Cracking Kits

06. Mai 2010 14:36; Akt: 06.05.2010 16:32 Print

Hacker-Paket aus China

Im Internet werden fertige Baukästen aus China angeboten, mit deren Hilfe sich problemlos geschützte WLAN-Netze knacken lassen.

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Chinesische Cracking Kits verschaffen ungebetenen Gästen Zutritt in fremde WLANs.

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So genannte Cracking Kits werden als Komplettpaket auf einschlägigen Webseiten und auf Märkten in chinesischen Grossstädten angeboten, schreibt das IT-Newsportal pcworld.com. Der einfach zu handhabende Baukasten enthalte eine detaillierte Anleitung, um die Zugangsschlüssel von fremden Hotspots zu dekodieren.

Damit sei es möglich, sowohl die WEP- wie auch die heute vermehrt zum Einsatz kommende WPA-Technologie zu knacken. Es besteht die Gefahr, dass der Eindringling nicht nur Download-Traffic verursacht, sondern auch Daten abfangen kann, die über das Netzwerk verschickt werden. Laut dem Artikel beginnen die Preise für die Cracking Kits bei 24 US-Dollar. Auch wenig versierte User sollen in der Lage sein, eine kostenlose Verbindung in Internet aufzubauen - bezahlen muss ja schliesslich der eigentliche Besitzer.

Die Gefahr lauert im WLAN

Doch oft ist es erst gar nicht nötig, Passwörter auszuprobieren. Denn nach wie vor werden viele WLANs erst gar nicht verschlüsselt. Da ist die Verlockung gross, sich einfach über eine ungesicherte Internetverbindung einzuwählen. Rechtliche Konsequenzen braucht man auch nicht zu befürchten:
«Sofern keine Zugangssperre überwunden wird, ist es hierzulande zulässig, einen fremden WLAN-Hotspot zum Surfen zu benutzen», erklärt IT-Rechtsexperte David Rosenthal von der Zürcher Kanzlei Homburger gegenüber 20 Minuten Online.

Ungebetenen Gäste, die den offenen Hotspot für Straftaten missbrauchen, können dem Betreiber viel Ärger und Kosten verursachen: «Von aussen schaut es so aus, als handle der Betreiber des Hotspots. Das kann durchaus dazu führen, dass plötzlich die Polizei im Haus steht und alles beschlagnahmt oder der Provider den Zugang kündigt», ergänzt Rosenthal. Herauszufinden, wer den Hotspot missbraucht hat, dürfte sich in der Praxis als äusserst schwierig erweisen. Denn im Router wird lediglich die MAC-Adresse gespeichert, die sich nicht einer Person zuordnen lässt (20 Minuten Online berichtete).

(mbu)