Unerkannt chatten

05. März 2014 23:00; Akt: 06.03.2014 09:46 Print

Messenger im Dark Net

von Philipp Stirnemann - Das Entwicklerteam hinter dem Anonymisierungsdienst Tor arbeitet an einem neuen Messenger. Für dieses Projekt kooperiert man mit dem OpenSource-Dienst InstantBird.

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Der Anonymisierungsdienst Tor arbeitet an einem neuen, auf Verschlüsselung basierenden Messenger. (Bild: Thehackernews.com)

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Obwohl Tor-Nutzer mit TorChat und BitMessage bereits über zwei WhatsApp-Alternativen verfügen, soll noch in diesem Frühjahr der Tor Instant Messaging Bundle (TIMB) erscheinen. Ziel des TIMB ist es, einen Messenger mit verschlüsselter Kommunikation anzubieten, um die Nutzer vor Überwachung seitens der Behörden zu schützen. Dabei wenden sich die Entwickler explizit an Aktivisten in Ländern, in denen die Presse- und Redefreiheit eingeschränkt ist – und politischer Kommunikation mit Einschüchterung und Verfolgung begegnet wird. Da der TIMB im TorLauncher integriert sein soll, könnte der Messenger mittel- bis langfristig zur ersten Wahl für Tor-Nutzer werden und die beiden anderen Alternativen ablösen, wie The Daily Dot schreibt. Eine erste experimentelle Version des Tor Instant Messaging Bundle soll bereits Ende März erscheinen.

TIMB soll einfach zu bedienen sein

Die Gesamtstrategie der Entwickler sieht vor, den Zugang zu Tor und dessen Bedienbarkeit für Nutzer zu vereinfachen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Zusammenhang wird auch ein anonymes OS-Betriebssystem für mobile Geräte entwickelt, das diesen Frühling in die Beta-Testphase übergeht. Als Teil dieser Strategie soll auch der TIMB einfach zu handhaben sein. Durch die Umleitung einer Internetverbindung über mehrere Clients erschwert Tor die Überwachung seitens der Behörden und ermöglicht so weitestgehend anonymes Surfen. Aus diesem zwiebelartigen Verbindungsaufbau leitet sich auch der Name «The Onion Router» ab (siehe Infobox).

Das vom US-Verteidigungsministerium mitfinanzierte Tor-Netzwerk wird allerdings nicht nur von politisch Verfolgten genutzt und macht nicht nur positive Schlagzeilen. Im sogenannten Deep Web wird oder wurde die Anonymität auch für illegale Machenschaften genutzt, wie etwa auf dem einschlägig bekannten Drogenumschlagplatz Silk Road Marktplatz.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bruno-Enrico Walter am 06.03.2014 07:05 Report Diesen Beitrag melden

    Unterbrechungen während des Surfens

    Ich arbeite schon seit etwa 3 Wochen mit dem Tor-Firfox Browser. Leider wird von irgeneiner Seite her gesperrt. Wer diese Sperrung macht habe ich noch nicht herausgefunden, aber es könnt gut der ISP (Swisscom) sein. Dank dem, dass ich von Anfang an genug Bridges heruntergeladen habe kann ich diese Sperren umgehen, jedoch ist es einfach nur Mühsam wenn während des Servens der Zugang gekappt wird. von mir aus gesehen fühle ich mich sicherer im Netz. Da mindestens 3 Server dazwischen sind. Wo sind wir? aber nicht in China wo alles zensiert und überwacht wird. Das sollte schleunigst aufhören.

  • Donz am 06.03.2014 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch sicher?

    Seit Silk Road durch Tor vom FBI infiltriert wurde (Alle serverdaten wurden monatelang einfach auf FBI und NSA Server kopiert und danach fanden weltweite razzien statt) traue ich auch Tor nicht mehr. Wiederlich wie's mit dem datafarming durch die behörfen vorangeht.

