Messenger

04. Oktober 2019 04:18; Akt: 04.10.2019 04:35 Print

Regierungen wollen bei Facebook mitlesen

Die USA, Grossbritannien und Australien sind gegen die Pläne von Facebook, seinen Messengerdienst zu verschlüsseln.

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Die Regierungen der USA, Grossbritanniens und Australiens haben sich gegen die Pläne von Facebook für eine Verschlüsselung von Messengerdienst-Nachrichten gewandt.

In einem Schreiben an Facebook-Chef Mark Zuckerberg forderten Minister der drei Länder das Online-Netzwerk am Donnerstag auf, keine End-zu-End-Verschlüsselung vorzunehmen, ohne den Strafverfolgungsbehörden einen gesetzlich rechtmässigen Zugang zu den Nachrichten zu ermöglichen.

Die Kommunikation der Nutzer dürfe nicht so stark verschlüsselt sein, dass Ermittler diese im Bedarfsfall nicht lesen könnten, heisst es in dem Schreiben. Es gehe um «den Schutz unserer Bürger».

Unterschrieben wurde der Brief von US-Justizminister Bill Barr, dem amtierenden US-Heimatschutzminister Kevin McAleenan, der britischen Innenministerin Priti Patel und ihrem australischen Kollegen Peter Dutton.

Schutz von Kindern

Die drei Regierungen begründeten ihre Forderung mit dem Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch. Allein 2018 meldete Facebook fast 17 Millionen Fälle möglichen Kindesmissbrauchs, mit der geplanten Verschlüsselung wären rund 12 Millionen Fälle davon aber wohl nicht bemerkt worden, wie es in dem Brief nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums vom Donnerstag hiess.

Facebook will seinen Mitteilungsdienst Messenger künftig stärker verschlüsseln. Mit der sogenannten end-to-end Verschlüsselung hätte die Firma keinen Zugriff mehr auf die direkt von einem Nutzer zu einem anderen Nutzer gesendeten und verschlüsselten Nachrichten.

Damit könnte Facebook auch bei gerichtlich angeordneten Überwachungen oder Durchsuchungsbefehlen nicht mehr auf die Nachrichten zugreifen. Diese Barriere könne es Kriminellen erlauben, einer Strafverfolgung zu entgehen, weil wichtige Beweise versteckt blieben, heisst es in dem Brief der drei Regierungen weiter.

Facebook will nicht mitmachen

Facebook verteidigte seine Pläne – und erteilte der Forderung der Minister eine Absage. «Wir wenden uns entschieden gegen Versuche von Regierungen, Hintertüren einzubauen», erklärte das soziale Netzwerk. «Das würde die Privatsphäre und Sicherheit von Menschen überall untergraben.»

Sicherheitsbehörden in aller Welt wollen im Zuge von Ermittlungen auf Nachrichten zugreifen können, die über Messengerdienste verschickt wurden – ähnlich wie beim Abhören von Telefonen. Eine Verschlüsselung erschwert den Strafverfolgungsbehörden den Zugriff auf solche Kommunikation erheblich.

Facebook wendet beim Messengerdienst Whatsapp bereits eine End-zu-End-Verschlüsselung an. Viele Datenschützer sehen in der stärkeren Verschlüsselung einen Vorteil, weil alle Gesprächsinhalte besser vor unbefugtem Zugriff geschützt werden.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eli Rosa am 04.10.2019 05:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überwachung

    Als ob es nicht schon genug wäre dass Facebook und die NSA alles mitliest. Wollen jetzt alle andern auch noch spionieren! Blitzer die automatisch Bussen verschicken, Einkaufstempel die die Kunden auf Schritt und Tritt überwachen und Pseudo Überwachungskameras, die der Sicherheit dienen sollen an jeder Ecke. Überwachung der Bürger in reinster Form. China wir kommen dir immer näher!

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  • Eli Rosa am 04.10.2019 05:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überwachung

    Trotz der End zu End verschlüsselung sollte allen klar sein, dass Facebook wie auch die NSA alles mitlesen kann! Bei Facebook wie auch bei WhatsApp!

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  • Eli Rosa am 04.10.2019 05:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach so

    «Wir wenden uns entschieden gegen Versuche von Regierungen, Hintertüren einzubauen», erklärte das soziale Netzwerk. «Das würde die Privatsphäre und Sicherheit von Menschen überall untergraben.» Ach ja, na dann wenn er es sagt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Delphin64 am 05.10.2019 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeitvertreib!

    Keine Angst! Die Regierungen wollen nur aus Zeitvertreib mitlesen! Sie haben ja sonst nichts zu tun!

  • Bruno Kindler am 05.10.2019 08:05 Report Diesen Beitrag melden

    Swisscom Mitarbeiter

    Wenn sämtlicher Internettraffic in der Schweiz über huawei Komponenten läuft, muss man sich keine Gedanken über amerikanische Regierungen machen die evtl. mitlesen könnten

    • Mike am 05.10.2019 08:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bruno Kindler

      Wenn ich ehrlich bin macht mir die chinesische Regierung mehr Angst als die Amerikanische. Vor allem beim Thema Datenschutz.

    • Klaus Frick am 05.10.2019 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bruno Kindler

      ... und wenn bei Swisscom ALLE mitlesen?

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  • Ralle am 05.10.2019 01:29 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ab jetzt sondern immernoch

    Eigentlich sollte es eher heissen, das diese Regierungen weiterhin alles lesen können wie es ihnen beliebt.

  • Daniel am 04.10.2019 18:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja genau.

    Ja und ich wil auch bei den Behörden mit lesen! STASI und Kommunismus kommt in der Schweiz. Wir können gleich die Mauer hoch ziehen zwischen zürich und Bern Basel etc.

  • Nick71 am 04.10.2019 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja sicher und

    Ich will bei der Regierung auch mithören und lesen was die abmachen