Teurer Spass

09. Juli 2019 19:52; Akt: 09.07.2019 19:52 Print

Kinder plündern wegen «Fifa» Konto der Eltern

Vier Kinder gaben in drei Wochen fast 700 Franken aus. Sie kauften damit Spielerpakete für «Fifa 19» auf der Spielkonsole der Familie.

Bei «Fifa 19» gaben die Kinder eine Menge Geld aus. (Video: EA)
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Erst als ihr Konto leer war und die Karte nicht mehr funktionierte, merkten der Brite Thomas Carter und seine Frau, was genau vor sich ging. Ihre vier Kinder, die alle unter zehn Jahre alt sind, kauften sich für die Switch-Konsole der Familie eigenmächtig spezielle Pakete mit «Fifa»-Spielern, deren Inhalt erst nach der Zahlung angezeigt wird, sogenannte Lootboxen.

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Zwar kaufte Carter seinen Kindern auch selber ein solches Paket für etwa 8 Pfund, was knapp 10 Franken entspricht. Dabei bemerkte er jedoch nicht, dass die Kinder gesehen hatten, wie er den Kauf getätigt hatte und dies später eigenmächtig wiederholten. «Sie gaben 550 Pfund aus und bekamen trotzdem nie ihren Lieblingsspieler Lionel Messi», sagte der Vater gegenüber der BBC.

Die Katze im Sack

Zwar gab er zu, dass er nicht alle Vorsichtsmassnahmen getroffen hatte, um den Zugriff auf das Nintendo-Konto zu schützen. Jedoch hätte Carter nie daran gedacht, dass die Kinder so etwas tun würden. Als er sie mit ihren Taten konfrontierte, waren sie reumütig und sich der Auswirkungen ihrer Aktivitäten offenbar nicht bewusst. Die Konsole werde nun «auf unbestimmte Zeit» beschlagnahmt, so Carter.

Er halte es für unethisch, dass im Game Spielerpakete verkauft würden, ohne dass der Käufer wisse, was sich darin verstecke. «Man bezahlt 40 Pfund für das Spiel, was bereits viel Geld ist. Und der einzige Weg, ein gutes Team zu bekommen, ist, bei diesem Glücksspiel mitzumachen.

Kein finanzieller Schaden

Die ganze Geschichte hatte für Thomas Carter und seine Frau aber doch noch ein gutes Ende. Nintendo stimmte zu, die gekauften Spieler wieder vom Nintendo-Konto der Familie zu entfernen und das Geld vollständig zurückzuerstatten.

Wenn Sie eine Switch haben und Ihren Kindern verbieten wollen, auf der Konsole selbstständig kostenpflichtige Spiele und Erweiterungen zu kaufen, können Sie dies über Accounts.nintendo.com einstellen. Nach der Anmeldung mit Ihrem Profil ist es dort möglich, unter der Rubrik Altersbeschränkungen ein Spieler-Konto für Kinder zu erstellen und dieses zu überwachen.

(swe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Damian am 09.07.2019 20:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz machen

    Man sollte Games mit Bezahlinhalten wie Glückspiel behandeln. Leute Verschulden sich deswegen und es ist in griffweite von Kindern. Es braucht Gesetze gegen Lootboxen.

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  • Gordon F am 09.07.2019 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Spiele ...

    ... mit Lootboxen, welche mehr als nur Skins beinhalten? Solcher Pay2Win Schrott kommt bei mir sicher nicht ins Haus und würde ganz schnell aufhören, wenn nicht so viele Leute darauf reinfallen würden.

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  • Games Nator am 09.07.2019 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lausbuben

    Finde ich sehr kulant von Nintendo.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mona am 10.07.2019 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    herrlich

    ich finde die Kinder super, bravo. In der heutigen Zeit dürfen wir ja sowieso alles machen was wir wollen. Juhu

  • Ex-Fifa am 10.07.2019 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suchten

    Spielen, nicht kaufen. So hab ichs bis letztes Jahr aufgehört habe zu zocken immer ziemlich weit geschafft bei FIFA. Wer gut ist, kann sich auch ein geiles Team zusammenstellen. Aber klar, jeder hat sein Glück schon Mal mit Packs versucht.

  • Philoswiss am 10.07.2019 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    EA vor Gericht

    EA-Sprecher: Nein nein das sind keine Lootboxen, das hat nichts mit Glückspiel zu tun. Wir nennen das Überaschungsmechaniken. Richter: Man zahlt aber echtes Geld für digitale Inhalte, es ist aber nicht garantiert, dass man das bekommt was man will, richtig? EA: Ja... Richter: Das ist Glückspiel! EA: Oh! Richter: Wenn man viel Geld investiert erkauft man sich einen Vorteil im Spiel, richtig? EA: Ja... Richter: Das ist Pay to Win mit Glückspiel. EA: OH! Richter: Ihr Spiel ist freigegeben ab 0 Jahren, richtig? EA: Ja. Richter: Pay to Win, Glückspiel und das noch an Minderjährige! EA: OHH!

  • die Ritterin am 10.07.2019 15:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild?

    Also, meine Kinder durften und dürfen ziemlich viel, aber nie, NIE würden sie ungefragt Geld aus meinem Porommonaie nehmen, oder einen Spielfilm auf dem Konto meines Mannes ausleihen, oder sich aus unserem Bargeldvorrat bedienen. Irgendwie ist da ziemlich viel schiefgelaufen, dass diese Kinder den Besitz anderer nicht respektieren.

    • Andi am 10.07.2019 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @die Ritterin

      Sagen sie jetzt, bis es irgendwann doch passiert. Denn die eigenen Kinder würden ja so etwas NIE machen.

    • Dr.Schnaggler am 10.07.2019 17:55 Report Diesen Beitrag melden

      Linker Zelda

      Keine Sorge, die werden Dich höchstens nach der Kreditkarte fragen...

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  • jahn am 10.07.2019 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    nicht neues von EA

    Das ist bei EA nichts neues bringen ein halbes spiel auf den markt. Den rest darfst du noch dazu kaufen für viel Geld.