«Jim Balsamico»

04. Juli 2019 15:34; Akt: 04.07.2019 16:09 Print

Leite diese Whatsapp-Nachricht ja nicht weiter

Derzeit verunsichert ein Schreiben die Whatsapp-Nutzer. Es soll von den Entwicklern stammen. Das steckt hinter dem Kettenbrief.

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Eine gigantisch lange Nachricht kursiert im Juli 2019 bei Whatsapp. Der Inhalt könnte Empfänger verunsichern. «Es gibt zu viele Nutzer bei Whatsapp», schreibt ein gewisser Jim Balsamico, angeblicher CEO des Messengers. Alles Mumpitz. Der Brief besteht aus einzelnen Kettenbriefen, die teils schon jahrelang auf dem Messenger die Runden machen. Kettenbriefe sorgen bei Whatsapp immer wieder für Ärger. So auch dieser, der Ende 2018 die Runde machte. Es ging darum, ein Rätsel zu lösen. Als Strafe für das falsche Beantworten sollen die Nutzer drei Tage lang ein Bild des Dabbing Santa Claus als Profilbild verwenden. Im Jahr 2016 kursierte bei deutschen Schülern ein Kettenbrief mit einer Morddrohung in Form einer Spachnachricht. «Hi, ich bin Nico und neun Jahre alt», scheppert eine Stimme aus dem Smartphone, «und mein Gesicht ist voller Blut.» Der Absender der unheimlichen Whatsapp-Botschaft forderte den Hörer auf, die Nachricht innert 20 Minuten an mindestens 20 Freunde weiterzuleiten. «Sonst komme ich um Mitternacht zu dir und bringe dich um», drohte die Stimme. Dieses Bild aus einem Youtube-Clip soll Teresa darstellen. «Ich beobachte dich die ganze Nacht», kündigt die Frau in einem Kettenbrief an. «Wenn du dies nicht an 20 Personen weiterschickst, schlafe ich ab heute in deinem Bett.» Angeblich soll Teresa bei einem Autounfall gestorben sein. Der Kettenbrief machte jedoch lediglich Werbung für einen portugiesischen Film Wie ein Lauffeuer verbreitete sich 2015 die Warnung vor einem Link, der sich bei Anklicken angeblich als Virus entpuppen würde. Die Nachricht, die mit dem Betreff «On Est Tous Paris» oder «We all are Paris» als E-Mail, SMS oder Whatsapp verschickt wurde, entpuppte sich als Falschmeldung. Vor etwa sechs Jahren kursierte ein Kettenbrief, der behauptete, dass Whatsapp für die Nutzer kostenpflichtig werde. Um Whatsapp weiterhin kostenlos verwenden zu können, müsse man sich als Vielnutzer kennzeichnen. Dazu gelte es, die Nachricht an zehn weitere Personen zu senden. Es war alles Humbug. Ein weiterer Fall von einem Kettenbrief war die sogenannte Momo-Challenge, die vor allem jüngere Whatsapp-Nutzer erschreckte. Die spanische Polizei warnte bereits im Juni davor, dass man die angegebene Nummer nicht bei Whatsapp hinzufügen solle, sonst bekomme man das Gesicht dieser Frau zu sehen. Erst später schwappte das Phänomen auch in die deutsche Sprachregion über. Wie später bekannt wurde, handelt es sich bei dem grusligen Antlitz um eine Skulptur aus Japan, die in einer Kunstgalerie in Tokio gezeigt wurde. Streng genommen fällt auch die sogenannte Ice Bucket Challenge, die vor etwa vier Jahren aktuell war, unter die Kategorie der Kettenbriefe. Meist auf Facebook wurden Personen getaggt, die es jenen im Video gleichtun sollen. Mit dabei waren neben George W. Bush (Bild) auch Promis wie Roger Federer oder Bill Gates. Ein weiteres Beispiel ist dieser Kettenbrief, der 5000 kostenlose Schuhe von Adidas verspricht. Natürlich existieren diese Gratisschuhe nicht, denn die verlinkte Website führt zwar angeblich zu Adidas.com. Beim genaueren Betrachten lautet die Adresse jedoch Adîdas.com, eine fast identische URL, bei der das i jedoch aus einem Sonderzeichen besteht. Das Motiv lag hier wohl dabei, an Daten von ahnungslosen Nutzern zu gelangen. Sogar möglicherweise lebensbedrohlich war dieser Kettenbrief. Er gab Tipps, wie man sich bei einem Herzinfarkt Zeit verschaffen könne, und zwar, indem man speziell huste. Dies nützt bei einem Herzinfarkt jedoch gar nichts. Stattdessen sollte man sich Hilfe holen oder den Notfall anrufen.

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Eine gigantisch lange Nachricht kursiert gerade bei Whatsapp. Der Inhalt könnte Empfänger verunsichern. «Es gibt zu viele Nutzer bei Whatsapp», schreibt ein gewisser Jim Balsamico, angeblicher CEO des Messengers. Er droht: Wenn man die Nachricht nicht in 48 Stunden an zehn Kontakte weiterleitet, werde das Konto gelöscht und eine Gebühr von 25 Euro erhoben.

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Doch was steckt dahinter? Mimikama.at, eine Plattform zur Aufklärung über Internetbetrug und Falschmeldungen, hat die Nachricht analysiert. Die Kurzfassung: alles Mumpitz. Der Brief bestehe aus einzelnen Kettenbriefen, die teils schon jahrelang auf dem Messenger die Runden machten. Whatsapp wird natürlich nicht kostenpflichtig und einen Jim Balsamico gibt es auch nicht.

