Zeitmaschine

11. November 2014 14:38; Akt: 12.11.2014 17:55 Print

Mit dieser App wird jeder zum Filmemacher

von Philipp Stirnemann - Eine neue Schweizer App zur Bebilderung von Audiodateien lässt jeden ganz einfach Filme produzieren. Sie ist Teil eines Projekts zum Austausch der Generationen.

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Die neu in Googles Play-Store erhältliche Zeitmaschine-App macht die Produktion von Kurzfilmen zum Kinderspiel. Das Konzept ist ziemlich interessant: Wer mit der App einen Film erstellen möchte, geht nicht etwa von Bildmaterial aus, das zusammengeschnitten und anschliessend vertont wird. Als Basis dienen vielmehr Audiodateien, die bebildert werden.

Zunächst definiert man einen Audio-Clip. Dieser wird in die Zeitmaschine-App importiert und auf einer sogenannten Timeline (Zeitachse) angelegt. Anschliessend markiert man auf der Tonspur die Bild-Schnitte. Zuletzt muss dann noch das mit dem Ton zusammenpassende Bildmaterial – entweder Videos oder Fotos – eingefügt werden. Dazu kann man entweder bereits in der Mediathek des Smartphones gespeicherte Daten verwenden oder direkt Videos respektive Fotos aufzeichnen und sie in das Projekt importieren.


Wie die neue App funktioniert, erklärt das dazugehörige Promo-Video. (Video: Youtube/Zeitmaschine.TV)

«Die App soll Nutzern die Möglichkeit bieten, ausgehend vom Sound ganz einfach einen Film zu erstellen», erläutert Christian Lüthi von Zeitmaschine.TV die Idee. Der Verein hat die App veröffentlicht, um mehr Menschen und vor allem Schulen für das Generationenspiel Zeitmaschine.TV zu gewinnen.

Geschichte spannend machen

Zeitmaschine.TV wurde 2008 als Generationenspiel für Schulen, Museen und Seniorenheime ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Dialog zwischen den Generationen und den Umgang mit neuen Medien zu fördern. Dabei soll die klassische Didaktik umgekrempelt werden: Schüler werden zu Dokumentarfilmern, die selber nach Erinnerungsgeschichten aus dem 20. Jahrhundert suchen. Diese bereiten sie als kurze Clips auf und publizieren diese im Internet.

Die App soll den Schülern die Aufgabe erleichtern. Finanziert hat sie die Avina-Stiftung, die Menschen mit gemeinnützigen Anliegen unterstützt. Der Gewinn aus dem Verkauf der App soll dem Generationenspiel zugutekommen. Vor der Veröffentlichung wurde die App von Menschen zwischen 11 und 77 Jahren ausgiebig getestet.

«Die Zeitmaschine-App ist sehr einfach zu bedienen», sagt Christian Lüthi. «Sie richtet sich an alle, die schnell kleine Filme mit vorhandenen oder extra produzierten MP3-Files erstellen wollen.» Dabei sei es natürlich egal, ob es sich bei den Filmen um Musikvideos, technische Tutorials oder einen multimedialen Hochzeitsantrag handle, so der Historiker.

Keine neuen Geräte nötig

Zudem macht die App das Projekt für alle besser zugänglich. Dies, weil vor allem Schulen, die sich am Generationenspiel beteiligen wollen, jetzt nicht mehr technisch nachrüsten müssen. Das sei für viele bisher eine Hemmschwelle gewesen, meint Lüthi. Wer beim Generationenspiel mitmachen oder ganz einfach zum Filmproduzenten werden will, kann sich einfach die App herunterladen und loslegen. Technisches Know-how ist nicht vonnöten.

Die Zeitmaschine-App ist im Google Play Store für Fr. 3.33 erhältlich. Die Testversion zur Erstellung 33-sekündiger Videos ist kostenlos. Eine iOS-Version sei derzeit in Planung, ergänzt Lüthi, «weil sicher auch Leute mit einem iPhone die Zeitmaschine-App wollen».

Zeitmaschine.TV: Spiel der Generationen. (Video: Youtube/Zeitmaschine.TV)