Hardware-Test

05. November 2018 12:06; Akt: 05.11.2018 13:30 Print

Ist das iPad Pro der Computer der Zukunft?

Apple setzt mit dem iPad Pro auf Speed, XXL-Speicher und maximalen Nutzen für Superuser. Das Tablet im Test von 20 Minuten.

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Apple hat Ende Oktober zwei neue iPad-Modelle vorgestellt. Das Pro-Modell gibt es als 11- und als 12,9-Zoll-Variante. Das Tablet wird ab dem 7. November verkauft. 20 Minuten konnte das Gerät vorab ausprobieren. Erneuert wurde der Eingabestift. Der sogenannte Pencil kann nun per Magnet an das Tablet angedockt werden. Beim Transport sollte man aber vorsichtig sein, da er wegfallen kann. Sowieso gibt es beim neuen iPad-Modell viele Magnete, wie nachfolgende Bilder mit einer Flux-Folie zeigen. Auf der Oberseite sind sie verbaut, um den Stift zu laden. Im Gerät selbst sorgen mehrere Magnetcluster dafür, dass die Schutzhülle in der richtigen Position einschnappt. Der grosse runde Punkt ist übrigens einer von vier Lautsprechern. Die Flux-Folie zeigt den Magnetfluss auf. Die Gesichtserkennung Face ID funktioniert beim iPad sowohl in der vertikalen, ... ... als auch in der horizontalen Position. Praktisch: Hat man ein Keyboard-Cover, kann man auch einfach auf die Leertaste doppelklicken, um das Gerät per Face ID zu entsperren. Neu ist der USB-C-Anschluss, der statt des proprietären Lightning-Ports verbaut ist. Damit können eine Vielzahl von Geräten nun ohne Adapter direkt an das iPad angeschlossen werden. So zum Beispiel externe Monitore. Apple verspricht mit dem iPad Pro Grafikleistung auf Augehöhe mit Microsofts Spielkonsole Xbox One S. Man darf gespannt sein, ob damit nun Spielentwickler ihre Games auf iOS portieren werden. Spannend dürfte 2019 werden. Adobe hat für nächstes Jahr eine Vollversion von Photoshop fürs iPad angekündigt. Das dürfte neue Profi-Nutzer auf die Plattform locken. Das iPad Pro verkauft Apple ab 899 Franken. Das teuerste Modell kostet 2219 Franken.

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Die Prioritäten sind klar. Zwar hat Apple bei der Präsentation letzte Woche auch einen Mac Mini und ein Macbook Air gezeigt. Am meisten Platz wurde aber dem iPad Pro eingeräumt. Denn für den kalifornischen Hersteller ist das der Computer der Zukunft. CEO Tim Cook hatte dies schon in der Vergangenheit mehrfach betont. 20 Minuten konnte das Gerät bereits einige Tage testen.

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Tatsächlich fühlt sich das neue iPad Pro mehr als je zuvor wie ein Computer an. Die Gestensteuerung macht Multitasking einfacher denn je, der Bildschirm ist mit einer Wiederholungsrate von 120 Hz immer noch ein Augenschmaus und der A12X-Prozessor ist eine Kampfansage an die Konkurrenz und andere Apple-Abteilungen. Die Rechenpower des Chips kann sogar mit einigen Macbook-Pro-Modellen mithalten.

Auch der Eingabestift, der Pencil, wirkt durchdachter als sein Vorgänger. Er wird neu kabellos geladen, die mattierte Oberfläche ist weniger rutschig, und weil er auf einer Seite abgeflacht ist, rollt er auch nicht mehr vom Tisch. Angedockt an das Tablet sollte man ihn dennoch nicht transportieren. Holt man das Gerät schwungvoll aus der Tasche, kann sich der Stift lösen.

USB-C statt Lightning

Ein Novum fürs iPad ist der USB-C-Anschluss. Dieser ersetzt den proprietären Lightning-Anschluss. Verbaut ist ein USB 3.1 Gen 2. USB-C wird von zig Herstellern genutzt. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten. So können nun Instrumente oder Monitore am iPad angeschlossen werden. Wir haben ausprobiert, was alles möglich ist.

So lädt das iPad Pro das Huawei Mate 20 Pro via USB-C auf. Auch Fotos können vom Android-Smartphone auf das Tablet kopiert werden. Der USB-C-Adapter für Kopfhörer von Huawei hingegen hat am iPad nicht funktioniert. Apple verkauft eigene Adapter für 10 Franken. Das Anschliessen einer Kamera, im Test ein Modell der A7-Reihe von Sony, geht problemlos. Fotos überträgt das Gerät, Video-Files aber nicht.

Tablet als Monitor?

Andere externe Speichermedien lässt Apple nicht zu. Das zeigt auch der Test. Weder eine externe SSD von Samsung noch ein USB-Stick per Adapter brachten das gewünschte Resultat. Zwar öffnete sich beim Anstecken die Photos-App, doch mehr passierte nicht.

