Photoshop und Co.

29. Mai 2011 12:38; Akt: 29.05.2011 12:39 Print

In der Schweiz ist Adobe «skandalös» teuer

von Manuel Bühlmann - Schweizer müssen für Adobe-Produkte zum Teil doppelt so viel bezahlen, wie US-Bürger. Die Begründung der Software-Firma ist für die Stiftung für Konsumentenschutz mehr als fragwürdig.

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Leser Mark J. über Adobe: «Der Schweizer Konsument wird ohne Ende abgezockt.» (Bild: Fotomontage 20 Minuten Online)

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20-Minuten-Online-Leser Mark J. (Name der Redaktion bekannt) fühlt sich abgezockt. Der selbstständige Unternehmer nutzt Adobe CS 5.5 Design Premium im sogenannten Subscription-Modell und bezahlt dafür monatlich 259 Franken. Das identische Paket wird in den USA für 139 US-Dollar angeboten. Dies entspricht beim aktuellen Währungskurs knapp 122 Franken. «Das ist ja die reinste Abzocke, zumal es sich um das genau gleiche Produkt handelt. Der doppelte Preis kann ja wohl nicht auf die zusätzliche Sprache zurückgeführt werden. Hier wird einfach der Schweizer Konsument ohne Ende abgezockt», ärgert er sich.

20 Minuten Online hat bei Adobe nach einer Erklärung für den massiven Preisunterschied gefragt. «In einem grossen, homogenen Markt wie Nordamerika kann Adobe Kostenersparnisse erzielen, die Einfluss auf die Preisbildung haben», erklärt ein Unternehmenssprecher und ergänzt: «Innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes und der Schweiz hingegen, muss Adobe mit verschiedenartigen regionalen Marktsituationen umgehen.» So müsse man zwei Währungen und fünfzehn wesentliche Sprachen unterstützen, was zu «signifikant höheren Kosten » führe.

«Fadenscheinige Begründung»

Dieses Argument steht allerdings auf wackeligen Beinen, wenn man weiss, dass auch die englischsprachigen Versionen hierzulande massiv teurer angeboten werden. Zudem gelten auch für andere amerikanische IT-Unternehmen die gleichen Marktbedingungen in Europa.

Für die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) steht deshalb ausser Frage, dass der Software-Hersteller mit seiner Begründung lediglich versucht, Augenwischerei zu betreiben: «In einer detaillierten Marktanalyse Anfang des Jahres haben wir festgestellt, dass Adobe-Software in der Schweiz teilweise mehr als doppelt so teuer ist, wie in den USA. Hingegen ist Software von anderen Herstellern wie Microsoft oder Apple nur moderat teurer, teilweise sogar noch günstiger», sagt SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder. Für sie steht ausser Frage: «Solche Preisunterschiede lassen sich durch nichts rechtfertigen, die Preisgestaltung von Adobe ist skandalös.»

Was ist Ihre Meinung zu Adobes Preispolitik? Fühlen Sie sich abgezockt oder können Sie die Begründung des Software-Herstellers nachvollziehen?

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael Brunner am 29.05.2011 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Stimmt. Was Adobe in der Schweiz abzieht ist pure Kohlemacherein. Zudem gibst für Photoshop CS4 keine aktuellen RAW Konverter. Schlict und ergreifen: Frechheit

  • H.G. am 29.05.2011 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Überall wo sich das System der Marktwirtschaft so richtig durchsetzt und zu seiner Blüte ansetzt, gehen all die vielen Verarschten auf die Barrikade (klar, ich auch). Aber wehe man greifft den Kapitalismus an - FREVEL!!! Leute, seid bitte konsequent!

  • Meier, Thomas am 30.05.2011 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Nur nur Adobe...

    Ist nicht nur bei Adobe so!! Auch bei diversen anderen Produkte ist dies der Fall. Siehe z.B. Apple.com. Wechseln Sie mal zwischen US und CH Seite.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • kiki am 28.05.2019 12:13 Report Diesen Beitrag melden

    habe früher Adobe Produkte gekauft

    Nun nicht mehr. So einfach ist das.

  • André Dünner am 24.08.2011 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Recht und Unrecht; könnte schlimmer sein

    Allerdings ist das Abzocke. Und nicht nur bei Adobe. Was solls, diejenigen welche diese Produkte benötigen (professionell) können diese Mehrkosten den Kunden abwälzen. Die Dummen sind einzig die Privaten. Denn wie kann es sein, dass Studenten und Bildungsinstitutionen bis zu 70% Rabatte erhalten können!? Von irgend jemandem müssen ja diese Rabattmargen bezahlt werden. Zudem kann einer ja im Ausland einkaufen, was bei der derzeitigen Devisenstärke des Frankens schon eine Kleinigkeit ausmacht. Nutzt dies, bevor die SNB und die CH-Bücklingsregierung mit dem Schweizer Franken den Garaus macht.

  • patrik am 02.07.2011 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    kauft nicht mehr adobe

    kauft nicht mehr adobe ganz eifach es gibt ganz gute andere editprogramm

    • André Dünner am 24.08.2011 22:39 Report Diesen Beitrag melden

      Gleichwertiges bitte bekannt machen.

      Absolut richtig! Denn es gibt wirkliche Alternativen. Nur deren Bekanntheitsgrad ist geringer. Macht diese bekannt!

    • Felix am 21.09.2011 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      Nein und Ja

      Mir ist nichts bekannt, das InDesign gleichwertig ist in Sachen Typografie und Produktivität. Bin schon lange in der Branche tätig, um das nicht behaupten zu dürfen. Aber diese Preispolitik ist tatsächlich nicht nachvollziehbar und darf gar als Gaunerei betitelt werden.

    • Roman am 21.09.2011 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      Bestrafung der ehrlichen Kundschaft

      Frag mich auch welche Produkte, gerade auch im Seitenlayout und Bild, besser sein sollen als Adobe. Komme ebenfalls aus dem Grafischen. Bitte benennen! Da fragt man sich schon ob man nun der Dumme ist wenn man für Software bezahlt. Kein Wunder gibt es Länder in denen bis zu 90 Prozent der eingesetzten Software kopiert ist. Die Schweiz hat einen sehr tiefen Anteil illegaler Kopien. Dafür werden wir vom Hersteller abgestraft. Toll!

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  • Timi O'Tool am 01.07.2011 11:38 Report Diesen Beitrag melden

    Abzocke

    Und da wundert es einige noch warum Software illegal heruntergeladen wird. Microsoft geht den richtigen Weg. Durch den Wegfall des Supports ist nun auch Windows zu einem akzeptablem Preis käuflich. Aber wer bezahlt schon 1'000.- und dann in einem Jahr wieder weil ja eine neue Version erhältlich ist...

    • André Dünner am 24.08.2011 22:40 Report Diesen Beitrag melden

      Das ist eben Marktwirtschaft

      Eben.

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  • momus am 01.07.2011 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Selber duld

    Was nichts kostet ist nicht wert... wie bei Apple... Wer die Qualität via Preis idendifiziert muss halt geld ausgeben - ansonsten viel spass mit Linux und Gimp

    • André Dünner am 24.08.2011 22:41 Report Diesen Beitrag melden

      Erklärungsbedarf

      Seit wann ist Apple nichts wert? Bitte schön ...

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