Mysteriöser Nico

Kettenbriefe sorgen bei Whatsapp immer wieder für Ärger. Einige davon sind sogar potenziell gefährlich. Andere besonders verstörend. Anfang 2019 machte eine Sprachnachricht die Runde, in der angeblich ein 9-jähriger Nico spricht. Er machte Empfängern mit eindeutigen Drohungen Angst. Auch Nicos Kettenbrief war damals nicht neu. Laut Mimikama machte die Nachricht in ähnlicher Form schon 2013 und 2017 die Runde.

Vorsicht vor Links

Das Prinzip von solchen Kettenbriefen ist immer das gleiche: Auf keinen Fall soll der Weiterversand unterbrochen werden, und bei Nichtbeachtung wird mit dramatischen Folgen gedroht. Das Beste ist es, solche Nachrichten einfach zu löschen und sie nicht weiterzuleiten. Zudem sollte man keine Links anklicken oder Anhänge öffnen, da sich dahinter Viren oder Schadsoftware verbergen könnten.

Anfang 2019 hat Whatsapp gegen Falschnachrichten und auch gegen Kettenbriefe eine neue Funktion eingeführt. Seit dann können Botschaften nur noch an fünf Empfänger weitergeleitet werden.

Der Messenger Whatsapp ist bei Betrügern aller Art beliebt. Denn weltweit nutzen mehr als 1,5 Milliarden Menschen den Messenger. Die Firma wurde 2009 von Jan Koum und Brian Acton gegründet. Sie hatten vorher bei der Suchmaschine Yahoo gearbeitet. Im Jahr 2014 übernahm der Facebook-Konzern Whatsapp für 19 Milliarden Dollar. Die zwei Gründer arbeiten heute nicht mehr bei Whatsapp.

(tob)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B-Style am 04.07.2019 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Wir schreiben das Jahr 2019 und es gibt tatsächlich noch Menschen, die solch einen Schwachsinn glauben und weiterleiten? Vermutlich dieselben, die im Sommer mit Unterhosen unter den Badehosen rumlaufen...

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  • Alf Melmacker am 04.07.2019 16:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hatte mal Erfolg mit weitersenden

    Ich warte immer noch auf die 7.5 Mio. $ von Prinz Lubamba aus Nigeria, hoffe sie kommen bald.

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  • Fritz am 04.07.2019 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich......

    Dachte die funktion Kettenbrief sei blockiert worden bei Whatsup?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andi Schlatter am 05.07.2019 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Immer dieses Sicherheitstheater

    Mein Ihr Zuckerberg sitzt den ganzen Tag am Tisch und liest all Eure Nachrichten oder schaut wo ihr wart? Selbst wenn, er darf gerne wissen wann ich im Urlaub bin, wann ich aufs Klo gehe. Das wird ihm rein gar nichts nützen. Ich bestimme selber was ich kaufe und von was ich mich beeinflussen lasse. Ich kenne keine einzige Werbung, weil ich dem Mist aus dem Wege gehe. Und wenn mal ein Betrugslink kommt, löschen und weitergehen. Sehe das Problem nicht.

    • Brotli am 05.07.2019 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andi Schlatter

      Algorithmen machen das. Informieren sie sich mal über Cambridge Analytics. Da erwischt es jeden, keine Chance das zu erkennen.

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  • Ephraim Lercher am 05.07.2019 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so geht das

    Der Kettenbrief ist schon gut und richtig. Man muss ihn nur richtig verstehen und dann auch die richtige Konsequenz ziehen. Die da hauptsächlich wäre: Jeder, der sich zu dumm erweist, indem er mir so etwas weiterleitet, wird gelöscht und blockiert.

  • Hotwith am 05.07.2019 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut betrifft mich das nicht

    ich bin kein fan von KB daher würde ich diese nachricht sofort löschen

  • Christoph gubler am 05.07.2019 11:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    5 statt 10

    Schon das Weiterleiten an 10 Personen solte einem merken lassen das da was nicht stimmt denn mitlerweile kann man nur noch an max. 5 Leuten eine Nachricht Weiterleiten. Desweiteren ein HR Balsamico nehme ich zu Tomaten Mozarella Salat. ;)

  • Ueli Steck am 05.07.2019 06:32 Report Diesen Beitrag melden

    Whatsapp ist out

    100. Bericht das Whatsapp unsicher ist. Müllapp deinstallieren und Threema laden und nutzen. Danach habt ihr Ruhe.

    • Laferi am 05.07.2019 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ueli Steck

      Stimmt Ruhe, kenne niemand der Threema hat.

    • Romeo Graf am 05.07.2019 09:44 Report Diesen Beitrag melden

      Kann helfen

      Gibt sehr viele User und immer wie mehr. Der Grund dass Sie Laferi niemanden kennen ist, dass sie Threema selber nicht nutzen. Oder Ihr Soziales Umfeld beschränkt sich auf die eigenen 4 Wände?

    • Andi Schlatter am 05.07.2019 15:28 Report Diesen Beitrag melden

      Ähä..

      Und Du meinst, das ein Threema mit den Nutzerzahlen von Whatsapp immer noch gleich sicher wäre? In der Wüste passieren auch weniger Autounfälle wie in Zürich.

    • Nino Nidächt am 08.07.2019 06:22 Report Diesen Beitrag melden

      Hoffäntlich

      System und Technik hinter Threema nicht verstand. Hoffe garnicht das alles Whatsappkiddys auf Threema wechseln. Die brauchts da garnicht.

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