Note 7

17. Oktober 2016 16:35; Akt: 17.10.2016 16:35 Print

Fieberhafte Suche nach Ursache für Akkubrände

Samsung arbeitet unter Hochdruck, um die Ursache der unsicheren Note-7-Geräte herauszufinden. Die Geräte werden in einem Labor untersucht.

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Ein Sprecher von Samsung sagte gegenüber dem «Wall Street Journal», dass das Note 7 sowie auch die vermeintlich sicheren Austauschgeräte in einem Labor untersucht werden. Das Unternehmen arbeite «rund um die Uhr» daran, die Ursache herauszufinden. Im Bild: Ein Mitarbeiter entfernt in Südkorea Note-7-Sticker (Gesicht durch Bildagentur verpixelt). Samsung hat angekündigt, alle verkauften Note-7-Geräte sicher zu entsorgen. Das belaste die Umwelt, schreibt Motherboard.vice.com. Denn von den rund 50 enthaltenen Rohstoffen im Note 7 könnten lediglich knapp zwölf rezykliert werden, heisst es. Samsung stellt die Produktion des Galaxy Note 7 ein. Der Konzern fordert die Kunden auf, die Geräte abzustellen und zu retournieren. Der Kurs der Aktie bricht ein. Es gibt Gerüchte über einen Produktionsstopp. Weder dementiert noch bestätigt Samsung dies, teilt aber mit, dass man Lieferungen anpasse, um Inspektionen und Qualitätskontrollen durchzuführen. Vorab gab es weitere Meldungen über Austauschgeräte, die anfingen zu brennen. Mehrere US-Mobilfunkanbieter stoppen den Verkauf des Note 7 aus Sicherheitsgründen. Ein Flugzeug der Southwest Airlines muss in den USA kurz vor dem Start evakuiert werden. Grund: Das Note 7 eines Passagiers fing an zu brennen. Es soll sich laut dem Besitzer um ein Austauschmodell handeln. Samsung will das Gerät untersuchen. Samsung startet den Verkauf des Note 7 in Südkorea nach Anpassungen am Gerät wieder. Laut Samsung nutzen mehr als eine Million Kunden weltweit das Note 7 mit einer sicheren Batterie. Samsung teilt mit, dass in Europa seit dem 19. September 57 Prozent aller Note-7-Smartphones umgetauscht wurden. 90 Prozent der Kunden haben sich laut Hersteller wieder für ein Note 7 entschieden. Samsung verzögert den erneuten Verkaufsstart in Südkorea um drei Tage. Samsung startet ein Austauschprogramm für das Note 7 in Südkorea. Ein Mann aus Florida verklagt Samsung, weil er sich durch ein brennendes Note 7 Verbrennungen zugezogen hat. Samsung kündigt an, den Verkauf des Note 7 in Südkorea am 28. September wieder aufzunehmen. In den USA werden offiziell eine Million Note-7-Geräte zurückgerufen. Samsung kündigt in Europa ein Austauschprogramm an. Kunden sollen ihr Gerät ab dem 19. September umtauschen können. Die Swiss verbietet den Gebrauch des Note 7 aus Sicherheitsgründen an Bord ihrer Flugzeuge. Die US-Behörde Consumer Product Safety Commission rät Note-7-Besitzern, das Gerät nicht mehr zu verwenden. Die US-Behörde Federal Aviation Administration (FAA) rät Passagieren, das Note 7 an Bord auszuschalten und nicht zu laden. Darauf erlassen zahlreiche Airlines ein Verbot des Handys. Darunter Delta und United, China Airlines und Thai Airways. Samsung kündigt eine globale Rückrufaktion von 2,5 Millionen Note-7-Geräten an. An diesem Datum hätte die Auslieferung der vorbestellten Note 7 in der Schweiz starten sollen. Es kommt zu Lieferverzögerungen. In Berlin startet die Tech-Messe IFA. Am Stand von Samsung sind die Note-7-Geräte noch immer ausgestellt. Am gleichen Tag startet der Verkauf des Note 7 in China. Samsung hält offenbar Note-7-Lieferungen an südkoreanische Mobilfunkanbieter zurück. 24. August 2016: Erste Berichte tauchen auf, dass in Südkorea ein Gerät Feuer gefangen hat. Innert kurzer Zeit kumulieren sich rund 30 Meldungen zu ähnlichen Fällen. Der Verkauf des Note 7 startet in zehn Märkten, darunter Südkorea und in den USA. Samsung enthüllt das Galaxy Note 7 an einem Event in New York.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es ist die grösste Rückrufaktion der Smartphone-Geschichte. Samsung hat Anfang Oktober seine Kunden gebeten, ihre Note-7-Smartphones zu retournieren. Dies, nachdem Dutzende Käufer berichteten, dass ihre Geräte zu brennen anfingen. Auch vermeintlich sichere Austauschgeräte haben Feuer gefangen.

Umfrage
Sind die brennenden Akkus des Note 7 für Sie ein Grund, künftig keine Samsung-Geräte mehr zu kaufen?
25 %
58 %
17 %
Insgesamt 17843 Teilnehmer

Der Hersteller arbeitet laut eigenen Angaben unter Hochdruck daran, die Ursache herauszufinden. Wie ein Sprecher gegenüber dem «Wall Street Journal» sagte, werde «rund um die Uhr» gearbeitet. Untersucht werden sowohl die Note 7 der ersten Serie als auch die Austauschgeräte. Samsung habe vor der Lancierung des Smartphones die Akkus der Geräte intern getestet und «keinen Fehler feststellen können», heisst es in dem Bericht.

