Fest-App sieht Rot

08. Juli 2013 20:55; Akt: 08.07.2013 21:18 Print

Hier war das Gedränge besonders gross

von Oliver Wietlisbach - Forscher der ETH wollten wissen, wo sich am Züri-Fäscht die grössten Menschentrauben bilden. 27'000 Festbesucher machten beim Mega-Experiment mit.

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Am Freitag um 19.15 Uhr bewundern besonders viele Menschen den Hochseilakt von der Fraumünsterbrücke aus, entsprechend wird die Heatmap rot. (Bild: Wearable Computing Lab /ETH Zürich)

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55'000 Downloads, 27'000 aktive Nutzer und 25 Millionen gesammelte Standortpunkte: In Zahlen liest sich die Bilanz der offiziellen Züri-Fäscht-App eindrücklich. Die von der ETH mitentwickelte Smartphone-App übermittelte während der dreitägigen Mega-Sause mit 2,3 Millionen Festbesuchern alle zwei Minuten den Standort der anonymisierten Smartphone-Besitzer in die Einsatzzentrale (siehe Infobox). Dort konnten Forscher und Stadtpolizei auf einer interaktiven Karte live verfolgen, wo sich kritische Menschenansammlungen bildeten.

Mit den Daten konnten sogenannte Heatmaps (siehe Bild) erstellt werden, die zeigen, wo sich zu einem bestimmten Zeitpunkt besonders viele Menschen aufgehalten haben. «Die Heatmaps stimmen ausserordentlich gut mit den Erfahrungen vor Ort und den erstellten Kamerabildern überein», sagt Projektleiter Ulf Blanke vom Wearable Computing Lab der ETH Zürich. Beispielsweise bewunderten am Freitagabend kurz nach 19 Uhr besonders viele Menschen den Hochseilakt von der Fraumünsterbrücke aus. Auf der Heatmap ist die Brücke, insbesondere die Nordseite, entsprechend rot gefärbt. Das Experiment zeige, «dass ein Bruchteil der Besucher ausreicht, um Hotspots zu identifizieren, bei denen Menschen stehenbleiben, ein Hindernis bilden und so für Verdichtung sorgen», schreibt die ETH.

Menschenmassen bremsen App aus

Ganz reibungslos verlief der Feldversuch dennoch nicht: Am Samstagabend waren die Mobilfunknetze von Swisscom und Co. dem Besucherandrang nicht mehr gewachsen, spätestens während des grossen Feuerwerks ging das Netz vollends in die Knie. Davon war auch die Züri-Fäscht-App betroffen, die die GPS-Daten der App-Nutzer nicht mehr an die ETH funken konnte. Wurde die App, die bei Massenveranstaltungen helfen soll, also selbst ein Opfer der Massen?

Projektleiter Blanke verneint: «Während des Feuerwerks kamen die Daten zwar verzögert in der Einsatzzentrale an, so dass die Stadtpolizei zeitweise keine Heatmap in Echtzeit hatte. Die Daten gingen aber nicht verloren.» Der ETH-Forscher betont, dass es sich um einen Testlauf handelte und sich die Polizei keineswegs nur auf die Informationen aus der Heatmap verlassen habe.

Nächstes Ziel: Besucherströme vorhersehen

Mobilfunknetze werden auch künftig bei grossen Menschenansammlungen an ihre Grenzen stossen. In Zukunft soll es dank den nun gewonnenen Daten aber genauer möglich sein, vorherzusagen, wohin sich die Besucherströme bewegen werden. «Sind die Pfade der Besucher bekannt, lassen sich ihre künftigen Standorte und neuralgische Passagen berechnen», sagt Blanke. So könnten unter anderem blinde Flecken auf der Heatmap, die durch überlastete Mobilfunknetze und somit fehlende Standort-Daten entstehen, abgedeckt werden. Die Polizei könnte folglich ein sich abzeichnendes Menschengedränge genauer vorhersehen, selbst wenn das Handy-Netz zusammenbricht.

Die Analyse der Besucherströme erhöht indes nicht nur die Sicherheit von Grossanlässen, sie gibt dem Veranstalter auch planerische Hinweise. Genauere Auswertungen werden zeigen, an welchen Standorten besonders viel Publikum vorbeiströmte und vor welchen Attraktionen sich die grössten Menschentrauben bildeten. Festveranstalter erhalten so konkrete Hinweise, welche Standorte wie teuer verkauft werden können und welche Attraktionen den Publikumsgeschmack trafen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Brumm am 08.07.2013 21:58 Report Diesen Beitrag melden

    War schon immer so

    Nur hat es früher niemand interessiert. Aber man könnte meinen das Gedränge sei heute erfunden worden.

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  • Zürifäschtler am 08.07.2013 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Akku

    Wir waren erst auch voll begeistert von der app, bis wir uns darüber klar wurden, dass der akku allein durch das aktive gps rasant leergesogen wurde.. Im zug wars noch kein problem, jedoch auf dem gelände wurden (von 5 handys) die akkus ziemlich angeknabbert, weshalb wir dann der app die ortungsdienste gekappt haben.. Ab dem zeitpunkt gings mit dem strom wie gewohnt weiter..

  • Sam Max am 08.07.2013 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Coci Cola

    Züri Fäscht...das ich nicht lache. Was hat jeder Teilnehmer bekommen?? Etwa 3 Coci Cola und dann waren sie besoffen...pffff

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hit am 10.07.2013 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Akku geht Flöten

    Alle die wegen dem Akku jammern sind selber Schuld wen ihr Musik hört auch noch spielt es lag eindeutig nicht an der APP sondern auch am netz da es mehr Arbeit hatte habe ich auch das 3G ausgeschaltet

  • friutz am 09.07.2013 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    wer mit kinderwagen dort ist ist selber

    schuld sorry aber was haben familien mit kinderwagen und kleinkinder um 23 uhr oder später noch am zürifest zu suchen war schon 5 mal am zürifest und immer dasselbe nur weil die eltern so egoistisch sind begeben sie sich und vorallem ihre kinder in diese kritische lage und heulen dann rum wenn es mal ein bisschen eng wir und verstopfen mit ihren kinderwagen eh alles

  • Neo am 09.07.2013 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Datenkrake

    Ich finde es eine Sauerei, dass die Daten benutzt werden um den Ständen teuere Platzmieten verkaufen zu können anstatt die Sicherheit vor einer Panik zu erhöhen oder die Wege so zu gestalten, dass die Menschenmassen nicht zu sehr gedrängt werden. Eigentlich geht's immer nur ums liebe Geld und um sonst nichts.

  • li sa am 09.07.2013 10:10 Report Diesen Beitrag melden

    handy wohl zu alt

    hatte die app auch heruntergeladen, aber irgendwie funktionierte das auf meinem 4jährigen handy nicht. aber nice to know, dass genügend leute mitgemacht haben.

  • iPhone User am 09.07.2013 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Akkuflöte

    Deshalb ging der Akku beim iPhone doppelt so schnell flöten... Herzlichen Dank!

    • fritz am 09.07.2013 13:30 Report Diesen Beitrag melden

      iphone halt

      gib nicht der app die schuld iphone ist halt in allen belangen weit zurück

    • jeremy prescott am 09.07.2013 13:42 Report Diesen Beitrag melden

      es hat sie..

      niemand gezwungen, die App zu installieren oder in der App freiwillig die GPS Daten weiterzuleiten. Nicht studieren, danach aber reklammieren - ja so kenn ich die iPhone user!

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