Studie

25. August 2010 13:01; Akt: 25.08.2010 14:59 Print

Neonazis machen sich im Web breit

Die Anzahl Webseiten mit rechtsradikalen Inhalten hat einen Höchststand erreicht. Zu diesem Schluss ist die gemeinsame Stelle der Bundesländer für den Jugendschutz gekommen

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Rechtsradikale Propaganda im Internet.

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Rechtsradikale nutzen Facebook & Co., um ihr braunes Gedankengut unter das Volk zu streuen und Nachwuchs zu ködern. Im vergangenen Jahr registrierte die gemeinsame Stelle der Bundesländer für den Jugendschutz insgesamt 1872 deutschsprachige Websites aus der Neonazi-Szene. Dies entspricht einem Zuwachs von zehn Prozent im Vergleich mit dem Vorjahr. Gerade auf Social-Communitys wie Facebook oder dem Online-Videoportal YouTube würden sich abertausende rechtsextreme Beiträge finden lassen.

«Neben Clips von Neonazibands, Demonstrationsvideos und Filmen aus der Zeit des Nationalsozialismus sind immer häufiger Videos zu finden, die verschleiert rechtsextreme Propaganda verbreiten. Im Mittelpunkt stehen dabei aktuelle, in der Gesellschaft breit und kontrovers diskutierte Probleme, z.B. die Wirtschaftskrise oder der Krieg im Nahen Osten», ist in der Studie zu lesen.

Laut Stefan Glaser, dem Leiter des «Jugendschutz.net»-Bereichs Rechtsextremismus, wird systematisch gegen die braune Propaganda im Internet vorgegangen. So soll es in vier von fünf Fällen gelingen, strafbare oder jugendgefährdende Inhalte löschen zu lassen. «Am effektivsten dabei ist der direkte Kontakt zu den Providern», so Glaser. Problematisch sei es allerdings, wenn Neonazis ihre Inhalte auf Servern im Ausland ablegen würden, da in diesen Fällen die deutsche Rechtssprechung nicht gilt.

(mbu)