Operation Westboro

25. Februar 2011 15:37; Akt: 25.02.2011 19:45 Print

Hassprediger sind offline

Die Webseite der extremen Westboro Baptist Church wurde erfolgreich attackiert. Anonymous will es nicht gewesen sein. Doch in einer Sendung demonstrierten sie ihre Schlagkraft.

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Mastercard, Visa, Paypal, Amazon, HBGary, Tunesien, Ägypten, Jemen, Libyen - die Liste der Angriffsziele wird länger und länger. Anonymous attackiert Regierungen, Firmen und private Organisationen. Zu den jüngsten «Opfern» soll die Westboro Baptist Church in Kansas gehören. Mehrere Webseiten der religiös-fanatischen Gruppe sind vom Netz, wie die Computer-Sicherheitsfirma Sophos berichtet. So ist unter anderem auch die Schwulenhasser-Seite www.godhatesfags.com nicht erreichbar.

Ob es sich um eine Anonymous-Attacke handelt, muss noch immer bezweifelt werden (20 Minuten Online berichtete). Ein Anonymous-Aktivist hat in einem Live-Interview mit einem US-Sender bestätigt, dass die Hassprediger kein bevorzugtes Angriffsziel gewesen seien. Anonymous wolle sich vielmehr auf die Operation Freedom konzentrieren, also die revolutionäre Bewegung im Nahen Osten und in Nordafrika unterstützen.

Der Hackerangriff auf die US-Hassprediger sei das Werk eines «patriotischen US-Hackers» namens Jester gewesen, sagte der Anonymous-Aktivist. Dies berichtet auch The Register und bezieht sich auf eine entsprechende Twitter-Meldung.

Nachricht hinterlassen

Während des Live-Interviews, bei dem eine Vertreterin der umstrittenen Baptistenkirche zugeschaltet war, kam es zum Eklat. Der Anonymous-Aktivist sagte, man habe sich nun ebenfalls in deren Website gehackt und eine Nachricht hinterlassen. Darin heisst es: «This domain has been seized by Anonymous under section #14 of the rules of the Internet...»

Diese Aktion sei als Warnung an die Adresse der Hassprediger zu verstehen, sagte der Anonymous-Aktivist. Die pseudoreligiöse Gruppierung habe versucht, vom öffentlichen Interesse für Anonymous zu profitieren. Dies werde nicht akzeptiert.

Auf anonnews.org, der angeblich unzensierten Internet-Plattform, auf der sich die Anonymous-Aktivisten austauschen, sind mehrere kritische Wortmeldungen zu finden. Erneut wird betont, Anonymous habe keine Anführer und keine richtigen Sprecher. Die weltweite Koordination und das Bestimmen gemeinsamer Angriffsziele sei schwierig. Anonymous sei zwar ein Kollektiv, doch man könne nie mit nur einer Stimme sprechen. Gleichzeitig wird nach Möglichkeiten gesucht, um «Pressemitteilungen» gemeinsam zu verfassen.

(dsc)