortung für «unser Versagen, die Probleme beim Batterie-Design und beim Produktionsprozess vor der Markteinführung des Note 7 zu erkennen und bestätigen», sagte der Leiter der Smartphone-Sparte, Koh Dong-jin, in Seoul.

Samsung hatte mit dem Telefon, das gegen Apples iPhone 7 antreten sollte, ein für die Branche beispielloses Debakel erlebt. Die Verluste im operativen Geschäft bezifferten die Südkoreaner auf 5,3 Milliarden Dollar.

Akkus sind Schuld an Explosionen des Galaxy Note 7

Nach ersten Bränden hatte Samsung im September zunächst eine Austauschaktion eingeleitet. Nachdem aber auch vermeintlich sichere Ersatzgeräte in Brand gerieten, stellte das Unternehmen die Produktion und den Verkauf des Modells komplett ein.

Drei unabhängige Prüfer

Es folgten Klagen von Kunden unter anderem in den USA und Südkorea. Bisher seien 96 Prozent von etwa drei Millionen «verkauften und aktivierten Geräten» zurückgegeben worden, hiess es.

Mit der Fehleranalyse und der Veröffentlichung setzt Samsung auch darauf, verloren gegangenes Vertrauen bei den Kunden zurückzugewinnen. Über die interne Analyse bei Samsung hinaus hatten sich drei unabhängige Industrie-Organisationen einschliesslich zweier Firmen aus den USA mit den Problemen beschäftigt.

Die deutsche technische Prüforganisation TÜV Rheinland analysierte dabei die Zulieferketten. Bei den Überprüfungen wurden den Angaben zufolge sowohl bei den Batterien im ersten Note 7 als auch beim zweiten Batterietyp eines anderen Herstellers Fehler festgestellt.

Angelegenheit aus der Welt schaffen

Koh kündigte Massnahmen an, durch die eine Wiederholung ähnlicher Pannen künftig vermieden werden sollen. Samsung habe seine «Entschlossenheit für die Sicherheit» erneuert, hiess es. Die Lektionen der vergangenen Monate wolle man sich für die Verfahren und Kultur des Unternehmens zunutze machen. Zu den Schritten gehöre ein mehrschichtiges Sicherheitsmassnahmen-Protokoll schon in der Planungsphase und ein Acht-Punkte-Akkusicherheitscheck.

Samsung hofft mit der Veröffentlichung der Analyse, die Angelegenheit aus der Welt schaffen zu können, bevor sein nächstes Flaggschiff-Modell, das Galaxy S8 vorgestellt wird.

Der Betriebsgewinn im Smartphone-Geschäft war wegen der Probleme mit dem Note 7 fast komplett eingebrochen. Allerdings prognostizierte Samsung, dass sich das Geschäft dank solider Verkäufe der anderen Premium-Modelle Galaxy S7 und S7 Edge wieder einigermassen erholen werde.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • KenJones am 23.01.2017 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Klar ist es inakzeptabel, was passiert ist. Der Rückruf, die Stellungnahme und die Verbesserungen in Produktion und QA sowie Kultur als Folge hingegen finde ich stark, auch dass Samsung selbst zum Fehler steht und nicht den Zulieferer anprangert.

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  • Papa Bär am 23.01.2017 05:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung für unser Versagen

    Das nenne ich mal ein ehrliches Eingeständnis. Chapeau!

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  • Sehnsucht 67 am 23.01.2017 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zugeben

    Zumindest geben sie es zu das es fehlerhafte Akkus gewesen sind. Ich denke das solche Fehler nicht noch einmal passieren und das nächste Smartphone wesentlich besser daherkommt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mootseeker am 23.01.2017 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zufall oder absicht ?

    Wiso gabs diese Fehler eig nur in den USA ? Oder hat jemand in Europa so ein explodierendes Handy gsehen ? Also ich nicht und und mein eigenes war immer Super. War das absicht ?

  • Sven O am 23.01.2017 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    top

    toll kann ich da nur sagen! bin seit 10 jahren zufriedener samsung-user und werde das auch in zukunft bleiben. super geschäftspolitik, so gewinnt man kunden und vertrauen.

  • Ernst Ruetimann , Trang am 23.01.2017 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Verhaeltnis beachten .....

    Das sind nicht einmal hundert fehlerhafte Akkus bei ueber 3 Millionen Apparaten .-

  • Beat Meier am 23.01.2017 09:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber iPhone

    Deshalb kein Koreaschrott mehr und lieber Apple.

  • Remo Flipp am 23.01.2017 09:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tesla ist viel gefährlicher!

    Der Fehler wurde schnell behoben und die Geräte ausgetauscht. Überlegt aber mal was passiert wenn bei einem Tesla das Akku explodiert!

    • Juri Gagarin am 03.02.2017 22:13 Report Diesen Beitrag melden

      Tesla 737

      Dann ist Tesla das erste Auto das fliegen kann.

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