Hiobsbotschaft

30. Dezember 2008 11:09; Akt: 22.05.2009 15:27 Print

Fertig mit gratis auf Facebook?

von Manuel Bühlmann - Der grössten Social-Community im Internet könnte ihr Erfolg zum Verhängnis werden: Die Unterhaltskosten sind exorbitant. Nun überlegt man sich, ob die User künftig Gebühren bezahlen sollen.

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Mit mehr als 140 Millionen aktiven Mitgliedern (Stand Dezember 08) ist Facebook die mit Abstand am schnellsten wachsenden Social-Community im Web. Der Durchschnitts-User betreibt ein Netzwerk mit 100 Freunden, täglich werden geschätzte 30 Millionen Bilder hochgeladen.

Und das Wachstum scheint munter weiterzugehen: Weltweit schreiben sich jeden Tag über 200 000 neue Nutzer auf Facebook ein. Die Instandhaltung der Serverfarmen, die Mieten und die Personalkosten sind exorbitant. Allein für Strom soll Facebook Schätzungen zufolge über eine Million Dollar bezahlen, pro Monat. Dass sich die Betreiber angesichts der enormen Unterhaltskosten Gedanken zur Vermarktung der Social Community machen, liegt auf der Hand.

Reserven bald aufgebraucht

Im Herbst 2007 verkaufte Facebook für 240 Millionen Dollar 1,6 Prozent ihrer Anteile an Microsoft. Weitere 235 Millionen Dollar wurden in einer Finanzierungsrunde in diesem Frühjahr in die Kassen gespült. TechCrunch-Gründer Michael Arrington ist überzeugt, dass sich diese Ressourcen langsam aber sicher dem Ende zuneigen: «Ein Grossteil der knapp 500 Millionen Dollar, die die Firma erlöst hat, sind bereits weg. Noch mehr wird nächstes Jahr aufgebraucht werden, wenn die internationalen Wachstumsraten anhalten. Bei Facebook könnten die Cash-Bestände schnell bis zur Handlungsfähigkeit zusammenschmelzen, ohne dass ein Börsengang auch nur in Sichtweite wäre.»

Die Spekulationen erhielten zusätzlich auftrieb, als Facebook-CFO Gideon Yu kürzlich in Dubai gesehen wurde. Für Branchenkenner liegt es auf der Hand, dass Facebook auf der Suche nach solventen Investoren ist.

Verschiedene Finanzierungsmodelle

In verschiedenen Fachblogs wird spekuliert, wie Facebook sein Meganetzwerk zu Geld machen könnte. Die Rede ist von einem Gebührenmodell. So könnten die User in eine Art Zweiklassensystem aufgeteilt werden. Sie hätten die Wahl zwischen einem eingeschränkten Gratis-Account und einem kostenpflichtigen Premium-Account, mit welchem das gesamte Facebook-Angebot zugänglich wäre.

Eine weitere Möglichkeit wäre das Weiterverkaufen von Userdaten an Dritte. Dieses Business-Modell dürfte sich auf die Länge allerdings nicht auszahlen. Die Mitglieder würden sich innert kürzester Zeit aus Facebook zurückziehen, zu viele intime Informationen wären gefährdet.

Facebook gibt sich optimistisch

An der Web 2.0 Summit Anfang November erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, dass trotz anhaltender Finanzmarktkrise Wachstum das primäre Ziel bleibe. Von knapp werdenden finanziellen Ressourcen wollte er nichts wissen. Und auf die Frage, ob Facebook nicht neues Geld brauche, antwortete der 24-Jährige mit einem schlichten «Nein».

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter Egloff am 30.12.2008 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Facebook

    Ich schliesse mich der Meinung von Alex an; ich reise sehr viel und kann über Facebook mit Kollegen aus der ganzen Welt in Kontakt bleiben und Fotos austauschen. Ausserdem von wegen Alter ich bin selber 33 und habe viele meiner gleichaltrigen Schulkollegen auf Facebook wieder gefunden.

  • franz der kanns am 30.12.2008 22:23 Report Diesen Beitrag melden

    wem es was wert ist bezahlt auch (gern)

    wer sowas nutzen will soll auch zahlen schliesslich bieten die ja auch einen service an bevor fb stirbt, sterben erst die x photo plattformen die niemand braucht wie zb tilllate usgang etc - was die bieten ist wirklich sowas von überflüssig - dort ist es wirklich nur sehen und gesehen werden

  • Britta am 30.12.2008 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Total gehypt.....

    Facebook wird massivst überschätzt. Die meisten sind ja Jugendliche, manche haben sogar 2 Accounts. Ich habe im Bekanntenkreis (alles 30-45), gut gebildet, gerade mal einen, der bei Facebook dabei ist. Lieber diskret als so ausgestellt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Almara am 16.05.2010 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    FACEBOOK

    Wenn man Facebook bezahlen muss kann ich Versichern das alle oder die meisten Facebook Mitglieder raus sind. Facebook ist wie Msn, einfach nur mit Bildern und Videos ect. Jede seite ist schädlich, alles was mit WWW anfängt = 666 = teuflisch, facebook ist da um mit Freunden zu kommunizieren...

  • A.Pril am 01.04.2010 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Entelein

    man sollte im april nicht alles glauben ;)

  • Ulver am 14.02.2009 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinnig schädlich

    Facebook ist wohl "sozial" nicht schädlicher als irgendeine andere unterhaltsame Aktivität, bei der man über Medien mit Freunden kommuniziert... Alles ist schädlich, wenn man es nicht im Ramen hält. Ich versteh diese Internetpanik nicht...

  • Schilk am 12.02.2009 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung

    Jede Portalseite im Internet finanziert sich durch Werbung, FB macht da keine Ausnahme. Niemand nimmt solch riesige Kosten in kauf ohne dass etwas dabei abspringt. Trotzdem halte ich solche Seiten als sozial schädlich, vor allem bei Jugendlichen, die sich nicht zu unterhalten wissen.

  • Johannes Ingold am 09.02.2009 21:59 Report Diesen Beitrag melden

    Verständlich

    Wenn ich mir überlege, ist es nun einmal so, es kostet alles. Ich selber wäre Facebook nie beigetretten, wenn es etwas gekostet hätte. Es wäre schade, wenn es kostenpflichtig würde, aber ich verstehe die Argumente. Die Lösung mit einer beschränkten gratis Benützung finde ich gut.