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  • Hans Vader am 06.03.2014 02:34 Report Diesen Beitrag melden

    US Finger im Spiel

    Also einem Projekt, dass zu 60% von der US-Regierung finanziert ist, vertraut doch niemand? Wenn die irgendwo Geld reinstecken haben sie IMMER ein anderes Interesse. Sei es in Software oder in ukrainischen Demonstranten - die reingesteckte Kohle muss sich in naher Zukunft wirtschaftlich oder geopolitisch für die USA zu einem Vorteil entwickeln.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Cracker am 06.03.2014 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    alternative VPN

    benutzt nicht Tor sondern VPN und surft z.B über Malaysia! Es kommt aufs Land drauf an und ob die Server geloggt werden. Auch wie diese konfiguriert wurden Socks5 etc.? Und benutzt keine VPN Dienste von Amerikanischen oder sonstigen Firmen. Sondern benutzt Anbieter aus der untergrund Scene. Denn diese bieten anonyme Bezahlung über PaySafe, Bitcoin etc. an

  • oli am 06.03.2014 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mirc bzw irc

    anonymität ist im mirc oder irc gegeben dort kann nichts mitgelogt werden

    • Bruno-Enrico Walter am 06.03.2014 21:33 Report Diesen Beitrag melden

      Bostic

      Hallo Oli und auch noch im Bostic, der kann auch nicht abgehört werden.

    • ChupaCabras am 07.03.2014 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Bruno-Enrico Walter

      Was ist >>>Bostic

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  • HrHr am 06.03.2014 08:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tor...

    ist ja nich das einzige Darknet, wem das nicht sicher genug ist, wähl doch ein anderes Darknet aus? Es gibt nicht DAS Darknet.

  • Bruno-Enrico Walter am 06.03.2014 07:58 Report Diesen Beitrag melden

    Pädophile, Abzoker etc. werden gefiltert

    Ich habe vor etwa 4 Wochen im Hr Fernsehen einen Bericht gesehen der sicher jeden Tag 2 mal wiederholt wurde in dem TOR vom Chaos Chmputerclub vorgestellt wurde. Danach habe ich mich schlau gemacht und TOR auf einen nicht produktiven MAC geladen. Heute arbeite ich täglich mit TOR. Fühle mich sicherer und habe nicht mehr das Gefühl das jeder Tastendruck verfolgt wird. Gute Sache, wenn diese richtig und seriös eingesetzt wird. Es gibt auch die Kehrseite, aber da haben die Autoren von TOR eine Massnahme eingebaut welches das schlimmste verhindert. Pädophile, Abzoker etc. werden gefiltert.

  • Donz am 06.03.2014 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch sicher?

    Seit Silk Road durch Tor vom FBI infiltriert wurde (Alle serverdaten wurden monatelang einfach auf FBI und NSA Server kopiert und danach fanden weltweite razzien statt) traue ich auch Tor nicht mehr. Wiederlich wie's mit dem datafarming durch die behörfen vorangeht.

    • Bruno-Enrico Walter am 06.03.2014 07:45 Report Diesen Beitrag melden

      viel Spass beim surfen

      Absolut unmöglich das Dir jemand folgen kann wenn Du mit TOR unterwegs bist. Du wechselst nach jeder Session die IP Adresse und von da weg bist Du wieder sicher unterwegs. Klappt ausgezeichent. Es sind jeweils mindestens 3 Bridges involviert und wenn du total unsicher bist, dann erhöhst du auf 6 oder 9 Bridges. Ich kann dir sagen, das mit 3 Bridges schon auf der sehr sicheren Seite bist. Du darfst einfach nicht verbindliche Passwörter auf einen gmx oder Google Konto eingeben wo du normal registreirt bist, denn dann finden Sie dich an Hand von diesen Daten. Aber sonst viel Spass beim surfen

    • anon am 06.03.2014 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      anon

      was willst du damit sagen?? ich hoff doch dass das fbi und sonst wer etwas gegen "böse" menschen unternimmt!

    • Info mathe am 06.03.2014 08:15 Report Diesen Beitrag melden

      Weiss und doch ein wenig Schwarz

      TOR als Netzwerk gilt heute als relativ sicher( meinem Wissenstand zumindest). Die Probleme sind die Ein und Ausgangspunkte welche zB mittels Timing attacks ausspioniert/abgehorcht werden können. Andere Möglichkeiten bestehen in Tagging und Stomping attacken. Das würde hier aber den Rahmen ein gnaz klein wenig sprengen.

