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05. September 2019 14:21; Akt: 05.09.2019 14:21 Print

Millionen Handynummern landen öffentlich im Netz

Ein IT-Experte hat im Internet eine Datenbank mit mehr als 400 Millionen Handynummern gefunden. Diese waren mit Facebook-Accounts verknüpft.

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In einer ungeschützten Datenbank auf einem Server waren die Telefonnummern von 419 Millionen Facebook-Mitgliedern gespeichert. Cyberkriminelle hätten die Daten etwa nutzen können, um Accounts zu kapern. Jeder, der über die Adresse verfügte, konnte Einträge ansehen, berichtet Techcrunch.com. Die Website hat die Daten von einem IT-Experten erhalten. (Foto: Symbolbild) Die Nummern auf dem Server waren geografisch geordnet. So gab es 133 Mio. Einträge aus den USA, 18 Mio. aus England und aus Vietnam waren 50 Mio. Datensätze vorhanden. Aus welchen Regionen die anderen Handynummern stammen, ist derzeit nicht bekannt. Der Server mit den Nummern wurde mittlerweile offline gestellt. Unklar ist, wer die Datenbank erstellt und hochgeladen hat. Facebook hatte bereits im April 2018 erklärt, dass eine Funktion dazu missbraucht wurde, um Daten aus dem sozialen Netzwerk abzugreifen. Vor rund einem Jahr hatten die Betreiber darum das Feature deaktiviert, mit der Mitglieder andere Nutzer über ihre Telefonnummer finden konnten. Im März 2018 hatte Facebook mit einem anderen Datenskandal zu kämpfen. Mit einer App innerhalb von Facebook verschaffte sich die Firma Cambridge Analytica Zugriff auf die Daten von 50 Millionen Nutzern des sozialen Netzwerks. Der Knackpunkt: Die App sammelte über die Facebook-Schnittstelle nicht nur Daten des Nutzers, der sie heruntergeladen hatte, sondern auch von dessen über Facebook verbundenen Freunden, von denen die meisten gar nicht wissen konnten, dass ihre Informationen zugänglich waren. Rief seine Follower damals zum Löschen von Facebook auf: Brian Acton, Mitgründer von Whatsapp. Hier zu sehen an einer Konferenz in Laguna Beach, Kalifornien. (25. Oktober 2016)

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Ein Server mit brisantem Inhalt: In einer ungeschützten Datenbank waren die Telefonnummern von 419 Millionen Facebook-Mitgliedern gespeichert. Jeder, der über die Adresse verfügte, konnte Einträge ansehen, berichtet das Magazin Techcrunch.com. Die Website hat die Daten von einem IT-Experten erhalten.

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Die Nummern auf dem Server waren geographisch geordnet. So gab es 133 Millionen Einträge aus den USA, 18 Millionen aus England und aus Vietnam waren 50 Millionen Datensätze vorhanden. Aus welchen Regionen die anderen Handynummern stammen, ist derzeit nicht bekannt. Cyberkriminelle hätten die Daten etwa nutzen können, um Accounts zu kapern.

Nummern von Promis

Alle Einträge der Datenbank waren laut dem Techcrunch-Bericht mit der entsprechenden Facebook-ID verknüpft. Bei einigen waren auch ihr Facebook-Name, Geschlecht und Land vermerkt. Das Tech-Magazin hat eine ganze Reihe von Datensätzen mit ihm bekannten Nummern und Facebook-Accounts verifiziert. In der Datenbank waren auch die Handynummern von bekannten Persönlichkeiten gespeichert.

Der Server mit den Nummern wurde mittlerweile offline gestellt. Unklar ist, wer die Datenbank erstellt und hochgeladen hat. Laut Facebook gebe es keinen Hinweise darauf, dass Konten mithilfe der Daten gehackt wurden. Jay Nancarrow, ein Sprecher des sozialen Netzwerks, erklärte, dass die Daten mehr als ein Jahr alt seien.

Funktion deaktiviert

Facebook hatte bereits im April 2018 erklärt, dass eine Funktion dazu missbraucht wurde, Daten aus dem sozialen Netzwerk abzugreifen. Vor rund einem Jahr hatten die Betreiber darum die Funktion deaktiviert, mit der Mitglieder andere Nutzer über ihre Telefonnummer finden konnten.

Es ist nicht das erste Datenleck bei Facebook. Facebook stand schon im Jahr 2018 am Pranger. Die Firma Cambridge Analytica verschaffte sich damals mehr als 50 Mio. Datensätze vom sozialen Netzwerk – mittels einer Quiz-App. In den letzten Monaten habe es mehrere weitere Fälle gegeben, bei denen Daten von Millionen Instagram- und Facebook-Nutzern exponiert wurden, schreibt der Tech-Blog Engadget.com.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • christoph metzelder am 05.09.2019 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    selber Schuld

    Viel spass mit den Werbeanrufen. Wer seine Nummer bei FB hinterlegt hat, ist sowieso selber Schuld. P.S. Wenn es mal online war, bringt es auch nicht mehr, dass es jetzt offline ist.

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  • walter45 am 05.09.2019 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry.

    was ist Facebook? Braucht man das wirklich?

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  • säru am 05.09.2019 14:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    brauche ich auch nicht

    Ich brauche auch kein FB habe es noch nie gehabt. Mir ist mein Privates Leben wichtig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Elson-7 am 06.09.2019 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na und???

    Die NSA überwacht ja sowiso alles. Jeder der mit dem Internet zu tun hat wird quasi überwacht. Ob man es will oder nicht, jeder ist eine transparente Figur mit seinem Internetverhalten, ob man es will oder nicht. Wo man wohnt, wie man heisst wissen die wissen das doch sowiso. Einzige wirkliche sicherheit ist meines erachtens nur einzig, auf das internet zu verzichten. Aber wer macht das ehrlich gesagt schon? :-)

  • Mike am 06.09.2019 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Yeah!

    Ja wunderbar dann komme ich wieder mit meinem Spruch: wunderbare schöne neue digitale Welt wo wir jeden Tag ein bisschen transparenter werden!

  • Jeffrey Spector am 06.09.2019 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Whatsapp ist das Problem

    Da Whatsapp nur mit einer Telefonnummer funktioniert, kommt Facebook an die Mobilnummern, auch wenn man gar keinen Facebook Account hat. Wenn man sein Leben nicht mit Facebook teilen möchte, sollte man auf Whatsapp verzichten und besser Threema oder etwas Anderes nutzen.

  • Stormstepper am 06.09.2019 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    öffentliches Verzeichnis

    Alles was im Netz ist kann man Zugreifen. Tel.search oder eat.ch brauche ich 1 Stunde und alles ist auf meinem Rechner. Aber da man sich ans Gesetz hält, das man nicht ohne Einwilligung Mails senden darf oder Anrufe tätigen, dann macht das auch kein Sinn. Denn Ärger ist vor programmiert. Überall wo jemand Infos hinterlässt im Netz ist früher oder später angreifbar. Denn die Infrastruktur veraltet Sicherheitslücken entstehen etc.

  • B.Denklich am 06.09.2019 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    Whatsapp -> Facebook

    Whatsapp gibt Telefonnummern an Facebook weiter. Also am besten auch kein Whatsapp mehr nutzen.