Verhaftet

30. März 2011 15:15; Akt: 30.03.2011 16:57 Print

Militärdrohne auf eBay verkauft

13 000 Dollar sollte das unbemannte Fluggerät vom Typ Raven kosten, das ein Filipino im Internet versteigerte. Nun drohen dem Mann bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Drohnen vom Typ Raven setzt die US-Armee zur Aufklärung ein. Dieses ältere Demonstrations-Video hat nichts mit dem aktuellen eBay-Fall zu tun. (Quelle: youtube.com/cccuuumememe)
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Der 47-jährige Henson Chua hatte einen hervorragenden Ruf als Verkäufer auf eBay. Ob er in den nächsten Jahren wieder auf der populären Auktionsplattform Geschäfte machen wird, ist allerdings mehr als ungewiss. Der von den Philippinen stammende Mann ist kürzlich in den USA verhaftet worden. Zuvor hatte er versucht, eine militärische Aufklärungs-Drohne vom Typ Raven an einen US-Bundesagenten zu verkaufen - für 13 000 Dollar. Nun drohen Chua bis zu 20 Jahre Gefängnis wegen Schmuggels und Verstoss gegen die US-Waffengesetze, wie Reuters berichtet.

Auch wenn wohl so mancher privater Bastler ein vergleichbares Fluggerät zusammenbauen könnte: Die Drone vom Typ RQ-11 Raven gilt in den USA als geschützte Militär-Technologie, deren Handel strengen Richtlinien unterliegt. Sie ist mit drei Kameras ausgestattet und wird von den Soldaten zur Überwachung des Schlachtfelds und zur Aufklärung eingesetzt. Der unbemannte Flieger, der zum Starten in die Luft geworfen wird, ist keine zwei Kilo schwer und kann - in seine Einzelteile zerlegt - bequem transportiert werden.

In die Falle gelockt

Dies ist anscheinend auch Henson Chua zum Verhängnis geworden. Ein Untercover-Agent des US-Staatsschutzes hatte ihn kontaktiert und nach längerem Mailverkehr überzeugt, er solle die Drohne per Post in die USA schicken. Der ahnungslose Verkäufer willigte ein und lieferte die ersten Teile gegen Bezahlung. Abgerechnet wurde über PayPal. Wie der Filipino schliesslich in die USA gelockt und am Flughafen von Los Angeles verhaftet werden konnte, ist nicht bekannt. Ungeklärt ist auch die Frage, wie die Militärdrohne überhaupt in private Hände gelangte. Alle Versuche der US-Ermittler, dem Verkäufer den Namen seines Lieferanten zu entlocken, blieben erfolglos.

Laut Medienbericht ist die eBay-Seite mit der verkauften Drohne längst von der Website der Auktionsplattform entfernt worden. Der Handel mit solchen militärischen Gütern verstosse gegen die Nutzungsbestimmungen. Das musste auch ein anderer Mann herausfinden, der auf eBay einen Harrier-Kampfjet versteigern wollte. Die Auktion wurde gestoppt, obwohl es sich um einen fluguntauglichen Oldtimer gehandelt hatte.

(dsc)