01. Februar 2008 13:07; Akt: 01.02.2008 13:45 Print

Meilis zweiter Streich: «Lasse mich nicht als Loser betiteln»

Ex-Wachmann Christoph Meili hat offensichtlich gefallen gefunden an der Videoplattform YouTube. Bereits meldet er sich mit neuen Botschaften zu Wort. Zum Beispiel damit: «Ich will nicht zu viel Scheiss erzählen.»

Christoph Meili zum Zweiten. (Quelle: Youtube)
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Christoph Meili ist tief gefallen. Das ist eigentlich nichts Neues. Neu ist, dass der ehemalige Wachmann, der die UBS-Akten vor dem Schredder bewahrte und eine Prozesslawine gegen Schweizer Banken auslöste, seine Enttäuschungen über YouTube verkündet.

Gerade erst zog er über seine Ex-Frau und deren Familie her, wie der «Blick» heute berichtete. Nun doppelt «swissguard007», wie er sich nennt, nach.

«Sie hat Scheiss gemacht»

«Ich lasse mich von ihr nicht als Loser betiteln und als Versager», sagt Meili in seiner zweiten Botschaft und zieht erneut über Ex-Frau Giuseppina her. Sie sei eine Lügnerin, und er könne mit ihr «überhaupt nicht reden», ausser es gehe um die beiden gemeinsamen Kinder. Meili wertet dies als «Zeichen, dass sie Scheiss gemacht hat».

Meili mimt in seiner Botschaft erneut den armen Tropf, scheint es aber selber nicht zu merken. «Ich war sehr jung und wusste nicht, worauf ich mich einlasse. Aber ich hatte auch die Eltern nicht dazu, die mich darauf vorbereiteten. Ich bin einfach hineingesprungen.»

«Aber das ist O.K., oder»

Noch einmal betont der gefallen «Aktenbewahrer», dass es der Familie seiner Ex-Frau nur ums Geld ginge. «Wir waren nur Geldmaschinen für ihre Familie und ihren Vater vor allem.» Von dem Geld, das ihm sein Schwiegervater im Falle einer Scheidung zurückzuzahlen versprochen hatte, habe er bis heute nichts gesehen, jammert Meili, ehe er hinzufügt: «Aber das ist O.K., oder.»

Auch über die UBS hat er nichts Gutes zu erzählen. Er und sein Anwalt Ed Fagan hätten an den Shareholder-Meetings gewarnt vor der Krise. «Aber man hat uns da nur ausgelacht.»

«Ich ghei das eifach use»

In Wirklichkeit ist es eher zum Weinen, was Meili bei seiner «Rede zur Nation» erzählt. Ihm gehe es um die «Wahrheit», wie er betont. Da kommt ihm YouTube gerade recht: «Ich ghei das eifach use. Damit man weiss, was wirklich gelaufen ist.» Wie es um Meilis Zustand bestellt ist, zeigt er bereits in einem seiner ersten Sätze: «Ich will nicht zu viel Scheiss erzählen, aber das was ich sage, stimmt schon.»

Marius Egger, 20minuten.ch