Hohe Beute

15. März 2019 14:02; Akt: 15.03.2019 14:02 Print

23-Jährige kassiert mit Trick fremde Löhne

Sie schrieb Firmen an und bat im Namen echter Mitarbeiter um eine Kontoänderung: Mit dieser Masche ergaunerte eine 23-Jährige über 75'000 Euro.

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Eine 23-jährige Frau aus Österreich zockte Firmen mit einem raffinierten Trick ab. Sie schrieb Arbeitgeber von Bekannten an, informierte die Firmen über einen Kontowechsel und bat um Überweisung des Lohnes aufs neue Konto. So erhielt sie fortan den Lohn ihrer Bekannten.

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Da dies so gut funktionierte, kopierte sie das Konzept mit Daten von wildfremden Menschen von Facebook, die ihren Arbeitsort öffentlich nannten. Sie legte dann jeweils eine plausible E-Mail-Adresse an und schrieb massenhaft Arbeitgeber an.

75'000 Euro kassierte sie

Rund 40-mal klappte die Abzocke, ebenso oft überwiesen die Firmen die Löhne ohne viel nachzufragen aufs Konto der 23-Jährigen. Ihr Ex-Freund (31) soll ihr laut Anklage zweimal geholfen haben. Gesamtschaden: Rund 75'000 Euro. Mit dem ergaunerten Geld ging es dann ab in den Familienurlaub ins Tirol. Obwohl sie flüssig war, zahlte die 23-Jährige auch dort die Rechnungen nicht. Als dann ein Arbeitnehmer kein Gehalt erhalten hatte und stutzte, begann die Polizei zu ermitteln.

Zur ersten Einvernahme als Verdächtige erschien die Frau nicht. Gleichzeitig führte sie aber ihre Betrugsmasche weiter. Als sich die Verdachtslage massiv erhärtete, klickten die Handschellen.

Teilbedingte Haft

«War Ihnen das alles wurscht?», fragte der Richter beim Prozess in St. Pölten am Donnerstag. «Ja», antwortete die Angeklagte knapp. Der Richter sagte der Angeklagten: «Die Tat war wahrlich nicht unraffiniert, aber Sie waren so dämlich, das Geld aufs eigene Konto überweisen zu lassen.» Wo das Geld sei, wollte der Richter noch wissen. «Fort», meinte die Frau kurz und knapp.

Die Urteile: Zwei Jahre teilbedingte Haft für sie, davon acht Monate unbedingt, acht Monate bedingt für den Ex. Übrigens: Die geprellten Arbeitnehmer bekamen ihr Gehalt dennoch.

(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc am 15.03.2019 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrlässig

    Arbeitgeber gehören auch grad verurteilt. Wer bitteschön ändert das Lohnonto der Mitarbeiter ohne zu verifizieren ob das auch vom MA gewünscht war? Bspw Anfragen nur von der Geschäftsmailadresse?

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  • Chris am 15.03.2019 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewusst wie

    Nicht in Ordnung, aber eine gute Idee ;)

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  • Negan am 15.03.2019 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr kreativ

    Obschon es sehr kreativ ist, ist es trotzdem ein Verbrechen. Die armen Arbeiter, die keinen Lohn bekommen. Und eventuell die Daten in Facebook für Fremde besser sperren oder gar das Konto löschen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • DasWort am 17.03.2019 11:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andere Frage

    Welch dümmlicher Arbeitgeber ändert solch heikle Daten aufgrund einer privaten E-Mail Adresse ? Das würde interessieren.

  • Cyril jodt am 17.03.2019 03:20 Report Diesen Beitrag melden

    Dr

    Hm die Rechnung ist ganz einfach 75 Tsd. dafür 8 Monate im Bau.. hat sich gelohnt. Das hötte die in derzeit niemals verdient

  • ussocom am 16.03.2019 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dummheit in reinkultur

    hatte diese frau wirklich gefühl, sie käme damit durch. die transaktionen sind imnerhin auf elektronischem wege lüclenlos nachverfolgbar.

  • LCD am 16.03.2019 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ernsthaft?

    Arbeitgeber die einfach so mir nichts dir nichts, den Lohn ohne persönliches Gespräch und nur über Furzbuch (Facebook) eine Lohnauszahlung ändern, sollten auch zur Rächenschaft gezogen werden! Hoffentlich mussten sie die 'ausstehenden' Gehälter selbst bezahlen. Dennoch finde ich, dass dies NICHT Strafe genug für diese Arbeitgeber ist.

  • Remo am 16.03.2019 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Woow!

    Hut ab vor dieser Lady. Nur nicht ganz fertiggedacht

    • Donald Duck am 17.03.2019 01:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Remo

      Wenn es um Ihr Geld gehen würde, würden Sie dann auch denken: Hut ab vor dieser Lady?

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