«Knack den Code»

02. Dezember 2011 06:45; Akt: 05.12.2011 12:14 Print

Geheimdienst sucht junge Talente

Wandeln auf James Bonds Spuren: Mit einer ungewöhnlichen Aktion will Grossbritannien Nachwuchs-Agenten rekrutieren. Im Netz wartet ein rätselhafter Code.

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Wer kann diesen Code knacken? Der auf Datenübertragung und Fernmeldeaufklärung spezialisierte GCHQ sucht schlaue Köpfe. (Bild: canyoucrackit.co.uk)

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Der britische Geheimdienst will junge Hacker-Talente mit einem Internet-Wettbewerb rekrutieren. Der auf Datenübertragung und Fernmeldeaufklärung spezialisierte GCHQ (Government Communications Headquarters) lockt Nachwuchs-Spione seit Donnerstag mit einem rätselhaften Code, den es zu knacken gilt.

Auf einer anonymen Webseite können sich Interessenten der Knobel-Aufgabe stellen. Wer es schafft, wird auf die Seite des GCHQ mit passenden Job-Angeboten weitergeleitet.

Ziel der Aktion sei es, junge Mitarbeiter zu finden, die sich auf gewöhnlichem Weg nicht bewerben würden, erklärte ein Sprecher der GCHQ. Üblicherweise würden Internet-Spezialisten nach einem Universitätsstudium angeworben. «Aber aufgrund der fortwährenden Entwicklung der Bedrohungen aus der Computerwelt ist es notwendig, Autodidakten zu rekrutieren, die eine echte Begeisterung für die Entschlüsselung von Codes an den Tag legen.»

«Piraten» fliegen raus

Über den persönlichen Hintergrund der Bewerber sollen anschliessend eingehende Untersuchungen vorgenommen werden. Wer sich beispielsweise in der Vergangenheit in illegaler Internet-Piraterie geübt hat, fliegt raus.

Die GCHQ ist schon häufiger mit ausgefallenen Rekrutierungskampagnen aufgefallen. Im Jahr 2009 startete sie einen Aufruf, indem sie plötzlich in Videospielen eine Werbeanzeige aufblinken liess.

Update 5. Dezember:

Zahlreiche Blogger und Twitter-Nutzer haben sich seit Bekanntwerden von «Can You Crack It» über die mangelnden Sicherheitsvorkehrungen lustig gemacht. Mit einer simplen Google-Suche lässt sich das gestellte Rätsel lösen, beziehungsweise auf die Webseite zugreifen, die nach der Lösung bereitgestellt wird. «Wenn ein Geheimdienst so schludrig arbeitet, dann gute Nacht», schreibt ein Leser von 20 Minuten Online. Offenbar habe der Webmaster die besagte Webseite nicht vor den Suchmaschinen versteckt, sagte ein Sicherheitsexperte im «Naked Security»-Blog von Sophos.

(dsc/sda)