Spenden für Japan

14. März 2011 20:34; Akt: 14.03.2011 20:50 Print

PR oder echte Hilfe?

Neben Hilfsorganisationen haben auch IT-Konzerne wie Facebook, Apple und Microsoft zum Spenden für die Katastrophenopfer in Japan aufgerufen. Die Art und Weise kommt allerdings nicht immer gleich gut an.

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Auch über Facebook-Games von Zynga wird zum Spenden animiert.

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Die Schreckensmeldungen aus Japan nehmen kein Ende. Die Gefahr, die von dem Atomkraftwerk Fukushima ausgeht, ist noch nicht gebannt. Hilfsorganisationen rufen zu Spenden für die Erdbeben- und Tsunamiopfer auf. Auch Technologieunternehmen versuchen zu helfen und stellen den Kunden entsprechende Tools zur Verfügung. So haben etwa iTunes-Nutzer in den USA die Möglichkeit, mit wenigen Klicks dem Roten Kreuz eine Spende zukommen zu lassen, schreibt das IT-Newsportal heise.de. Dabei gibt sich Apple grosszügig und verzichtet auf die 30 Prozent Umsatzanteil.

Auch die Spenden über den US-Gutschein-Dienst Groupon kommen in vollem Umfang dem Roten Kreuz in Japan zugute. Groupon stellt allerdings nicht nur die Infrastruktur für den Abwicklungsprozess zur Verfügung, sondern greift auch noch selbst in die Kasse. Die Betreiber der deutschen Website versprechen: «Wir verdoppeln deine Spende und geben alles an das Rote Kreut. Spende 2 Euro, wir machen 4 daraus.»

Kalkül oder echtes Mitgefühl?

Der Software-Gigant Microsoft stiess mit seiner Spendenaktion allerdings auf Widerstand. Über das offizielle Twitter-Profil hat Microsoft am vergangenen Samstag dazu aufgerufen, einen Tweet weiterzuverbreiten: «Für jeden Retweet @bing werden wir einen US-Dollar für die Erdbebenopfer in Japan spenden, bis zu 100 000 Dollar.» Der Schuss ging allerdings nach hinten los. Auf Twitter mehrten sich die Kommentare empörter User, die Microsoft schamlose PR für ihre Suchmaschine Bing vorgeworfen haben. Noch am gleichen Tag sahen sich die Redmonder zum Handeln gezwungen. Über denselben Twitter-Acount wurde mitgeteilt: «Wir entschuldigen uns, dass der Tweet negativ angenommen worden ist. Es war unsere Absicht, eine einfache Möglichkeit zu bieten, den Menschen in Japan zu helfen. Wir haben 100 000 US-Dollar gespendet».

Der Online-Spiele-Anbieter Zynga hat eigens für Erdbeben-Opfer in Japan virtuelle Güter ins Angebot aufgenommen, deren Erlös dem Japan Earthquake Tsunami Children Emergency Fund von Save The Children zugute kommt. Im Game Frontierville können die Spieler Kobe-Rindern erwerben, in FarmVille steht Daikon-Rettich zur Verfügung und über ZyngaPoker kann gespendet werden, in dem man sich Zugang zu einem VIP-Tisch kauft. Eigenen Angaben zufolge sollen mit dem Erwerb virtueller sozialer Güter seit Oktober 2009 über 6,8 Millionen US-Dollar für internationale Nonprofit-Organisationen zusammengekommen sein.

(mbu)