Software-Detektiv

03. Juli 2018 09:49; Akt: 03.07.2018 09:49 Print

In diesem Laden werden Diebe in Echtzeit ertappt

Mithilfe künstlicher Intelligenz sollen in japanischen Läden Diebstähle unterbunden werden. Dafür brauchts nur eine spezielle Überwachungskamera.

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Um zu verhindern, dass sich Kunden beim Einkaufen einfach bedienen, setzen viele Läden auf Detektive. Diese halten Ausschau nach verdächtigem Verhalten und schreiten bei Bedarf ein. Wenn es nach dem japanischen Telecomunternehmen NTT East und dem Start-up Earth Eyes Corp. geht, könnten diese Angestellten jedoch bald überflüssig werden.

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Die Basis für das von ihnen entwickelte System AI Guardman sind Überwachungskameras, die im Laden installiert werden. Statt dass sich ein Mensch die Bilder anschauen muss, übernimmt eine künstliche Intelligenz diese Aufgabe. Sie analysiert die Bewegungen der Kunden und erkennt, ob diese stehlen. Falls ein Dieb entdeckt wird, erhält der Ladenbetreiber automatisch eine Nachricht auf sein Handy.

Möglicher Fehlalarm

Damit die Videobilder in Echtzeit analysiert werden können, wird eine Open-Source-Technologie eingesetzt, die von der Carnegie-Mellon-Universität entwickelt wurde. Wie Theverge.com berichtet, gibt NTT East zu, dass AI Guardman noch Schwachstellen hat. So werden beispielsweise Kunden als Diebe gemeldet, die etwas aus dem Regal nehmen und es anschliessend wieder zurückstellen.

Auch Mitarbeiter könnten beim Auffüllen oder Sortieren fälschlicherweise einen Alarm auslösen. Die Nachrichtenseite Itmedia.co.jp vermeldet jedoch auch Erfolge. So sollen dank der Technologie die Diebstähle bei Tests um etwa 40 Prozent zurückgegangen sein. Es ist daher denkbar, dass solche Systeme künftig auch in der Schweiz in den Einsatz kommen werden.

Der Verkauf des Systems soll in Japan Ende Juli zu einem Preis von umgerechnet circa 2100 Franken beginnen. Zusätzlich werden pro Monat circa 40 Franken für eine Verbindung zur Cloud fällig. Die beiden Unternehmen hoffen, in den ersten drei Jahren in bis zu 10'000 Ladengeschäften Kameras installieren zu können.


So funktioniert die Technologie. (Video: Youtube/EarthEyes)

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Werner am 03.07.2018 10:29 Report Diesen Beitrag melden

    Privatsphäre ist ein hohes Gut

    Ich warte auf den Super-Spruch: Wer nichts zu verbergen hat Kann ich bei dnen an der Türe läuten und die Wohnung ansehen? Auch alle Unterlagen und Computer? Er hat ja nichts zu verbergen.

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  • Maria am 03.07.2018 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bedanke mich...

    da möchte ich nicht einkaufen... mit Pech als Dieb angesehen = viiiiel Zeit um das Gegenteil zu beweisen...

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  • petersburg am 03.07.2018 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    nein

    da kann vieles falsch ablaufen. nein danke

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michi W. am 04.07.2018 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die Cloud

    Eigentlich ein nützliches und harmloses Werkzeug. Aber wieso muss man wieder gleich alle Daten auf eine Cloud laden? Richtig, weil sie damit noch anderes vorhaben.

  • Gratis&Franco am 03.07.2018 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das so weiter geht...

    muss ich irgendwann auch noch anfangen meine Einkäufe zu bezahlen, so ein Mist aber auch!

  • Dave74 am 03.07.2018 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Aufpassen!

    Au ja. Bringt das in die Läden. Dann brauchts, wenn überhaupt, nur noch eine Abstimmung darüber, ob der Staat die Gesichtserkennung mitbenutzen darf und die Schweizer Lemminge würden wohl frohlockend zustimmen. Ich hoffe aber, dass man künftig genauer hinschaut, wie mit solchem Datenmaterial umgegangen wird - es gäbe nämlich strikte Regeln. Und das einzig Gute an solchen Dingen ist, dass so auch die Überwacher überwacht werden können. Die Leaks der Vergangenheit haben dies schön aufgezeigt.

  • Goddybätschert am 03.07.2018 11:20 Report Diesen Beitrag melden

    ..das nur so nebenbei..

    Für alle die es noch nicht ganz verstanden haben. Es ist künstliche Intelligenz und nicht menschliche Intelligenz. Das ist ein wesentlicher Unterschied im Bereich der Zuverlässigkeit. Künstliche Intelligenz hat keinen Grund etwas zu vertuschen , verdrehen oder unrichtig zu sein im Gegensatz zur menschlichen Intelligenz.

  • Wernina am 03.07.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Privatsphäre

    @Werner: Ihr Beispiel hinkt gewaltig. Es geht hier um öffentliche Bereiche, zu denen jeder Zutritt hat und nicht um Ihre eigene Wohnung.

    • Tommy S. am 03.07.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

      nicht ganz richtig

      Das ist so nicht ganz richtig.. Läden sind keine öffentlichen Bereiche.

    • Tobias am 03.07.2018 11:48 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht öffentlich

      Seit wann sind Läden öffentliche Bereiche. Es geht hier um Waren die dem Laden gehören und man darf hier also einfach zu jemandem nach Hause und sich die Waren anschauen. Meiner Meinung nach ihr gutes Recht diese auch entsprechend zu schützen.

    • Asterix am 03.07.2018 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      @Tommy S.

      Dann sind Restaurants dies aber auch nicht. Und trotzdem hatte die Bevölkerung die Dreistigkeit abzustimmen, ob in Restaurants geraucht werden darf oder nicht? Das heisst also, dieses Gesetz mischt sich hier eindeutig ins Privatleben ein? Dann ist es eigentlich ja ungültig und das Rauchverbot kann in die Tonne geschmissen werden.

    • Steff am 03.07.2018 20:39 Report Diesen Beitrag melden

      ......

      Asterix beim Rauchen geht es aber um Gesundheitsgefährdung Dritter.

    • peter laufmann am 04.07.2018 06:16 Report Diesen Beitrag melden

      tzzz, gut gibt es Sündenböcke...

      ...und beim Autofahren, Fliegen, Landwirtschaft, Pharma usw. spielt dies aber überhaupt keine Rolle!

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