Schneller Sex

10. November 2015 18:15; Akt: 10.11.2015 19:48 Print

Online-Dating führt zu mehr Chlamydien-Fällen

von J. Panknin - Chlamydien sind eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten unserer Zeit. US-Experten geben Social Media und Online-Dating eine Mitschuld.

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Ungeschützter Geschlechtsverkehr führt immer häufiger zur Diagnose Chlamydien - auch hierzulande. In der Schweiz sind zwischen drei und zehn Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung betroffen; 70 Prozent davon sind Frauen. Und das obwohl Schweizer Schülerinnen und Schüler bereits in der 2. Sekundarstufe im Sexualkunde-Unterricht über mögliche Geschlechtskrankheiten aufgeklärt werden. Betroffen sind nicht nur die Eidgenossen. Chlamydien sind weltweit die am weitesten verbreitete sexuell übertragbare Krankheit. Auch in den USA steigen die Ansteckungen seit Jahren. Das Bundesamt für Gesundheit in Lincoln-Lancaster in Nebraska veröffentlichte nun neue Studienergebnisse zum Thema. Demnach stecken sich mehr Menschen mit Chlamydien an als mit allen andere Geschlechtskrankheiten zusammen. Werden Chlamydien diagnostiziert, folgt meistens eine Behandlung mit Antibiotika. Die Grafik zeigt: Die Zahl der Chlamydien-Diagnosen in der Schweiz nimmt seit Jahren zu. Gute Nachrichten gibt es dafür beim HIV: Die Zahl der Ansteckungen nahm 2014 im Vergleich zum Vorjahr ab. Dies Grafik zeigt, auf welchem Weg die HIV-Ansteckungen erfolgen. Die meisten positiven HIV-Tests gibt es in den städtischen Zentren Zürich, Basel und Genf. Die Grafik zeigt: HIV ist kein Problem der ganz Jungen. Heterosexuelle Männer stecken sich oft erst mit 35 Jahren an. Währendsich Männer am häufigsten bei Gelegenheitspartnern oder -partnerinnen anstecken, werden Frauen am ehesten von ihrem festen Partner infiziert. Auch bei Syphilis ist es zur Trendwende gekommen: Die Zahlen steigen nicht mehr. Auch bei der Gonorrhö gab es keine weitere Zunahme mehr.

Zum Thema
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Während Neuansteckungen bei Geschlechtskrankheiten wie HIV und Syphilis abnehmen, verzeichnet das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Schweiz bereits seit sechs Jahren ein Zunahme der Chlamydien-Fälle. Letztes Jahr gar um 12 Prozent.

Betroffen sind aber nicht nur die Eidgenossen. Chlamydien sind weltweit die verbreitetste sexuell übertragbare Krankheit. Auch in den USA steigen die Ansteckungen seit Jahren.

Schneller Sex dank Social Media

Das Gesundheitsamt in Lincoln-Lancaster in Nebraska veröffentlichte nun neue Studienergebnisse zum Thema. Demnach stecken sich mehr Menschen mit Chlamydien an als mit allen andere Geschlechtskrankheiten zusammen.

Andrea Haberman, Expertin für sexuell übertragbare Krankheiten am Gesundheitsamt von Lincoln-Lancaster, macht unter anderem die virtuelle Welt dafür verantwortlich. Paare, die sich im normalen Leben langsam kennen lernen, würden sich häufiger über Verhütung unterhalten. Bekanntschaften via Social Media, Online-Dating-Plattformen oder -Apps würden hingegen öfter zu schnellem und oft ungeschütztem Sex führen – und das in jeder Altersgruppe, sagt sie.

Auch in Rhode Island vermehrt Geschlechtskrankheiten

Die Expertin ist nicht die Erste, die eine solche Vermutung ausspricht. Mit der gleichen Logik erklärt sich das Gesundheitsdepartement des kleinen US-Staats Rhode Island die rasante Zunahme von Ansteckungen mit HIV, Syphilis, Tripper und Gonorrhö zwischen 2013 und 2014. Zum Hochrisikoverhalten zähle «die Verwendung von Social Media mit dem Ziel, beiläufige und zahlreiche sexuelle Treffen zu vereinbaren», heisst es in einer Pressemitteilung.

Hierzulande versucht das Bundesamt für Gesundheit, mit der Love-Life-Kampagne über die Risiken von ungeschütztem Sex aufzuklären und die Bevölkerung zur Verhütung zu ermahnen. Eine Verbindung zwischen vermehrten Sexualkontakten mit Unbekannten durch Online-Dating und dem Anstieg an Chlamydien-Ansteckungen wurde in der Schweiz bisher nicht hergestellt: «Das BAG sieht es nicht als seine Aufgabe an, Angebote wie Dating-Apps und -Plattformen oder Spekulationen in den USA zu kommentieren», sagt Mona Neidhart, Mediensprecherin des BAG.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Severin Goddon am 10.11.2015 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Experten haben festgestellt...

    Es braucht doch keine Experten um dies festzustellen, ist doch klar, dass online-dating zu mehr chlamydien-Fällen führt. Es wird ja auch mehr Geschlechtsverkehr praktiziert..

  • Trotzchopf am 10.11.2015 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber weiterdenken

    Na ganz einfach...Habe selber zu Hause eine Präservativbox. Da kann mir Keiner kommen mit der Ausrede: ach die Gummis waren ausverkauft.

  • Céline Nadig am 10.11.2015 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhütung

    Schon mal was von Verhütung gehört? Ist ja eklig!!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • walterli am 10.11.2015 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apple immun

    Ach die können online übertragen werden ? Aber nur via Windows. Apple hat das nicht.

  • Céline Nadig am 10.11.2015 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verhütung

    Schon mal was von Verhütung gehört? Ist ja eklig!!!!!

  • Severin Goddon am 10.11.2015 19:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Experten haben festgestellt...

    Es braucht doch keine Experten um dies festzustellen, ist doch klar, dass online-dating zu mehr chlamydien-Fällen führt. Es wird ja auch mehr Geschlechtsverkehr praktiziert..

  • Trotzchopf am 10.11.2015 18:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber weiterdenken

    Na ganz einfach...Habe selber zu Hause eine Präservativbox. Da kann mir Keiner kommen mit der Ausrede: ach die Gummis waren ausverkauft.