Vermögen beschlagnahmt

19. Juni 2011 23:28; Akt: 20.06.2011 12:04 Print

Kino.to-Betreiber lebte in Saus und Braus

Er besass Luxusautos auf Mallorca und in Deutschland und hatte einige Euro-Millionen auf diversen Konti: Doch jetzt wird der Kino.to-Kopf zur Kasse gebeten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach dem Schlag gegen das illegale Internet-Filmportal Kino.to hat die Justiz erste Konten beschlagnahmt, auf denen die Millionen-Gewinne der Betreiber vermutet werden. Das erklärte am Wochenende die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden gegenüber der Nachrichtenagentur dapd und bestätigte damit einen Vorabbericht des Nachrichtenmagazins «Focus».

Demnach stellten Ermittler auf Konten in Spanien, die dem Hauptbeschuldigten Dirk B. aus Leipzig zugeordnet werden, rund 2,5 Millionen Euro sicher. Zudem beschlagnahmten sie bei ihm hochwertige Computertechnik sowie drei Luxusautos in Deutschland und auf Mallorca. Laut «Focus» fanden die Ermittler auf dem deutschen Konto eines anderen führenden Kino.to-Mitarbeiters 200 000 Euro.

Erste Geständnisse

Die Ermittler sind überzeugt, dass B. der Kopf der Bande ist. Er soll das Modell des Gratis-Kinos entwickelt und im Laufe der Zeit perfektioniert haben. «Der war kein Robin Hood, der Daten einfach im Netz verteilte», sagte ein Fahnder gegenüber dem deutschen Nachrichtenmagazin. «Der hat einen Riesenreibach gemacht.»

B. schweigt laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft bislang zu den Vorwürfen. Andere Beschuldigte hätten sich zum Teil geständig gezeigt.

Wolfgang Klein, Oberstaatsanwalt in Dresden, sagte gegenüber «Fokus», dass Kino.to nicht nur Links zu illegalen Streamingangeboten bereitgestellt habe. Bei der Plattform habe es sich vielmehr um ein «hochkriminelles, profitorientiertes System» gehandelt. Die Führung habe alles sehr genau organisiert, vom «illegalen Beschaffen der Filme über das Aufladen der Hoster, die man zum Teil selbst betrieben hat, bis zur Bereitstellung der Links auf ihrer Internet-Seite».

Nur «Suchmaschine»?

Die Dresdner Ermittler hätten mit der Staatsanwaltschaft München zusammengearbeitet, wo seit Dezember 2009 ein Verfahren gegen Kino.to lief. Dies war auf Betreiben eines Filmproduzenten und -verleihers aus Bayern aufgenommen worden. Die Kino.to-Betreiber hatten die Plattform als Suchmaschine bezeichnet, mit der Nutzer im Internet nach Filmen suchen konnten.

Die Polizei war Anfang Juni bundesweit gegen die Betreiber der Internetseite Kino.to vorgegangen. Kino.to ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Dresden das grösste deutschsprachige Portal, über das Raubkopien von Spielfilmen und Serien verbreitet wurden. Die Seite hatte etwa vier Millionen Nutzer täglich. Der Schaden für die Filmwirtschaft und die Gewinne der Hauptbeschuldigten lägen im Millionen-Euro-Bereich.

(ap)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dude am 20.06.2011 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Minderwertig

    Wer schaut schon so minderwertige Qualität wie auf Kino.to und/oder bezahlt dafür sogar noch etwas bzw. lässt sich mit Werbung vollklatschen? Richtig, Web-Noobs, welche der Zeit schon immer um Jahre hintendrein waren/sind...

  • Alba am 20.06.2011 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist der Verbrecher?

