Sicherheitscheck

25. April 2019 09:48; Akt: 25.04.2019 09:48 Print

Flughafen-Kamera zeigt Genitalien von Reisenden

Beim Sicherheitscheck an US-Flughäfen wird eine neue Kamera getestet. Diese offenbart allerdings mehr, als eigentlich geplant war.

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So sieht das TAC-System aus. Unten befindet sich die Kamera, oben ist das Notebook, um das System zu bedienen. Das TAC-System kann laut dem Hersteller Thruvision in mehreren Szenarien nützlich sein. So könne es zum Beispiel fix installiert werden, ... ... oder aber als mobile Einheit genutzt werden. Der Clou: Die Kamera kann unter Kleider sehen. Nun macht das System Ärger. Die verantwortliche Behörde Transportation Security Administration, kurz TSA, spricht von «Datenschutzrisiken». Mit TAC sollen versteckte Waffen, Geld oder Drogen sichtbar gemacht werden können. Das Problem: Die Mitarbeiter sehen mit dem System auch die Genitalien der Passagiere. Einen entsprechenden Schutz im System gebe es bisher nicht. Man arbeite nun aber an einem Update. Es ist nicht das erste Mal, dass ein solches System für Ungemach sorgt. Zwischen 2007 und 2013 wurden in den USA Scanner eingesetzt, die Qz.com als «virtuellen Strip» bezeichnet. (Symbolbild) TSA-Mitarbeiter sahen Genitalien, Brüste und Po. Die Behörde wurde darum vom Electronic Privacy Information Center verklagt. (Symbolbild) Weiter sollen bis 2023 bis zu 97 Prozent aller abreisenden Flugpassagiere biometrisch erfasst werden. So wird das System mit dem Namen «Biometric Air Exit» umgesetzt. So sei geplant, künftig Gesichter aller Fluggäste zu scannen, die das Land verlassen. Das System wurde bereits an 15 Flughäfen, etwa am O'Hare-Airport in Chicago (Bild) getestet. Kritiker sehen im Einsatz der Gesichtserkennung eine Verletzung der Privatsphäre. Gesichtserkennung ist auch auf anderen Kontinenten ein Thema. So wurde ein ähnliches System 2018 auch von Qantas am Flughafen von Sydney getestet. Auch am Flughafen Zürich gibt es seit Ende 2017 Gesichtserkennung. Hierzulande dient die Technologie bei den sogenannten ABC-Schleusen (Automated Border Control) der beschleunigten Einreise.

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Eine unscheinbare schwarze Box scannt an mehreren Flughäfen in den USA die Passagiere. Nun macht das System Ärger, denn die verantwortliche Behörde, die Transportation Security Administration (TSA), äussert in einem Bericht «Datenschutzrisiken».

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Wie die Newsplattform Qz.com schreibt, stammt die neue Kamera vom Hersteller Thruvision (siehe Bildstrecke). Das so genannte TAC-System kann aus bis zu zehn Meter Entfernung diverse Gegenstände unter der Kleidung von Passagieren sehen. Dazu zählen Metall, Kunststoff, Keramik, Gel, Flüssigkeit, Pulver und Papier.

Genitalien, Brüste und Po

Doch neben Gegenständen werden auch andere Dinge sichtbar, die sich unter der Kleidung verbergen. So offenbart die Kamera auch Genitalien. Die Mitarbeiter des TSA erhalten die Daten grafisch aufbereitet. Bei genau diesen visuellen Daten liege das Problem, erklärt die TSA.

Nun arbeite man an einem Update. Dieses soll 250'000 Dollar kosten. Bisher hat die TSA schon rund 660'000 Dollar in TAC investiert. Es ist nicht das erste Mal, dass ein solches System für Ungemach sorgt. Zwischen 2007 und 2013 wurden in den USA Scanner eingesetzt, die Qz.com als «virtuellen Strip» bezeichnet. TSA-Mitarbeiter sahen Genitalien, Brüste und Po. Die Behörde wurde darum vom Electronic Privacy Information Center verklagt.

