Prepaid-Karten

14. Dezember 2019 17:45; Akt: 18.12.2019 10:36 Print

Telefon-Trick bringt Mann 250'000 Franken ein

Eigentlich hätte es ein PR-Gag zum Anwerben neuer Kunden sein sollen. Die Aktion des Telefonkonzerns Telefonica kam die Firma nun teuer zu stehen.

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Die Werbeaktion von Telefonica vom Jahr 2015 hatte «Easy Money» versprochen und war so einfach, wie es der Name versprach: Für jeden Anruf, der auf eine Prepaid-Karte einging, erhielt der Besitzer der Karte 2 Cent Gutschrift. Dies nahm sich ein Mann in Deutschland zu Herzen und bestellte 508 SIM-Karten.

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Mithilfe von Wahlwiederholungs-Apps liess er sich daraufhin ununterbrochen selbst anrufen. Über die Zeit hinweg kumulierten sich die 2 Cent zu umgerechnet fast 250'000 Franken Gutschrift.

«Gegen Treu und Glauben verstossen»

Beim Telefonkonzern kam dies gar nicht gut an. Als bemerkt wurde, wie viel Geld der Mann zusammentelefoniert hatte, wurden alle 508 Prepaid-Karten gesperrt und jegliche Verträge gekündigt. Da Telefonica die Auszahlung des Guthabens verweigerte, zog der Mann schliesslich vor Gericht.

Dort argumentierte der Konzern, dass der Kunde gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen und gegen Treu und Glauben verstossen habe. Es sei klar, dass die Gutschrift von 2 Cent nicht dazu gedacht war, sich im grossen Stil zu bereichern. Erst blitzte der Kunde vor Gericht ab, das Oberlandesgericht München gab ihm nun aber recht. Die 250'000 Franken müssen ihm also ausbezahlt werden.

Mittlerweile gibt es die «Easy Money»-Angebote bei Telefonica nicht mehr. Dennoch werden einige dieser Karten noch immer für erhöhte Preise im Internet versteigert.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frau am 14.12.2019 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dummheit wird bestraft

    Recht so. Sollen die doch nachdenken, bevor sie eine PR-Aktion starten.

    einklappen einklappen
  • sg2019 am 14.12.2019 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja pech

    Angebot ist Angebot.

  • SwissMuslim am 14.12.2019 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    .......

    Ist es übrigens normal, dass die erste Instanz einem nie Recht gibt und man erst in zweiter Instanz zu Recht kommt ? Ist doch auch Geldmacherei. Pro Instanz kommen 1000 bis 2000 Franken an Gebühren hinzu.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Experte am 17.12.2019 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Super Preis

    Super günstig für die weltweite Werbung, riesen Marketing-Gag

  • Sascha Zürcher am 15.12.2019 17:41 Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Simon am 15.12.2019 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ehrlich: Ich habe Schadensfreude!

    Da geht die Abzocke für einmal in die entgegengesetzte Richtung.

  • Ondra am 15.12.2019 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ondra

    Hat nur mit Anstand zu tun: Der Kerl mit den 250k hat offenbar keinen, wie viele hier die schreiben..

    • Simple Rick am 17.12.2019 08:44 Report Diesen Beitrag melden

      labber labber labber

      Was hat das denn mit Anstand zu tun? Er war klüger als die Firma selbst, ich finde er hat sich das Geld verdient und auch zu Recht bekommen. Solche Moralapostel wie Sie gibt es zu Hauf denn ich bin mir sicher sie hätten das Geld auch genommen wären Sie doch so gerissen gewesen wie der Herr in diesem Beitrag.

    • Experte am 17.12.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso?

      Er hat für teuer Geld die SIM-Karte dieser Firma gekauft und diese benutzt, wie es ihm zusteht.

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  • Samuel May am 15.12.2019 13:06 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Kontrolle der Verkaufsstellen

    Wenn sich der Anbieter nicht an die Gesetze hält wie z. B. Lyca mobil die Sim Karten verkauft ohne ID oder Personen Nachweis selber schuld. Genau so gibt es Regulierungen der Max Anzahl Sim pro Person.