Twitter will an Börse

12. September 2013 23:39; Akt: 13.09.2013 11:55 Print

Mit Kurznachrichten ans grosse Geld

Der Microblogging-Dienst geht an die Börse. Es dürfte kein Zufall sein, dass dieser Entschluss jetzt gefasst wurde, wo die Facebook-Aktie einen neuen Höchststand erreicht hat.

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Der Schock nach dem verpatzten Facebook-Börsengang ist verarbeitet, jetzt steht mit Twitter die nächste Internet-Firma vor dem Sprung aufs Parkett.

Der Kurzmitteilungsdienst geizt aber mit Details.

Natürlich per Kurznachricht liess Twitter die Katze aus dem Sack: Eines der letzten noch privat gehaltenen Internet-Schwergewichte strebt an die Börse. «Und nun zurück an die Arbeit», lautete der nächste Tweet vom offiziellen Firmenkonto. Die Botschaft war mit einem Foto arbeitender Menschen in den Büros von Twitter garniert.

Twitter lässt es langsam angehen. Nach den Erfahrungen mit den verpatzten Börsengängen beim Schnäppchenportal Groupon oder dem weltgrössten Online-Netzwerk Facebook sitzt die Angst vor einem Fehlschlag tief im Silicon Valley. Davon zeugt auch, dass Twitter seinen Börsenprospekt zunächst nicht öffentlich gemacht hat.

Vorsicht geht vor

Der Kurznachrichtendienst war schon immer vorsichtiger als viele andere Internetfirmen in Sachen Börsengang. Das Unternehmen wollte zunächst einmal ordentliche Einnahmen vorzeigen können, bevor es sich dem rauen Börsenklima stellt.

Über die Geschäftszahlen von Twitter weiss man jetzt nur sicher, dass der Umsatz auf jeden Fall unter einer Milliarde Dollar pro Jahr liegt - sonst hätte die Firma die Börsenunterlagen nicht unter Verschluss einreichen können. Die Marktforschungsfirma eMarketer schätzt die Erlöse in diesem Jahr auf rund 583 Millionen Dollar und erwartet für 2014 einen Anstieg an die Milliarden-Marke.

Werbung über Smartphones

Die Twitter-Gründer Evan Williams, Biz Stone und Jack Dorsey waren zum Start 2006 zunächst regelrechte Werbemuffel: Sie wollten die Nutzer nicht mit Anzeigen abschrecken. Doch Twitter wuchs, allein die Infrastruktur kostete immer mehr und irgendwann musste auch Geld verdient werden.

So tastete sich Twitter mühsam zu einem Geschäftsmodell vor. Die Lösung derzeit: Bezahlte Tweets, die Unternehmen im Nachrichtenstrom von Nutzern platzieren können. Werbung ist die Haupteinnahmequelle, ein guter Teil davon stammt nach früheren Aussagen von Firmenchef Dick Costolo von Smartphones.

Von Facebook lernen und besser machen

Damit ist Twitter dem grossen Bruder Facebook vor dem Sprung an die Börse einen Schritt voraus. «Wir haben damals praktisch kein Geld im mobilen Geschäft gemacht», erinnerte sich dessen Gründer und Chef Mark Zuckerberg an den Börsengang im Mai.

Die Quittung war ein Kurseinbruch um mehr als die Hälfte, nachdem die Anleger kalte Füsse bekommen hatten und um die Geschäftsaussichten des weltgrössten Online-Netzwerks bangten.

Doch Facebook ist nicht nur ein abschreckendes Beispiel, sondern auch ein Vorbild. Denn mittlerweile liegt der Facebook-Kurs auf einem Allzeithoch, nachdem Zuckerberg und sein Team die Fehler erkannten und neue mobile Apps herausbrachten. Nun kommt fast jeder zweite Werbedollar von Smartphones und Tablets.

Keine Tipps von Zuckerberg

Dennoch wollte Zuckerberg noch am Vortag keine Tipps für den lange erwarteten Twitter-Börsengang geben. «Ich bin die letzte Person, die man fragen sollte, wie man einen reibungslosen Börsengang hinbekommt», sagte er lachend auf einer Technologiekonferenz am Mittwoch. Immerhin habe er gelernt, dass seine Angst vor der Börse übertrieben gewesen sei.

Weniger gut Lachen haben Internetfirmen wie Groupon oder Zynga, deren Börsenkurse nach geschäftlichen Tiefschlägen und enttäuschten Hoffnungen massiv eingebrochen sind. Bei Twitter wird nun entscheidend sein, ob das Unternehmen genug Werbeeinnahmen vorweisen kann, um einen Börsenwert von geschätzten bis zu 14 Milliarden Dollar zu rechtfertigen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Computer am 14.09.2013 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die zweite

    Als Informatiker kann ich nicht verstehen das es Menschen gibt die solche Aktien kaufen. Welchen Wert hat so ein Dienst? Wie lange bleibt so ein Dienst aktuell? Ich würde sagen nicht sehr lange, denn jung und alt wollen immer etwas neues, wie kann dann so eine Firma immer wieder etwas bringen das interessant ist? Facebook & Twitter sind nur Zeiterscheinungen. Deshalb nicht viel Wert. Klar die Idee war gut und die Umsetzung, aber die Zeit läuft und es ändern sich die Bedürfnisse.

  • Ihre Werbung Hier am 14.09.2013 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wird ein Reinfall. Tweeds mit Werbung?

    Nein Danke !

  • L.Werner am 13.09.2013 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Luftblase

    An verblödeten Menschen hat man schon immer Geld verdient. Twitter wird verschwinden und die Aktionäre werden innert kurzer Zeit nichts mehr haben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Computer am 14.09.2013 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die zweite

    Als Informatiker kann ich nicht verstehen das es Menschen gibt die solche Aktien kaufen. Welchen Wert hat so ein Dienst? Wie lange bleibt so ein Dienst aktuell? Ich würde sagen nicht sehr lange, denn jung und alt wollen immer etwas neues, wie kann dann so eine Firma immer wieder etwas bringen das interessant ist? Facebook & Twitter sind nur Zeiterscheinungen. Deshalb nicht viel Wert. Klar die Idee war gut und die Umsetzung, aber die Zeit läuft und es ändern sich die Bedürfnisse.

  • Ihre Werbung Hier am 14.09.2013 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wird ein Reinfall. Tweeds mit Werbung?

    Nein Danke !

  • L.Werner am 13.09.2013 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    Luftblase

    An verblödeten Menschen hat man schon immer Geld verdient. Twitter wird verschwinden und die Aktionäre werden innert kurzer Zeit nichts mehr haben.