Ratternde Kunst

11. Februar 2016 14:44; Akt: 11.02.2016 14:50 Print

Museum eröffnet mit dem ehemaligen SBB-Koloss

Am Samstag öffnet das Museum of Digital Art in Zürich seine Türen. Prunkstück der ersten Ausstellung ist eine 1,5 Tonnen schwere SBB-Installation.

Direktor Christian Etter erklärt das Konzept des Museum of Digital Art. (Video: Philipp Stirnemann)
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Sie war einst die imposanteste Anzeigetafel der Schweiz und zeigte seit 1988 Millionen Pendlern ratternd den Weg. 2015 montierten die SBB die mechanische Fallblattanzeige im Zürcher HB ab und ersetzten sie durch eine LED-Wand. Jetzt gibt der mechanische Koloss sein Comeback.

Andreas Gysin und Sidi Vanetti haben aus der ehemaligen, 7,5-Tonnen-SBB-Tafel eine eindrückliche Installation aus insgesamt 26'088 Anzeigeblättchen geschaffen (siehe Video). Zu sehen ist sie – zusammen mit anderen Werken des Tessiner Duos Gysin/Vanetti – ab dem 13. Februar im neu eröffneten Museum of Digital Art (Muda) in Zürich.

«Das Beste aus dem Bereich digitale Kunst»

Das Museum of Digital Art in Zürich soll gemäss den Gründern als «offener Raum an der Schnittstelle zwischen Kreativität und Technologie» modernen Kunstformen einen Platz bieten. Das Muda ist eine Initiative der gemeinnützigen Digital Arts Association. «Wir wollen einer breiten Öffentlichkeit das weltweit Beste aus dem Bereich digitaler Kunst zugänglich machen,» sagt Museumsdirektor Christian Etter.

Für Etter und Co-Direktorin Caroline Hirt ist das Muda eine Plattform, «die Interaktionen zwischen Daten, Algorithmen und Gesellschaft ermöglicht». Finanziert wurde das Digital-Museum zum grossen Teil aus der privaten Hand. «Da das Geld von unseren Gönnern nicht reichte, haben wir zu Plan B gegriffen und eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen», sagt Etter. Und siehe da: 567 Menschen aus der ganzen Welt spendeten einen Betrag von insgesamt 111'111 Dollar. Damit war die Finanzierung des Muda gesichert.

Digitaler Tausendsassa

Digitale Welten sind Christian Etters Tummelplatz. Er ist nicht nur Co-Direktor des Museum of Digital Art, sondern auch Gründer des Etter Studios. Der Indy-Entwickler zeichnet neben anderem für das Game «Drei» verantwortlich, ein Spiel, das vergangenes Jahr weltweit für Furore sorgte, weil Youtube-Überflieger PewDiePie dem Titel die Ehre erwies und es auf seinem Kanal vorstellte.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alufuchs am 11.02.2016 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow!

    Ich fand diese Anzeigentafel wirklich cool! Danke für die Rückkehr!

  • snowdown am 11.02.2016 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die alte war toller...

    Die neue passt mir nicht.. wird grausam als werbeplattform missbraucht..

  • MikeMU am 11.02.2016 15:12 Report Diesen Beitrag melden

    Neu ist nicht immer Besser

    Die Tafel hätte noch 50 Jahre weiter gehalten und wäre für Zürich besser gewessen!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian Duerig am 12.02.2016 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BALLENBERG & SBB

    Für solchen Schmarren Geld ausgeben. Jeder kann nun verstehen, weshalb die Bahntickets teurer werden. Dieser Schrott gehört in den Müll ! Sogar Apple trennte sich von der SBB-Uhr !!!

  • Nationless am 12.02.2016 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖV History

    Als Kind mag ich mich an die Schwarzen Rattertafeln erinnern. Und soviel ich weiss waren die Geleisebeschriftungen statt in einem normierten Rahmenquadrat, auf runden blauen Schilder. Vor ca. 1990 war der HB für die S-Bahn und die nötigen Perronausbauten eine grosse Baustelle.

  • @sbb am 12.02.2016 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    richtiger entschied, schlechte umsetzung

    die alte hatte imho einen grossen vorteil, sie war besser lesbar. trotzdem verstehe ich den entscheid zum austausch, das alte teil war sehr wartungsintensiv, austauschteile mussten teils extra gefertigt werden. was ich hingegen NICHT verstehe ist das übermässige zumüllen mit werbung und den (u.a. dadurch) verminderten informations-gehalt, zt sind da wenger haltestellen aufgeführt: no-go!

  • Bahnfan am 11.02.2016 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fahrt ins Blaue

    Die Anzeige "Fahrt ins Blaue" finde ich noch lustig. Die SBB hatte noch Humor. Zurück zum Thema, finde ich gut, dass die Tafel wieder zum Leben erweckt wurde.

  • SugarSkul315 am 11.02.2016 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ratter ratter

    ich finde zur SBB gehören auch diese Klappanzeigen oder wie auch immer die heissen. Hatte als kind immer enorm freude dran und habe herum gerätselt wie es funktioniert.