Gravierende Folgen für Youtube

09. Februar 2019 05:22; Akt: 09.02.2019 07:23 Print

Neues Urheberrecht der EU nimmt wichtige Hürde

Die EU-Staaten einigten sich am späten Freitagabend mehrheitlich auf einen Kompromiss. Über diesen soll in der kommenden Woche das Europaparlament verhandeln.

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Dies berichteten in der Nacht auf Samstag mehrere EU-Diplomaten in Brüssel. Die Verhandlungen seien für kommenden Dienstag vorgesehen, sagte eine Diplomatin. Grundlage der Einigung war ein Kompromiss zwischen Deutschland und Frankreich, den beide Länder vor wenigen Tagen erzielt hatten. 20 Länder stimmten am Freitag dafür, 7 dagegen und eines enthielt sich. Es gab nur leichte Änderungen.

Grundsätzlich soll die Copyright-Reform das EU-Urheberrecht ans digitale Zeitalter anpassen. Durch Artikel 13 sollen auch Plattformen wie YouTube stärker in die Pflicht genommen werden, damit weniger urheberrechtlich geschützte Werke ohne Erlaubnis im Netz landen. Ausserdem steht das Leistungsschutzrecht für Presseverleger im Fokus. Nachrichten-Suchmaschinen wie Google News sollen danach nicht mehr wie bisher ohne Weiteres Überschriften oder Ausschnitte von Pressetexten in ihren Ergebnissen anzeigen dürfen. Sie bräuchten eine Erlaubnis der Verlage und müssten gegebenenfalls dafür zahlen.

Die Einigung zwischen Deutschland und Frankreich sieht vor, dass Plattformen, die jünger als drei Jahre sind, einen Jahresumsatz von weniger als zehn Millionen Euro haben und unter fünf Millionen Nutzer im Monat, von Artikel 13 ausgenommen werden. Falls sich die EU-Staaten in der kommenden Woche mit dem Europaparlament einigen, könnte die Reform noch vor der Europawahl Ende Mai gelingen. Das Parlament hatte allerdings schon Bedenken gegen den deutsch-französischen Kompromiss geäussert.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marc'oh'polo am 09.02.2019 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diktatur lässt grüssen

    Dann fragt man sich noch, wieso man die EU unsymphatisch findet? Deutschlan und Frankreich entscheiden, die anderen haben zwar ein Wahlrecht aber trozdem nichts zu melden.

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  • Kurt Lin am 09.02.2019 05:49 Report Diesen Beitrag melden

    Trotz Gegenwehr, nichts

    Was bringt noch unsere Stimme des Volkes, wenn uns diese Diktatoren uns mit solchen rückschrittlichen Gesetze in unseren Rachen hineinpressen möchte. Sieht es doch ein, die Demokratie ist nur "Propaganda"-Spruch.

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  • Mein Senf am 09.02.2019 06:24 Report Diesen Beitrag melden

    Freude herrscht

    Beginnt ihr nun langsam zu begreifen, dass alles was aus Brüssel kommt, nichts Gutes ist. Ja die Fassade der Scheindemokratie beginnt zu bröckeln. Auf dem Weg von der Plutokratie in die Diktatur.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • aion am 15.02.2019 07:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist keine Dauerlösung

    Sollte das kommen können alle Kleinstagenturen, Hostinganbieter, Webapplikationsentwickler, und und und.. einpacken. Ein Uploadfilter ist für diese alle einfach nicht erschwinglich und umsetzbar. Stellt euch mal vor, eure Webseiten die auf Servern von Anbietern liegen, die euch plötzlich sagen MÜSSEN was ihr hochladen dürft und was nicht. Es wäre ja echt eine Kompromisslösung wenn man die Haftung des Anbieters als Nutzer/Kunde übernehmen kann. Dann wäre auch allen YouTubern gedient...

  • Lilien am 14.02.2019 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Demo

    Am 23.3.2019 wird es europaweit Demos geben. Hoffentlich auch in der Schweiz. Denn die Schweiz wird davon auch betroffen sein, da diese Gesetze übernommen werden.

  • Julian am 14.02.2019 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoffe sehr

    dass in den Europawahlen jüngere oder vernünftigere Neuparteien ins Parlament ziehen. Und diese Lobbyanhängern und Neokapitalisten z.B. CDU/CSU aus den Verkehr gezogen werden. Es ist nur Wunschdenken. Aber ich hoffe sehr, dass die EU-Mitgliedern ihre Förderalisus und Souveränitet wiederbekommen. Die EU ist GIFT.

  • Karl am 13.02.2019 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Stürmt das EU-Parlament

    Es wird Zeit den neuen Turm von Babylon niederzureissen. Wir freie Menschen haben nun den Auftrag das EU-Parlament zu besetzen. Anders geht es nicht mehr weiter.

  • Markus am 11.02.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jede Werbung ist Geschäftsfördernd

    Das Urheber-Thema ist in der Tat komplex, aber ich denke etwas mehr Spielraum wäre angebracht. Die junge Business-Generation ist sich der Wirkung, der Chancen und Risiken des Internets bewusst. Es entstehen gerade neue Formate und neue Kulturen, um für Leistung zu bezahlen. Die Übergangszeit ist immer schmerzhaft, aber sollte mit Geduld und etwas Respekt überdauert werden, ohne gleich durch Gesetzte zu verbannen! Es gibt schon heute rechtliche und technische Mittel, welche Urheber schützen! Diese sollten zuerst ausgeschöpft werden, bevor neue Gesetze installiert werden.