    Die arme Filmindustrie kann einem wirklich leid tun. Das ein Filmstar für 3 Wochen Arbeit mehr als 20 Mio bekommt ist grotesk und für mich genauso kriminell. Denn bezahlen dürfen die Millionen die Kinobesucher. Im Gegensatz dazu finde ich solche Leute, wie den kino.to-Betreiber sehr sympathisch, der seine Klientel nicht so dreist ausnimmt. Ich werde jedenfalls nicht mehr ins Kino gehen.

    einklappen einklappen
  • marvin heider am 20.06.2011 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    keine wirklichen legalen Alternativen

    ich wäre gern bereit, für gute quali auch gutes geld zu zahlen. da es aber keine wirklich guten sinnvollen alternativen gibt, lade ich halt schwarz. wenn "hollywood "das internetzeitalter nicht verpennt hätte, gäbs das prob gar nicht!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Paul Green am 30.06.2011 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Gesunder Menschenverstand (3)

    Und wenn man findet die Filmindustrie hat sowieso genug Geld wenn sie solchen Schrott produzieren kann; ist es dann die einzige Lösung zu sagen, für solchen Schrott will ich nichts bezahlen, das schau ich lieber auf kino.to? Wenn es ja solcher Schrott ist (was ich übrigens auch finde! ;)), dann gibt es genau eine einfach Lösung um diesem Trend entgegenzuwirken. Gar nicht erst schauen, weder im Kino noch im Stream. Man hat ja hoffentlich noch andere Hobbys als sich aus Langweile Filme anzuschauen, welche man eigentlich ziemlich Scheisse findet, oder?

  • Paul Green am 30.06.2011 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gesunder Menschenverstand (2)

    Man kann also nicht bestraft werden für den Konsum, aber man unterstützt mit dem Benutzen einer solchen Website die Betreiber und ihr illegales Geschäft. Würden alle auf diese Art Filme schauen würde das auf die Länge nicht mehr funktionieren. Natürlich, momentan geht das, weil es genug Leute gibt, die das eben nicht unterstützen. Aber macht man sich es nicht etwas zu einfach wenn man einfach sagt: Ich mach mich nicht strafbar und ich will jetzt und hier, gratis und ohne Aufwand konsumieren es gibt ja genug gute Leute die das ausbaden?

  • Paul Green am 30.06.2011 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gesunder Menschenverstand (1)

    Salat: 5.-- Hauptgang: 10.-- Getränk: 2.-- etc. Da versteh ich auch jeden, der sich sein Mittagessen einfach klaut. Dann kostets ja nichts. Mit dem Unterschied, dass das im Gegensatz zu "kino.to-Konsum" komplett illegal ist und man sich strafbar macht. Aber geht es um das? Ob man sich strafbar macht oder nicht? Auch wenn man sich nicht strafbar macht, weiss man doch, dass man etwas konsumiert , wofür andere Leute bezahlen. Und man weiss, dass die Betreiber dieser Seite sich definitiv strafbar machen. >

  • jonnyswiss am 24.06.2011 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Vorschau keinen Anreiz fürs Kino

    Ich war seid Jahren nicht mehr im Kino. Da ich kaum Zeit hatte mir solche Seiten zu suchen hatte ich auch nie eine Vorgeschmack der mich hätte reizen können, dahin zu gehen. Nun gut, jetzt weich ich, wo die Seite war, bekomme aber auvh den "Vorgeschmack" nicht mehr und somit zieht mich auch weiterhin nichts ins Kino - die wirklich guten Filme laufen ja dannn ein Jahr später im TV und ich denke mir manchmal nur, derr effekt eines Kinos dazu wäre jetzt toll - aber ja nu, die Filmeindustrie will das ja nicht - und somit meine ich, entging dieser Industrie durch kino.to auch nicht wirklich viel

  • F. W. am 22.06.2011 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Google

    Solange es Google geben wird, kann man noch so viele Seiten wie kino.to oder drei.to vom Netz nehmen! Denn wie sicher schon gesagt gibt es hunderte solcher Seiten und wie wir alle wissen: Google findet alles!