Gesicht wird gescannt

Weiter wollen die US-Behörden auch bei den biometrischen Daten vorwärtsmachen. So sei geplant, künftig Gesichter aller Fluggäste zu scannen, die das Land verlassen, wie Qz.com schreibt. Das System soll den Boardingpass ersetzen. Es wurde schon an 15 Flughäfen und bei total 15'000 Flügen getestet. Darunter waren zum Beispiel der Hartsfield-Jackson-Flughafen in Atlanta oder auch O’Hare in Chicago. Zwei Millionen Passagiere wurden bereits so abgefertigt. 7000 davon waren länger in den USA, als sie hätten sein dürfen, heisst es im Bericht.

Die Fotos vom Gate werden mit den Daten von Pässen oder Visa verglichen. Ein Passagier, der Mitte April mit dem neuen System konfrontiert war, schrieb auf Twitter: «Hat die Gesichtserkennung die Bordkarten ersetzt, ohne dass ich es wusste? Habe ich dem zugestimmt? Und: Wie besorgt soll ich sein?»


Kritiker sehen im Einsatz der Gesichtserkennung eine Verletzung der Privatsphäre. Der US-Kongress hat bereits 2004 entschieden, dass ein solches Ein- und Austrittssystem eingeführt werden soll. Nun will man die Technologie mit dem Namen Biometric Air Exit rasch vorantreiben. Laut einem Bericht (PDF) des Department of Homeland Security wolle man bis 2023 mit der Gesichtserkennung bis zu 97 Prozent aller abgehenden Flugpassagiere erfassen.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kain E. Ahnung am 25.04.2019 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was nun?

    Das System soll "unter die Kleidung blicken" können und nun ist man überrascht, dass man dort Brüste und Penisse entdeckt? Ja was jetzt?!

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  • Die Amis wollen das am 25.04.2019 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Geht mir zu weit

    Mir geht das alles zu weit. Muss mir keiner sagen, dass diese Entwicklung normal ist. Profitieren tun nur die Mächtigen. Aber wir verlieren Privatsphäre und Würde. Sicherer wird die Welt wegen dem kein bisschen.

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  • Dave74 am 25.04.2019 10:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wozu schämen?

    Fand das schon immer faszinierend. Man lässt sich lieber begrabschen und durchleuchten, als dass man dort einfach nackig durchgeht. Könnte ja abgeschirmt geschehen, aber nein, das in vielen Religionen auferlegte Schamgefühl lässt das nicht zu. Frage mich manchmal, was manche Leute bei einem Arzt zusätzlich über sich ergehen lassen müssen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sifter Alek am 27.04.2019 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kontinentbedingung

    Da werden die Chinesen aber Freude haben.

  • Rhone Strand am 27.04.2019 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Verschiedene Menschen

    Unten sehen die Leute nicht immer gleich aus dies musste ich an mir und meiner Frau feststellen aber das hat nicht lange gedauert es ist zum Glück halt so.

  • Gunar Dödelmann am 26.04.2019 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Viele Islamisten sind ja vor den Anschlägen von Land zu Land gereist, deshalb Augen auf und mit den Behörten Weltweit kommunizieren. Der Scanner kann nützlich sein, gibt aber keine Garantie. Das Problem ist im übrigen Menschen gemacht durch falsche (Asyl) Politik und zu lockerem vorgehen und schwacher Bestrafung.

  • HM am 25.04.2019 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Titel? Frag ich mich auch wie der heisst.

    Achso... darum rennen die netten Damen nachdem ich durch das Teil bin immer auf mich zu...

  • wildfox am 25.04.2019 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RX

    In jedem schweizer Spital werden Genitalien gezeigt - zum Beispiel bei einer Beckenaufnahme! Ehrlich? Höchste Sicherheit verlangen und dann ein grosses Mimimi wegen ein paar Schnäbis und Brüsten? Das ist lächerlich...