Nvidia Shield

03. Dezember 2013 13:09; Akt: 03.12.2013 13:09 Print

PC-Spiele auf der portablen Konsole zocken

von Philipp Rüegg - Nvidia Shield ist eine Android-basierende tragbare Konsole, die neben Android-Spielen auch echte PC-Games wiedergibt - ein kleines Wunderding, das aber auch Grenzen hat.

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Nvidia Shield ist eine kleine portable Spielkonsole mit Android-Betriebssystem. Zur Auswahl steht einerseits die komplette Android-Bibliothek und andererseits die eigenen PC-Spiele. Wer eine GTX 650 oder besser sein Eigen nennt, kann die Shield-Konsole über WLAN mit seinem PC verbinden. Klappt man das Gerät auf, blickt man auf den gleichen Startbildschirm wie bei einem gewöhnlichen Android-Smartphone. Zum Einsatz kommt das unveränderte Android 4.3. Über das HD-Touch-Display kann man jede beliebige Android-App installieren. Interessanter ist die Streaming-Funktion des Shield. Koppelt man das Gerät mit seinem PC, können Spiele über das WLAN auf der portablen Konsole gezockt werden. Dazu braucht es allerdings eine stabile WLAN-Verbindung, um Verzögerungen zu vermeiden. Unterstützt wird primär der Online-Dienst Steam. Befindet sich ein Spiel nicht in der Valves-Plattform, kann es manuell hinzugefügt werden. Im Shield Store sieht man eine Auswahl von Android-Spielen, die für die Shield-Steuerung optimiert sind. Wer Lust hat, kann sich aber auch jedes beliebige andere Android-Spiel herunterladen. Klickt man im Shield-Store auf ein Spiel, wird man direkt zum Google Play Store weitergeleitet. Zahlreiche Android-Spiele profitieren stark von den physischen Tasten. Besonders Titel, die ursprünglich von der Konsole oder dem PC kommen und auf die mobilen Plattformen portiert wurden. Der Klassiker «Max Payne» spielt sich mit dem Nvidia Shield wesentlich einfacher als mit Touch-Eingabe. Auf der Rückseite hat das Nvidia Shield einen HDMI-Anschluss, um das Gerät am TV anzuschliessen. Damit lassen sich die gestreamten PC-Spiele oder Android-Titel auf dem grossen Bildschirm geniessen.

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Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein übergrosses, tastenloses Gamepad. Klappt man das Nvidia Shield auf, starrt man auf ein 5-Zoll-Touch-Display mit Konsolensteuerung. Das Shield wird als das ultimative portable Gaming- und Unterhaltungsgerät angepriesen. Dank des unveränderten Android-4.3-Betriebssystems hat man vollständigen Zugriff auf den Google Play Store - und damit auf Tausende Spiele. Auch Filme schauen ist möglich. Das Herzstück von Nvidia Shield ist jedoch die Möglichkeit, PC-Spiele zu streamen.

Voraussetzung ist eine GTX-650-Grafikkarte oder höher. AMD wird aus naheliegenden Gründen nicht unterstützt. Auf dem PC muss ausserdem Nvidia Experience installiert werden. Die Software verbindet den PC mit dem Shield. In unserem Test wurde der PC allerdings erst nach einigem Hin und Her erkannt. Bis vor kurzem befand sich die Streaming-Funktion noch im Beta-Stadium. Sind die beiden Geräte erst einmal verbunden, steht die ganze Bibliothek von Steam zur Verfügung. Befindet sich ein Spiel nicht in der Steam-Bibliothek, wie zum Beispiel die meisten EA-Spiele, die über den eigenen Origin-Dienst laufen, kann man es manuell hinzufügen.

Getrübtes Spielvergnügen

Startet man ein Spiel, läuft es gleichzeitig auf dem PC und auf dem Nvidia Shield. Da es eine WLAN-Verbindung braucht, ist eine stabile und starke Leitung nötig. Je nach Wohnung werden Zocker-Sessions auf dem stillen Örtchen problematisch. Auch tritt bei manchen Spielen eine Eingabeverzögerung auf. Drückt man eine Taste, dauert es manchmal einen Moment, bis die Aktion ausgeführt wird. Bei guter Verbindung spielte es sich aber meist verzögerungsfrei. Auf einem kleinen portablen Handheld echte Blockbuster wie «Dishonored» zu zocken, macht Spass - kein Vergleich zu PS Vita oder 3DS. Auch hat man auf dem PC die grössere Spieleauswahl.

Spiel auf dem Fernseher

Über den HDMI-Out kann man das Shield am Fernseher anschliessen. Der neue Konsolen-Modus erlaubt sogar eine 1080p-Auflösung. Dazu startet sich das Gerät neu und das Display bleibt aus. Wenn man noch einen Wireless-Controller dazu benutzt, kann man das Shield einfach neben den Fernseher legen und auf dem Sofa seine PC-Spiele geniessen. Beim Beispiel von «Batman Arkham Origins» zeigte sich aber, dass 1080p doch zu viel war für das Shield. Das Spiel geriet ziemlich stark ins Stocken. Selbst bei einer 720p-Auflösung bewegte sich der dunkle Rächer nicht so geschmeidig wie auf dem PC. Das grafisch weniger aufwendige «Walking Dead» lief dagegen relativ problemlos.

