22. Dezember 2006 13:42; Akt: 22.12.2006 15:15 Print

Gratis WLAN für alle

Ab März 2007 soll die gesamte Bevölkerung der Stadt St. Gallen einen kostenlosen Internetzugang erhalten: Die erste Testphase des Opensource-Netzwerkes in St. Gallen wurde am Donnerstag gestartet.

Fehler gesehen?

Das Projekt «Wireless St. Gallen» sei eines der ersten flächendeckenden Drahtlos-Internet-Angebote der Schweiz, das der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht werde, hiess es an einer Medienkonferenz. Vergleichbare Projekte gebe es in Berlin, Leipzig und Wien.

Initiiert wurde das Wireless St. Gallen-Projekt durch Mitarbeitende des Organisations- und Informatik-Amts (OIA) der Stadt zusammen mit der Technischen Hochschule Rapperswil, der Studentenschaft der Universität St. Gallen, den St. Galler Stadtwerken und der Gruppierung «openwireless.ch St. Gallen». Es ermögliche die Weiterentwicklung der Kommunikationsinfrastruktur der Stadt, sagte Stadtpräsident Franz Hagmann. Ein kostenloser Internetzugang sei ein Grundbedürfnis, sagte der Leiter der Stadtwerke, Ivo Schillig an der Medienkonferenz. Bis Ende Februar 2007 testen Studierende das Projekt.

Mitwirkung der Bevölkerung

Drei Sendestationen sollen auf dem Gebiet der Stadt St. Gallen ein Basis-Funknetzwerk verbreiten und den Internetzugang gewährleisten. Zwei Antennen sind bereits in Betrieb. Spezielle Wireless-Router empfangen das Signal der Antenne und verbreiten es. Damit das System funktioniert, ist die Mitwirkung der Bevölkerung nötig: 20 Router wurden bereits bei Studierenden installiert. «Wireless St. Gallen» kann nur flächendeckend betrieben werden, wenn ein genügend dichtes Netz von privaten Routern in den Haushalten besteht, wie Projektleiter Urs Kofmehl erklärt.

Wettbewerb

Die Swisscom reagiert gelassen auf das St. Galler Pilotprojekt: Es herrsche Wettbewerb und der Wettbewerb sei ohnehin heftig, sagte Swisscom-Mediensprecher Josef Frey auf Anfrage. «Wireless St. Gallen» sei eine weitere Möglichkeit, Daten flächendeckend anzubieten. Offene Fragen ergäben sich bei der Problematik der Sicherheit und des Datenschutzes. So genannte WLAN-Router seien völlig offen. Jeder Benutzer müsse sich sehr gut überlegen, ob er davon Gebrauch machen wolle.

(sda)