Nintendos Spielkonsole Switch wird ebenfalls vom Apple-Tablet mit Strom versorgt. Das schnelle Display des iPads (120 Hz) ist ideal für Games. Hier wünscht man sich, dass das iPad als externer Monitor für die Switch genutzt werden könnte. Das dürfte ein Traum bleiben. Denn Apple will das iPad selbst als Game-Maschine vermarkten. Das Tablet soll von der Performance her auf Augenhöhe mit der Spielkonsole Xbox One S sein.

(Video: 20M)

Versprechen an Pro-Nutzer

Mit dem iPad Pro nimmt Hersteller Apple den Profi-Aspekt ernst. Das Tablet bietet genügend Power, um herkömmliche Computer zu ersetzen. Gerade 2019 dürfte ein spannendes Jahr für Käufer des Pro-Tablets werden. Dann soll nämlich eine Vollversion von Adobe Photoshop für das iPad Pro erscheinen. Etwas, was neue Kunden anlocken dürfte. Ob das Gerät in der Tat der Computer der Zukunft ist, muss jeder für sich selbst aufgrund seiner Anforderungen entscheiden.

Das Gerät ist aber nicht nur unverschämt schnell, sondern auch unverschämt teuer. Das iPad Pro mit 1 TB Speicherplatz kostet bis zu 2219 Franken – Tastatur und Pencil nicht inklusive. Wer nur ein Tablet benötigt, um darauf Netflix zu schauen und ab und zu etwas per Handschrift zu notieren, ist mit dem 9,7-Zoll-iPad (ab 379 Franken) oder einem Samsung Tab S4 (ab 579 Franken) besser bedient.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Teddy B.Scheuert am 05.11.2018 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft?

    Kann keine Videos von einer Kamera herunterladen.. kann keine externen Harddisks erkennen? Mit Windows98 konnte man das schon.. Und Apple nennt dies den PC der zukunft? :-D 20 Jahre später :-D

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  • Sevi am 05.11.2018 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nein

    Apple und Zukunft passen nicht in einen Satz :)

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  • Bruno am 05.11.2018 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Zu teuer

    Das Preisleistungsverhältnis stimmt nicht. Solange z.B. keine 3-D Animationen berechnet werden können, bleibe ich beim PC.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andri72 am 06.11.2018 20:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Definitiv

    Zukunft ? ...für alle die ein echter Computer zu kompliziert ist?Hab meiner Mutter eins verschenkt,seid dem Tag habe ich ruhe .Nicht andauernd anrufe weil der Laptop nicht so funktioniert wie sie möchte.Die meisten "normalen "benutzen ein PC maximal für E-Mail,Korrespondenz oder Video /Music zu hören.Ein IPad /Pad jeglicher Hersteller, genügt den meisten eigentlich!Die meisten haben kaum ne Ahnung und Geduld für einen PC! Ja,ist meine Antwort! Wohin dies uns hinführen wird ?

  • Lumière am 06.11.2018 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer Apple-Produkte kauft...

    tut die nicht aus professionellen Gründen. Es ist eher ein Prestige-Produkt zum herzeigen. Natürlich hat das iPad unglaublich hohe Verkaufszahlen, aber davon sind über 90% nur private Käufer, die es als State of the art sehen. Es wird sowieso nicht mehr damit gemacht als im Netz gesurft, Facebookspiele gespielt, Filme auf Netflix geschaut und ein bissl mit dem Pencil gemalt. In den technischen Berufen hauptsächlich, kommen echte PC's zum Einsatz. Aber jedem sei sein iPad gegönnt und jeder soll damit machen, was ihm Spaß macht.

  • Geissenpeter am 06.11.2018 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    iPad war schon immer die Zukunft

    aber nur von Apple Freaks.

    • Cara am 06.11.2018 15:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geissenpeter

      Nicht jeder steht auch auf den selben Käse! Ist auch gut so! Sonst gebe es hier nicht eine unendlich lange Diskussion zum teil recht interessant wie es Leute gibt, die die ganze Vorgeschichte überhaupt nicht kennen von Apple und Microsoft und fleissig schreiben! ;-)

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  • Wohlehernicht am 06.11.2018 13:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wer heute noch "I"Irgendwqas kauft...

    Lebt garantiert nicht in der Zukunft. Es gibt schon lange bessere und günstigere Varianten zu Ipad & Iphone!

  • Dean am 06.11.2018 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    iPad sind super, jedoch kein Ersatz

    Seit ich ein iPad habe brauche ich meinen Desktop PC daheime nur noch zum Steuern ausfüllen. Für Word, Excel benutze ich das Geschäftsnotebook (falls mal all quartal was bearbeitet werden muss). Sonst iPad zum Surfen, Tagi lesen, Youtube, Gamen. Geht alles perfekt. Es ist sicher kein Ersatz für den PC, aber deckt 90% der Bedürfnisse ab. Und Netflix auf nem Laptop im Bett zu schauen oder zu surfen ist einfach unhandlich, da ist das iPad schon der Hammer :-) Und wenn man es so häufig braucht pro Tag, relativiert sich der Preis über eine Laufzeit von 4 Jahren.