Bis zu zehn Jahre Haft drohen

Schweizer Kunden, die noch ein Note 7 haben, sollen das Gerät zum Händler zurückbringen. In den USA wurde das Note 7 inzwischen vollständig aus Flugzeugen verbannt. Es darf weder auf Inlandflügen noch auf internationalen Flügen von und in die USA mit an Bord genommen werden. Zuwiderhandlungen werden mit einer Busse von bis zu 179'933 Dollar oder bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft.

Feuerfeste Beutel für Handys

US-Fluggesellschaften wappnen sich unterdessen zusätzlich für den Fall eines Akku-Brandes an Bord: Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, haben die Alaska Airlines sowie Virgin America und Delta ihre Flugzeuge mit feuerfesten Beuteln ausgestattet.

Während die Alaska Airlines bereits Anfang Jahr damit begannen, solche brandsicheren Taschen in ihren Flugzeugen mitzuführen, dürften die Vorfälle rund um das Note 7 dazu geführt haben, dass weitere Airlines auf die Sicherheitsmassnahme setzen.

Die Hot-Stop L genannten Beutel werden von der Firma Baker Aviations in verschiedenen Grössen vertrieben. Der grösste Beutel fasst auch einen brennenden Laptop.


So funktioniert der feuerfeste Beutel. (Video: Baker Aviation)

Ob die Swiss ähnliche Massnahmen treffen will, um in Zukunft Brände von elektronischen Geräten an Bord ihrer Flugzeuge einzudämmen, ist derzeit nicht bekannt. Bei Lufthansa und Air Berlin darf das Samsung Galaxy Note 7 während des Fluges nicht mehr benutzt werden.

«Hätte auch anderen passieren können»

Für Samsung dürfte das Note-7-Debakel finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. So rechnet der Hersteller mit Verlusten in Höhe von mehrere Milliarden Dollar.

20 Minuten wollte von seinen Lesern wissen, ob die brennenden Akkus im Note 7 ein Grund sind, künftig keine Samsung-Geräte mehr zu kaufen. 57 Prozent der Leser sind der Meinung, dass ein solcher Fehler auch anderen Herstellern hätte passieren können. Ein Viertel der Leser gab an, dass sie künftig keine Geräte von Samsung mehr kaufen werden. 18 Prozent sind unschlüssig. An der Umfrage haben mehr als 16'000 Personen teilgenommen.

(tob/dv)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • El Mac am 17.10.2016 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahrscheinlich

    Akkus fangen bei Beschädigung automatisch an zu brennen. Es gibt auch Dutzende von brennenden iPhones. Der Hauptgrund für das Brennen ist eine Beschädigung eines Schutzes im Akku drin. Für mich erscheint am logischsten, dass die Galaxy Note 7 Geräte (weil sie ja ziemlich gross und dünn sind) schneller verbiegen als andere Geräte. Kleinste Verformungen (auch elastische) des Akkus können zu einer Beschädigung führen und somit zum Brand. Ich setze meine Karten darauf, dass Samsung das schon weiss aber wegen dem Medialen Druck etwas länger brauchen wird, um zu diesem Schluss zu kommen.

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  • Ybking1 am 17.10.2016 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA

    Die USA müssen es auch gleich wieder übertreiben mit einer "Busse von bis zu 179'933 Dollar oder bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft."

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  • Gustaff am 17.10.2016 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Akkutransport

    Modellbauer transportieren ihre Akkus (LiPo's) schon immer in feuerfesten Beuteln. Bei Handys wird's allerdings schon schwieriger ;-))

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tanzlehrer am 18.10.2016 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zu schnell Akkus laden ist nicht gut.

    Hat das neue Samsung eine Schnelladefunktion ? Wenn ja, dürft das den Grund für die Ursache ziemlich eingrenzen.

  • Tanzlehrer am 18.10.2016 07:50 Report Diesen Beitrag melden

    Die Geräte testen vor dem Verkauf.

    Das wird wohl einer der Gründe sein warum Apple nicht jedes Jahr ein komplett neu entwickeltes iPhone raus bringt. Bei Samsung muss alles zu schnell gehen, die schmeissen die neuen Modelle schneller auf den Markt als wir das die kaufen können. Dann passieren halt solche Dinge. Samsung ist da wirklich aber so etwas von selber schuld.

  • Diego am 18.10.2016 06:36 Report Diesen Beitrag melden

    Da Samsung

    den Fall nicht reproduzieren kann, wird es immer offensichtlicher, dass bei den Bränden Apple die Hände im Spiel hat, weil das neue Iphone, den Galaxymodellen leistungsmässig nicht mehr das Wasser reichen kann.

    • Alfred A. am 18.10.2016 07:20 Report Diesen Beitrag melden

      Bin unschlüssig

      Hier, bei mir ist zwar auch apple-freie Zone, nur weiss ich jetzt gerade nicht so recht, was ich von derartigen Anschuldigungen halten soll.

    • Patrick V. am 18.10.2016 07:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Diego

      Das wird es wohl sein. Soll ich Samsung anrufen oder tun Sie das? Haben Sie die letzten Geschwindigkeitstests und Vergleiche der beiden Geräte gesehen? Das iPhone 6S ist sogar doppelt so Leiatubgsfähig wie das Note 7. Ihre Aussage ist grundlegend falsch.

    • User am 18.10.2016 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt!

      Apple hatte schon von Anfang an die Finger im Spiel! Denn ohne erstes iPhone hätte für Samsung gar nie ein Gerät zum Imitieren existiert... du hast schon recht...!

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  • J.B am 18.10.2016 03:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RTG

    Ich habe immer noch mein Nokia 3310 mit dem Radioisotopen Generator. Funktioniert einwandfrei

  • Sid . am 18.10.2016 01:56 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch man hört immer von Fällen

    aus den USA? Gut, die Aliens greifen auch immer die USA an. Sehr wahrscheinlich liegts am Wirtschaftsklima in den USA? Könnte sein..