    • Bruno am 06.03.2014 08:29 Report Diesen Beitrag melden

      leider nein

      Gegenteil wird auf Youtube bewiesen .... TOR ist leider untergraben ... ist auch in den Snowden Papieren zu finden meinte ich und ja natürlich die SilkRoad Story

    • juerie am 06.03.2014 08:47 Report Diesen Beitrag melden

      Hast du Dreck am Stecken?

      Wo surfst du denn rum, wenn du solche Angst hast.. möchte es eigentlich gar nicht wissen. Seriös kann das ja nicht sein...

    • Viktor P. am 06.03.2014 08:51 Report Diesen Beitrag melden

      Je häufiger desto unsicherer

      Wenn man TOR häufig für die selben Sachen, über eine längere Zeit benutzt und die Regierung nur schon relativ wenige eingene Bridges betreibt, geht die Wahrschneilichkeit, dass dein Internetverkehr identifiziert werden kann gegen 100%. Einige Vorscher hatten diesen Versuch unternommen und in kurzer Zeit mehrere hundert Nutzer sicher identifizieren können.

    • Simon am 06.03.2014 09:05 Report Diesen Beitrag melden

      @Bruno-Enrico Walter

      Nein das ist überhaupt nicht unmöglich. Wenn genügend Tor-Knoten überwacht werden, kann man fast die ganze Kommunikation über Tor nachvollziehen. Auch wenn man ein mittleres Tor-Relay betreibt, kann man die Identität der Mehrheit der Benutzer innerhalb eines halben Jahres aufdecken. Mit mehreren Tor-Relays würde die benötigte Zeit wahrscheinlich noch drastisch sinken. Da die NSA direkt Backbones und Internet-Knoten anzapft, sind beide Szenarien sehr wahrscheinlich. Wenn du mich fragst ist das komplette Tor-Netzwerk jetzt schon durchleuchtet.

    • patrick h. am 06.03.2014 11:21 Report Diesen Beitrag melden

      nicht ganz richtig

      Bruno, Du hast offenbar die FreedomHosting Aktion vom FBI vergessen. Natürlich ist es nicht möglich Rückschlüsse auf den User zu nehmen, im normalfall. Wenn jedoch eine Website infiziert wurde und der TOR User Scripts nicht deaktiviert, ist es sehr wohl möglich die korrekte Source IP zu erfahren. Die zweite Option ist wenn LEA Mitarbeiter genügend TOR Nodes bereitstellen und dein gesammter Traffic über staatliche TOR Nodes läuft, dann wissen sie auch alles. Heute mit dem ganzen Cloudcomputing ist das nicht sehr schwer und die Russen machen es bereits grossflächig.

    • IT-oldie am 06.03.2014 12:19 Report Diesen Beitrag melden

      Ach ja..?

      Wo genau stehen die nodes? und wer hatte thor entwickelt? Ein einzelner Supercrack? Im Alleingang? ..ja, sicher! Naivität lässt sich nunmal nicht in einer fixen Grösse messen... leider...! Oder wie sonst konnte z.b. Eric Eoin Marques in Irland verhaftet werden, im letzten Sommer? Zufall!?!? Denkt doch einfach mal selber nach, bitte.

    • Magneto am 06.03.2014 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Tor ist selber schuld

      Logisch wenn dort Drogen und Kinderpornos gehandelt werden.

    • Jeremy prescott am 06.03.2014 13:34 Report Diesen Beitrag melden

      CIA & TOR

      TOR wurde von der CIA mitentwickelt. TOR ist nur sicher, weil es über 3+ Nodes geht und man die Quell-IP nur EXTREM mühsam zurückverfolgen kann (trotzdem aber möglich). Wenn die 3 schnellsten Nodes aber von NSA/CIA gestellt sind, können die natürlich deine Daten leicht abgreifen. Und wegen Silkroad -> der ist nicht wegen TOR aufgeflogen sondern weil er gedacht hat er sei geschützt nur weil er von einem Caffee aus gearbeitet hat (die ganze Story ist aber noch nicht bekannt).

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