Defcon-Konferenz

14. August 2019 19:04; Akt: 14.08.2019 19:04 Print

Hacker können Kopfhörer in eine Waffe verwandeln

Die Gefahr von Cyberangriffen besteht nicht nur in der virtuellen Welt. Ein Forscher hat gezeigt, wie man diverse Geräte als akustische Waffe nutzen kann.

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Gadgets wie intelligente Lautsprecher, Laptops oder Handys sind meist nicht nur mit dem Internet verbunden, sondern auch in der Lage, Schallwellen wiederzugeben. Doch was im Alltag dafür sorgt, dass wir Musik streamen oder ein Telefonat führen können, kann dazu verwendet werden, Nutzer zu verletzen.

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Wie das geht, hat ein Sicherheitsforscher auf der Hackerkonferenz Defcon in Las Vegas gezeigt. Matt Wixey, der für die Firma PWC UK arbeitet, brachte mithilfe von Computerviren diverse Geräte dazu, gefährliche Geräusche oder Töne von sich zu geben.

Cyber- vs. reale Welt

«Ich habe mich schon immer für Schadsoftware interessiert, die den Sprung von der digitalen in die physische Welt schaffen kann», sagte Wixey laut einem Bericht von Wired.com. Mit seiner Forschung hat er nun bewiesen, dass Lautprecher so manipuliert werden können, dass sie das menschliche Gehör schädigen oder Tinnitus verursachen.

Für die Arbeit griff er eine Handvoll Geräte – unter anderem einen intelligenten Lautsprecher und einen Kopfhörer – an. Mit einer einfachen Schadsoftware gelang es ihm, Töne ausserhalb des sicheren Spektrums abzuspielen. Im Smart Speaker konnte sogar eine so grosse Hitze erzeugt werden, dass das Gerät zu schmelzen begann.

Limitierter Einsatz

Bei allen Geräten gelang der Angriff jedoch nicht. Der BBC sagte Wixey, dass er entweder nah an den Geräten dran sein oder direkten Zugang haben müsse. Doch je mehr Gadgets um uns herum vernetzt seien, desto grösser sei auch die mögliche Angriffsfläche.

Welche Geräte er mit seiner Schadsoftware manipulieren konnte, gab Wixey nicht bekannt. Er nannte jedoch einige mögliche Massnahmen zum Schutz vor akustischen Attacken für die Hard- und Software. Demnach sollten Hersteller die Frequenz von Lautsprechern physikalisch limitieren. Auf Softwareseite könnte das Betriebssystem den Nutzer warnen, wenn eine App auf die Laustärkeregelung zugreifen möchte.

Laut Wixey sei diese Art von Angriffen vor allem auch deshalb heimtückisch, weil man in vielen Fällen keine Ahnung davon habe, dass sie stattfänden: «Man weiss es nie wirklich, es sei denn, man läuft ständig mit einem Messgerät herum.»

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rene am 14.08.2019 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ursprung

    Es fehlt die Unterscheidung der Angriffe, ich habe keine Angst vor Hackern, aber sehr wohl vom Staat.

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  • Der Beobachter am 14.08.2019 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Menschheit geht bald zugrunde

    Nur noch mehr digitalisieren und alle möglichen Geräte mit der ganzen Welt vernetzen. Das hat man dann davon...

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  • Roy am 14.08.2019 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Netzwerktechniker (CCIE)

    Ich bin Netzwerktechniker. Ich sehe zwei Probleme in der heutigen Welt: 1. Alles ist zu unsicher. IPv4 hat Sicherheitslücken, soll aber eh abgelöst werden von IPv6, dass auch Lücken hat, aber dank IPSec gefüllt werden können. 2. Problem: Das www (world wide web) könnte in den nächsten Jahren überlastet sein! Die www Infrastruktur muss den neuen Anforderungen gerecht werden, wenn wir alles ans Netz wie Autos und Kühlschränke (IoT) hängen wollen. Aber das ist mein Beruf: Uns für die Zukunft zu wappnen :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Matthias Brunner am 15.08.2019 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja..dann..

    Das schlimmste an der Sache sind die IZ503er. Dadurch können die Verbindungen entstehen welche diese Fragmente aufweisen. Aber das COR22 wollte man ja damals nicht einführen auf den Servern. Naja...

  • jahn am 15.08.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    wireless

    Hacker können nur in Wireless (Ohne Kabel) lautsprecher,Kopfhörer eindringen mit Wired (kabel) gehts es nicht.

  • Mr Robot am 15.08.2019 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Gartenhacke

    Frau Grubler, meine Nachbarin hackt auch täglich.

    • Tomtom am 15.08.2019 10:05 Report Diesen Beitrag melden

      Am besten fand ich ja..

      Defcon Konferenz xD

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  • steph am 15.08.2019 07:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    skynet

    jaja, wieder der skynet beitrag. würden alle vernetzten elektronischen systeme mehr oder weniger gleichzeitig durch schadsoftware irreversibel beschädigt, würden wahrscheinlich innert 2 wochen etwa 2-3 milliarden menschen verhungern

    • Loony am 15.08.2019 08:25 Report Diesen Beitrag melden

      Lachen ich mich schief

      Hast die wieder gekuckt zu viel die Fernsehen?

    • Andi am 15.08.2019 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      @Loony

      Das ist gar nicht so abwegig. OK der Zeitraum ist etwas kurz gegriffen. Aber die Transportdienstleister können nicht mehr ohne Elektronik auskommen. Ein solcher Gau könnte den weltweiten Warentransport schon in die Knie zwingen und viele Länder darunter die Schweiz können sich nicht selbst versorgen.

    • @andi am 15.08.2019 09:09 Report Diesen Beitrag melden

      Unglaublich

      Wird dir Menschheit wirklich täglich dümmer? Ist ja erschreckend. Also ob ein bisschen Elektronik das Leben wäre, du tust mir echt leid.

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  • Herbert Knolle am 14.08.2019 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bieber

    Mehr Angst als vor einem Kopfhörer-Hack, habe ich, dass auf einmal Justin Bieber aus meinem Kopfhörer ertönt. Das gäbe den schlimmeren Tinitus.