«Google des Darknet»

17. Februar 2020 20:43; Akt: 17.02.2020 20:48 Print

Mann soll über 300 Mio. Dollar gewaschen haben

Ein 36-Jähriger soll zwischen 2014 und 2017 über 350'000 Bitcoins aus illegalen Geschäften gewechselt haben. Das FBI hat den Mann verhaftet.

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Externe Festplatten aus Belize sollen ihn überführen. Das FBI hat Anfang Februar den 36-jährigen Larry H.* verhaftet. Dem Amerikaner wird vorgeworfen, dass er die Such-Website Grams im Darknet betrieben hat. Das Magazin «Wired» beschrieb Grams auch als «Google des Darknets». Angeschlossen an die Plattform war der Dienst Helix. Mit Helix soll H. zwischen 2014 und 2017 mehr als 350'000 Bitcoins (über 300 Millionen Dollar) gewaschen haben. Für den Wechsel wurde eine Gebühr verlangt.

Die Kryptowährung soll laut der Anklage aus illegalen Geschäften hervorgegangen sein. Mit Helix bot Larry H. einen Dienst an, der die Herkunft dieser Bitcoins verschleierte. Mit einem sogenannten Tumbler oder Mixer wird Kryptowährung aus illegalen Geschäften in nicht vorbelastete, quasi «saubere» Coins getauscht.

Umschlagplatz für Drogen

Laut der Anklageschrift betrieb der 36-Jährige ein Büro in Akron, einer Stadt mit 200'000 Einwohnern im US-Bundesstaats Ohio, oberhalb eines Restaurants. Am 6. Februar wurde er dort vom FBI verhaftet. Gleichzeitig fanden Behörden in seinem Appartement in Belize mehrere Festplatten mit Indizien, die laut FBI zeigen, dass er der Betreiber von Helix und Grams war.

Helix soll damals eine Partnerschaft mit Alphabay, einem der grössten Darknet-Marktplätze, gehabt haben. Auf der Plattform wurden Drogen, Medikamente, digitale Güter und auch Waffen gehandelt. In einer koordinierten Operation des Departement of Justice, Europol und weiteren Beteiligten wurde die Plattform im Jahr 2017 vom Netz genommen.

Bis zu 17,5 Jahre Haft

Der mutmassliche Alphabay-Betreiber, der 25-jährige Kanadier Alexandre C.*, wurde am 5. Juli 2017 in Thailand verhaftet. Die Behörden beschlagnahmten dabei 21 Millionen Dollar. Ihm drohte eine langjährige Haftstrafe. Kurz vor der Auslieferung an die USA wurde C. tot in seiner Zelle gefunden.

Wie hoch die Strafe bei einer Verurteilung für den mutmasslichen Grams-Betreiber H. ausfallen könnte, ist nicht klar. Laut Anklage könnte der 36-Jährige aber 14 bis 17,5 Jahre unter anderem für Geldwäsche und Geldtransfer ohne Lizenz hinter Gitter landen.

*Name bekannt


Das Darknet

Über 99 Prozent der Daten im Internet sind nicht über Suchmaschinen auffindbar. Man spricht hierbei vom Deep Web. Darin versteckt sich auch das Darknet. Das sind Netzwerke, die bewusst unsichtbar sein wollen. Um darauf zuzugreifen, benötigt man spezielle Software wie den TOR-Browser. Der Datenverkehr verläuft dabei verschlüsselt und über unzählige, zufällig ausgewählte private Rechner. Überwacher können so nur schwer Informationen über die Kommunikation sammeln. Die Arbeit an der TOR-Software begann 2002 an der Universität Cambridge. In der Anfangszeit wurde TOR von US-amerikanischen Behörden wie Darpa unterstützt. Seit 2006 kümmert sich die Non-Profit-Organisation The Tor Project um die Aufrechterhaltung von TOR. Finanziert wird das Projekt von der US-Regierung und privaten Spenden.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 17.02.2020 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ernsthaft nachdenken

    Damit können sich jene einmal ernsthaft auseinandersetzen welche immer wieder behaupteten das nur Bargeld der Grund so macher kriminellen Machenschaften sei y deshalb das Bargeld abgeschafft werden müsste!

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  • Alexander Hirzel am 17.02.2020 21:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darum braucht es strengere Waffengesetze?

    Warum braucht es strengere Waffengesetze wenn die Kriminellen sich über das Darknet bedienen und via Bitcoin und Kryptowährungen jegliche Sicherheitsvorkehrungen aushebeln können

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  • Mario Theus am 17.02.2020 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verfilmung bitte

    Zündstoff für einen Thriller wäre da, à la David Fincher.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • euler am 18.02.2020 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    Waschmaschine

    Ich verstehe das nicht. Das letzte Mal als ich Geld gewaschen habe, da hat es mir den Filter in der Waschmaschine verstopft; und meine Frau hat mir einen Vortrag gehalten, dass man die Taschen vor dem Waschen leeren sollte.

  • Schmetterding am 18.02.2020 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    In der heutigen Zeit

    Mit den vielen Keimen und Viren sollte schon darauf geachtet werden, dass das Geld sauber ist. Notfalls muss man es eben waschen.

  • Peter Silie am 18.02.2020 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ich wasche wöchentlich

    das Geld meiner Frau. Meist mit Total Aloe Vera.

  • Mäsä am 18.02.2020 05:44 Report Diesen Beitrag melden

    Snitching is real

    Wenn er Leute verpfeiffen kann, kommt ee wahrscheinlich mit 2- 5 jahren davon...

  • Hintertür am 18.02.2020 00:48 Report Diesen Beitrag melden

    CIA liest mit? hoffentlich doch

    "In der Anfangszeit wurde TOR von US-amerikanischen Behörden wie Darpa unterstützt. Seit 2006 kümmert sich die Non-Profit-Organisation The Tor Project um die Aufrechterhaltung von TOR. Finanziert wird das Projekt von der US-Regierung und privaten Spenden." Crypto Geschichte (Zug, CIA) in den Medien.