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15. Mai 2019 15:47; Akt: 15.05.2019 15:47 Print

Erste Stadt verbietet ihrer Polizei Gesichtserkennung

Premiere in den USA: San Francisco hat den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie durch die Behörden verboten. Sie bedrohe die Freiheit.

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Der Einsatz von Gesichtserkennung drohe rassistische Ungerechtigkeit zu verschärfen und «bedroht unsere Möglichkeit, frei von ständiger Beobachtung durch die Regierung zu leben», heisst es in einem Beschluss des Stadtrats von San Francisco. Deshalb werde der Einsatz von Gesichtserkennungstechnologie durch Behörden in der kalifornischen Metropole verboten.

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Die städtische Polizei und andere städtische Behörden dürfen gemäss der Entscheidung keinerlei Technologie im Bereich der Gesichtserkennung erwerben, besitzen oder nutzen. Flughäfen oder andere von den Bundesbehörden betriebene Einrichtungen sind von dem Verbot ausgenommen.

Überwachung der Bevölkerung

Kritiker argumentieren, Systeme zur Gesichtserkennung bedeuteten einen starken Eingriff in die Privatsphäre. Zudem drohe die Gefahr, dass Unschuldige fälschlicherweise als Straftäter identifiziert werden könnten.

Die amerikanische Bürgerrechtsorganisation ACLU warnt, mit der Technologie könne die Öffentlichkeit wahllos und ohne konkreten Verdacht oder Anhaltspunkte flächendeckend überwacht werden. Befürworter der Technologie halten dem entgegen, Gesichtserkennung helfe der Polizei im Kampf gegen die Kriminalität und bringe mehr Sicherheit.

Starke Gegenposition

Es stünden aber nicht alle hinter dem Entscheid der Stadt, schreibt Theregister.co.uk. Die Information Technology and Innovation Foundation (ITIF), hinter der unter anderem verschiedene Tech-Unternehmen stecken, hat sich gegen ein Verbot ausgesprochen. Denn ein Bann solcher Technik würde die öffentliche Sicherheit gefährden, schrieb die Organisation vor rund einem Jahr.

In der Schweiz ist der Einsatz von Gesichtserkennung noch wenig verbreitet. Zwar gibt es eine solche bei der Passkontrolle am Flughafen Zürich. Bei der normalen Polizeiarbeit wird die Gesichtserkennung laut Viktor Györffy, Anwalt und Präsident von Grundrechte.ch, hierzulande aber noch nicht eingesetzt. Dazu bräuchte es zunächst rechtliche Grundlagen, wie er der «Wochenzeitung» erklärte.

(swe/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Datenschutzdude am 15.05.2019 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Der richtige Schritt

    Bravo San Francisco!

  • Orwell am 15.05.2019 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Verstecken geht nicht

    Richtig so. Man erkundige sich mal was in Urumchi (China) abgeht. Bis 2020 sollen > 600 Millionen Kameras in ganz China installiert werden. Es dauert max. 7 Sekunden bis jede (!) Person identifiziert ist, überall, im ganzen Land. Bei einem Konzert habe sie schon einen Mann unter 50'000 Besuchern herausgeholt.

    einklappen einklappen
  • Omid am 15.05.2019 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich staune

    waauu man lese und staune. Weiter so

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin 1979 am 16.05.2019 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesichtserkennung

    Gesictserkennung finde ich gut weil die Polizisten/in in Ruhe lassen

  • Neumann am 16.05.2019 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommt auch hier

    Wird in 40 Jahren sowieso überall üblich sein, die Totalüberwachung des Volkes durch die regierende sog. Elite.

    • Kommentar am 16.05.2019 19:37 Report Diesen Beitrag melden

      Titel

      40 Jahre? Es geht etwas schneller vorwärts!

    • Altmann am 16.05.2019 19:39 Report Diesen Beitrag melden

      Warum 40 Jahre?

      5 G ist aber bereits Ende Jahr installiert und niemand kann dagegen was tun.

    einklappen einklappen
  • Mary Jane am 16.05.2019 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wählt weise

    Wer seine Freiheit für die Sicherheit aufgibt wird am Ende merken, dass er beides verloren hat! Ein Zitat, welches sich einige Kommentarschreiber verinnerlichen sollten

  • Riverside am 16.05.2019 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe nichts zu verbergen...

    ...wer so denkt ist eine Gefahr für die Freiheit und dürfte sich nicht mehr Fortpflanzen dürfen.. Keine Ahnung von Geschichte und nicht fähig sich vorzustellen, was die Zukunft bringen wird, wenn es so weitergeht..

  • Cavi33 am 16.05.2019 11:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Richtig, sind ja nicht in China

    China hat da sicher andere Prioritäten, es reicht ja wenn bei Verbrechen die Gesichtserkennung wenigstens eingesetzt werden kann sofern dies nötig ist. Wir haben Janosch die DNA Analyse.