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22. Juni 2011 14:54; Akt: 22.06.2011 15:28 Print

Piraten-Portal Drei.to streicht die Segel

Nach der Kino.to-Razzia bekam der Betreiber der zwielichtigen Seite Drei.to kalte Füsse. Aus Angst vor Verhaftung nahm er die «Tauschbörse» für Musik, Filme und Games vom Netz.

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Der Betreiber des Piraten-Portals drei.to kapituliert. (Bild: Colourbox)

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Nach der Durchsuchungsaktion bei Kino.to und der Verhaftung der Verantwortlichen des illegalen Filmportals ist auch die Internetseite Drei.to offline. Der Betreiber habe laut eigener Stellungnahme das Portal aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung vom Netz genommen und werde sich aus der Szene zurückziehen, teilte die deutsche Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) am Mittwoch mit.

Drei.to ermöglichte den Angaben zufolge illegalen Zugriff auf rund 57 000 Unterhaltungssoftware-Titel für PC und Konsolen. Dazu zählten allein 337 Titel für die PlayStation 3 und 2000 Dateien mit Spielen für die Nintendo DS. Zudem verlinkte die Seite auch zu Musik- und Film-Raubkopien sowie zu pornografischen Inhalten.

Drei.to war ursprünglich in der Schweiz gehostet

Drei.to wurde laut GVU 2004 unter dem Namen 3dl.am gegründet und wurde anfänglich auf einem Schweizer Server betrieben. Die schweizerische Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie (SAFE) stellte 2008 erstmals Strafantrag gegen den Verantwortlichen des Portals. Da dieser nicht ermittelt werden konnte, wurde das Verfahren im Mai 2010 eingestellt. Die SAFE stellte einen Monat später erneut Strafanzeige.

Weitere Ermittlungen führten zu einem früheren Betreiber, gegen den Mitte April ein Strafbefehl über 90 Tagessätze wegen gewerbsmässiger Urheberrechtsverletzungen und Verletzungen des Markenrechts erging. Dieser Mann betrieb das Raubkopien-Portal nach eigenen Angaben von Dezember 2007 bis Juli 2009.

40 000 Franken Umsatz pro Monat

Gegenüber den Behörden sagte er aus, dass er in dieser Zeit zwischenzeitlich mehr als 40 000 Franken pro Monat mit der Seite erwirtschaftet habe. Als diese nicht mehr rentabel gewesen sei, habe er sie im Juli 2009 für 85 000 Euro weiterverkauft. Im Oktober 2010 wurde das Portal von 3dl.am zu drei.to umbenannt. Der aktuelle Eigner übernahm das Portal nach eigenen Angaben jedoch erst vor zwei Monaten.

Nach der Kino.to-Razzia Anfang Juni hat die Justiz bereits Millionen-Konten beschlagnahmt. Kino.to galt als das grösste deutschsprachige Portal, über das Kopien von Spielfilmen und Serien verbreitet wurden. Die Seite hatte etwa vier Millionen Nutzer täglich.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • A. Xanon am 22.06.2011 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    für den moment...

    ...ist die seite offline, in ein paar tagen geht eine kopie der seite wieder online. das internet kriegt man nicht tot... =)

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  • Tom Riddle am 01.07.2011 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hisst die Flaggen!

    Ich bin immernoch dafür, dass Piratebay sich eine Bohrinsel kauft und dort einen eigenen Staat, mit einen Gesetz errichtet. Dann dürfen wir alle dort hin ziehen und den ganzen Tag lang alles konsumieren was wir wollen...

  • alejandro am 22.06.2011 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Zimlich Heiss

    Je besser die Technick, je schwiriger wird es sein, diese Leute zu schnappen. Das sind keine normale Menschen, die haben ahnug. Desswegen, viel spass beim Suchen die Welt ist gross

Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael D. am 12.07.2011 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    kino.to Nachfolger

    Giebt ja jetzt schon lange nach der Schliessung von kino.to einen Nachfolger ^^

  • Tom Riddle am 01.07.2011 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hisst die Flaggen!

    Ich bin immernoch dafür, dass Piratebay sich eine Bohrinsel kauft und dort einen eigenen Staat, mit einen Gesetz errichtet. Dann dürfen wir alle dort hin ziehen und den ganzen Tag lang alles konsumieren was wir wollen...

  • alejandro am 22.06.2011 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    Zimlich Heiss

    Je besser die Technick, je schwiriger wird es sein, diese Leute zu schnappen. Das sind keine normale Menschen, die haben ahnug. Desswegen, viel spass beim Suchen die Welt ist gross

  • Jack Sparrow am 22.06.2011 16:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aussichtslos

    Die Piratenjäger führen einen aussichtslosen Kampf und könnten die weisse Flagge jetzt schon hissen! Sobald eine Seite nach monatelangen Ermittlungen vom netz genommen wird, taucht innert Tagen/Stunden ein neuer Klon auf. Wo eine Nachfrage besteht wider es immer auch ein Angebot geben! Pirating -> I like it :D

    • Tom Riddle am 01.07.2011 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Titellos

      Aber, aber... Haben Sie da nicht etwas vergessen, Jack Sparrow? Ein Captain, vielleicht? ;-)

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  • Mr.dbase am 22.06.2011 16:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ab zur Kasse

    Ich finde solche Seiten sollten rigors geschlossen und die Betreiber zur kasse gebeten werden. Auch Raubkopierer sollten gleich behandelt werden. Welcher Filmemacher oder Programmierer arbeitet gerne zum Null Tarif, oder gehen Sie am morgen frohlockend zur Arbeit und ende Monat gibt es einen feuchten Händedruck vom Chef?. Jede Arbeit hat ihren Preis, denn was nichts kostet ist auch nichts wert oder ist geklaut. Selbst Microsoft muss nun 290 Mio US$ Zahlen für klauen.

    • Quasimodo am 22.06.2011 16:57 Report Diesen Beitrag melden

      Trugschluss

      Es it ein von der Industrie geförderter Trugschluss, das was runtergeladen wurde auch gekauft worden wäre. Würde sich die Musikindustrie wieder vermehrt auf Qualität setzen statt auf raschen Profit wäre die Bereitschaft sicher grösser. Im übrigen bezahlen wir Abgaben noch und nöcher, über die Bilag, über die Datenträger, über die Kabelbetreiber etc. die den Interpreten zu gute kommen.

    • Tajno am 22.06.2011 17:04 Report Diesen Beitrag melden

      Na klar...

      Grundsätzlich ja, allerdings ist die Kostentransparenz der Unterhaltungsindustrie mehr als nur seicht. Ich weigere mich einen solch hohen Preis zu zahlen, nur weil die Herren etwaigige Musikvideos, Werbungen, Veranstaltungen und weiss der Geier was alles durchziehen. Ich bezahle das einfach nicht mit. Lieber erhalt ich ne Art OEM Version ohne Cover mit nem vernünftigen Preis. Davon abgesehen erhält der Künstler ja am wenigsten - wenn die Industrie einen 20 Jahre Trend verpennt und ihn dann gerichtlich einfordern will halte ich das für viel bedenklicher als Betreiber solcher Portale.

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