«Retro-Kult»

01. Juli 2014 23:46; Akt: 01.07.2014 23:46 Print

Künstler würdigen Teletext mit Pixel-Bildern

Vom 14. August bis am 14. September findet das International Teletext Art Festival statt. 18 Künstler zeigen während einem Monat ihre verpixelten Arbeiten.

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Dieses Jahr findet bereits zum dritten Mal das International Teletext Art Festival statt. Die Kunstausstellung präsentiert 2014 die Werke von 18 Künstlern. Der britische Teletext-Künstler Dan Farrimond war mit vier seiner Werke am letztjährigen ITAF vertreten. Eines davon war das hier gezeigte «Goodtimes». Der schwedische Lo-Fi-Künstler Goto80 ist auf audiovisuelle Improvisation spezialisiert, die er bereits auf der Transmediale in Berlin und in der Bonniers Konsthall in Stockholm präsentiert hat. Gezeigte Animation ist Teil seines Werks «Remote Control Music Studio!», das ebenfalls 2013 am ITAF ausgestellt wurde. Erinnert an Mike Shiva, ist aber ein Werk des Münchner Heimcomputer-Musikers, Internet-Künstlers und Experten für Digitale Folklore Dragan Espenschied. Gemäss der offiziellen Website des ITAF hat US-Künstler Max Capacity «einen Fetisch für veraltete Medien und Elektronik». Da ist er am Teletextkunstfestival ja bestens aufgehoben! Nach einem Titel für das hier gezeigte Werk musste er wohl kaum lange hirnen: Es heisst «Brain». Die Spanierin Raquel Meyers arbeitet mit Low-Res-Grafik und Fotografie für Aufführungen, Web, Video und Installationen. Ihre Teletext-Bilderreihe «The Journey of the Sun» wurde ebenfalls am letztjährigen ITAF gezeigt. 2013 ging der im Rahmen des International Teletext Art Festival (ITAF) verliehene Teletext Art Prize an die in Berlin lebende Künstlerin Kathrin Günter. Sie wurde für ihre Serie «Lindsay Lohan's Mug Shot Cabinet» ausgezeichnet. Das diesjährige International Teletext Art Festival findet vom 14. August bis 14. September statt und zeigt Werke von 18 Künstlern. Die Arbeiten können in besagtem Zeitraum auf den entsprechenden Teletext-Seiten von SRF, ARD, ORF und Arte begutachtet werden.

2013 ging der im Rahmen des International Teletext Art Festival (ITAF) verliehene Teletext Art Prize an die in Berlin lebende Künstlerin Kathrin Günter. Sie wurde für ihre Serie «Lindsay Lohan's Mug Shot Cabinet» ausgezeichnet.

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Seit 2012 findet jedes Jahr das International Teletext Art Festival (ITAF) statt. Organisiert wird es von der finnischen Künstlerkooperative FixC in Zusammenarbeit mit den Teletext-Diensten der öffentlich-rechtlichen Sender ARD, ORF, SRF und neu Arte. Die Kunstausstellung zeigt vom 14. August bis 14. September im Teletext der genannten Sender Arbeiten von 18 Künstlern. Ausserdem können die Werke des ITAF 2014 auch im Museumsquartier in Wien, auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin sowie im Fernsehzentrum des Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) bestaunt werden. In Letzterem findet auch die Eröffnung des Festivals am 14. August statt.

Ziel der Ausstellung sei es, das Bewusstsein für das Medium beim TV-Publikum aufrechtzuerhalten, meint Julien Kurt, Leiter Communication & PR bei Swiss TXT. «Durch sein Pixel-Design ist der Teletext zum wahren Retro-Kult geworden», ergänzt er. Letztes Jahr besuchten die Ausstellung allein im ARD Text über 900'000 Besucher.

1974 erfanden englische Fernsehtechniker der BBC den heutigen Teletext. Seit 1984 wird er auch im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt. Der TV-Nachrichtendienst im Pixellook scheint zwar aus heutiger Sicht etwas veraltet, erfreut sich aber nach wie vor grosser Beliebtheit. Gemäss Kurt nutzen heute noch immer rund 800'000 Schweizer täglich den Dienst, um sich über «das Wichtigste in Kürze» zu informieren. Bemerkenswert: Ein Drittel der Schweizer Teletext-Konsumenten ist unter 35 Jahre alt.

Als Hauptgrund für die rege Nutzung von Teletext nennt Kurt die Seriosität, die hinter dem Dienst steckt. «Der Teletext ist das glaubwürdigste Medium in der Schweiz», meint er – auch wenn die Zahlen wegen des Aufkommens modernerer Technologien (beispielsweise HBBTV) rückläufig seien.

Nähere Informationen zum ITAF 2014 gibts hier.

(pst)