Mehr Spass durch Knöpfe

Dank der Konsolensteuerung, die eine Kreuzung von Xbox- und PS3-Controller ist, spielen sich viele Android-Titel wesentlich besser als mit Touch-Bedienung. «GTA 3», «Max Payne» oder «Dead Trigger 2» profitieren am stärksten von physischen Knöpfen. Wer sich ein paar Emulatoren installiert, um alte Konsolen-Spiele aus der NES-, PS-One- oder Sega-Mega-Drive-Ära zu geniessen, wird an der Steuerung ebenfalls seine Freude haben. Jedes Spiel kann auch direkt über das Touch-Display gespielt werden, auch wenn in diesem Fall das Nvidia Shield etwas unhandlich wird - besonders wenn ein Spiel auf Hochformat angewiesen ist.

Negativ ist uns die Ladezeit aufgefallen. Mit einem gewöhnlichen Smartphone-Ladegerät bewegt sich die Akkuanzeige kaum vom Fleck. Schneller ging es mit einem Tablet-Ladegerät, das etwas mehr Saft durch die Leitung schiesst. Der Verpackung liegt lediglich ein USB-Kabel bei. Da es sich aber um eine Importversion handelt, besteht die Möglichkeit, dass beim offiziellen Marktstart ein richtiges Ladegerät dabei ist.

Für Bastler und Enthusiasten

Das Nvidia Shield ist für rund 370 Franken erhältlich und damit nicht gerade günstig (im Vergleich: Nintendo 3DS XL oder die PS Vita kosten beide um die 200 Franken). Dafür bekommt man eine portable Mini-Konsole, die zahlreiche Android-Games erheblich aufwertet, alte Konsolenspiele zugänglicher macht und PC-Games innerhalb der eigenen vier Wände abspielt. Wer seine PC-Spiele auch mal im Bett zocken möchte oder mit der Touch-Steuerung für Mobilegames nichts anfangen kann und nicht davor zurückschreckt, etwas herumzubasteln, wird mit der Nvidia Shield dennoch seine Freude haben.

Das Nvidia Shield wurde uns von Digitec zur Verfügung gestellt.

Update: Am Montag ist ein neues und umfangreiches Update für das Nvidia Shield erschienen, das unter anderem 60 Bilder pro Sekunde bei 1080p-Auflösung verspricht. Leider konnten wir diese Version nicht mehr in den Test mit einbeziehen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Antonius am 03.12.2013 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Hebt sich ab von allen anderen!

    Freut mich sehr, dass dieses Gerät in die CH kommt! Steam ist für mich nur eine nette Dreingabe. Das Alleinstellungsmerkmal ist, dass alle Buttons (inkl. Analog-Sticks) frei zugeordnet werden können. Damit werden endlich die vielen (und günstigen!) Android Games vernünftig spielbar (Action Spiele auf Touchscreen sind der Graus). Und auch Linkshänder werden glücklich. Andere Konsolenhersteller hätten sich an der freien Konfigurierbarkeit des Controllers ein Beispiel nehmen sollen... wär ja wirklich keine grosse Sache.

  • rick am 03.12.2013 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht top aber auch kein flop

    naja, gute Idee aber viel zu teuer.

  • Kurt am 04.12.2013 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ouya bessere wahl 

    Eine ouya ist zum halben preis zu haben, es lauft auch android drauf und sie spielt ruckelfrei 1080p und kann als mediacenter verwendet werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Robert S. am 04.12.2013 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Android???

    Wäre ja ne coole Sache, aber warum läuft das Ding auf eine Ressourcen Verschwender wie Android??? Da ist definitiv nicht nur WLAN Schuld, wenns lagt...

    • Al Berteinstein am 04.12.2013 20:57 Report Diesen Beitrag melden

      iPhone ist Geschichte

      Die Neue Welt spielt bei Android. Diese ist offen und frei und nicht eine abgekapselte, isolierte und zugeschottete Welt wie beim iPhone. 85% kaufen Android. Wer interessiert sich da noch für das iPhone ....?

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  • Dani Müller am 04.12.2013 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso?

    Warum sollte ich auf einem kleinerem Bildschirm mit einem Gamepad anstatt direkt mit Maus und Tastatur auf dem PC spielen? oO

  • Kurt am 04.12.2013 05:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ouya bessere wahl 

    Eine ouya ist zum halben preis zu haben, es lauft auch android drauf und sie spielt ruckelfrei 1080p und kann als mediacenter verwendet werden.

  • Antonius am 03.12.2013 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Hebt sich ab von allen anderen!

    Freut mich sehr, dass dieses Gerät in die CH kommt! Steam ist für mich nur eine nette Dreingabe. Das Alleinstellungsmerkmal ist, dass alle Buttons (inkl. Analog-Sticks) frei zugeordnet werden können. Damit werden endlich die vielen (und günstigen!) Android Games vernünftig spielbar (Action Spiele auf Touchscreen sind der Graus). Und auch Linkshänder werden glücklich. Andere Konsolenhersteller hätten sich an der freien Konfigurierbarkeit des Controllers ein Beispiel nehmen sollen... wär ja wirklich keine grosse Sache.

  • rick am 03.12.2013 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht top aber auch kein flop

    naja, gute Idee aber viel zu teuer.