600 Millionen betroffen

21. März 2019 19:07; Akt: 21.03.2019 19:58 Print

Schon wieder Passwort-Panne bei Facebook

Facebook speicherte Millionen Passwörter unverschlüsselt auf internen Servern ab. Gemäss dem Netzwerk soll ein Missbrauch der Daten durch Mitarbeiter ausgeschlossen werden können.

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Das Online-Netzwerk Facebook hat zugegeben, die Passwörter von Millionen Nutzern in unverschlüsselter Form auf seinen internen Servern gespeichert zu haben. Facebook war im vergangenen Jahr von einer Serie von Skandalen erschüttert worden. Unter anderen kam heraus, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern bei der Datenanalysefirma Cambridge Analytica gelandet waren. Daten sollen unter anderem unerlaubt im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf für die Kampagne des heutigen Amtsinhabers Donald Trump genutzt worden sein. Nach dem Bekanntwerden des Skandals hatte Cambridge Analytica angekündigt, alle Tätigkeiten einzustellen. Mark Zuckerberg am Tag vor seiner Anhörung in Washington. (9. April 2018) «Ich denke, die Leute sollten uns daran messen, dass wir aus unseren Fehlern lernen»: Mark Zuckerberg. (Archivbild) Hat sich entschuldigt und Reformen angekündigt: Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (Archivbild) Massnahme nach dem Datenskandal: Facebook kündigte an, den Nutzern eine bessere Kontrolle über ihre Daten zu gewähren. Der für Cambrige Analytica tätige Datenexperte Christopher Wylie bei der Anhörung im britischen Parlament. (27. März 2018) Deutschland sieht eine «Gefahr für die Demokratie»: Facebook durch eine Brille gesehen. (Archivbild) «Die Frage, was mit den Daten von 30 Millionen deutschen Nutzerinnen und Nutzern passiert, ist eine zentrale Frage des Verbraucherschutzes»: Die deutsche Justiz- und Konsumentenschutzministerin Katarina Barley. (20. März 2018) Ruft seine Follower zum Löschen von Facebook auf: Brian Acton, Mitgründer von Whatsapp, an einer Konferenz in Laguna Beach, Kalifornien. (25. Oktober 2016) Der Druck auf ihn wächst: Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich noch nicht persönlich zum aktuellen Skandal geäussert. (Archivbild) Die Datenanalysefirma Cambridge Analytica, die sich mutmasslich Daten von 50 Millionen Facebook-Nutzern verschafft hat, beurlaubt ihren CEO, Alexander Nix. (20. März 2018) Fiel auf eine List des britischen Senders Channel 4 herein: Cambridge-Analytica-Chef Alexander Nix verlässt sein Büro in London. (20. März 2018) Die US-Konsumentenschutzbehörde FTC untersucht einem Bericht der «Washington Post» zufolge auch Facebook. (Archivbild) Cambridge Analytica hat nach eigenen Angaben einen Grossteil seines Wahlkampfs bestritten: US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)

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Das Online-Netzwerk hat eingeräumt, die Passwörter von hunderten Millionen Nutzern in unverschlüsselter Form auf internen Servern gespeichert zu haben. Die Passwörter seien aber «niemals» für Aussenstehende sichtbar gewesen und es gebe «bislang» keinen Hinweis darauf, dass Mitarbeiter sie missbraucht hätten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Betroffen sind Nutzer der Dienste Facebook, Facebook Lite und Instagram.

Das «Problem», das kürzlich bei einer Routineüberprüfung entdeckt worden sei, sei mittlerweile behoben worden, schrieb der für Sicherheit und Privatsphäre zuständige Facebook-Vizepräsident Pedro Canahuati in einem Blogeintrag. Die Betroffenen – hunderte Millionen Nutzer der App Facebook Lite, Millionen weitere Facebook-Kunden sowie zehntausende Nutzer des Fotoplattform Instagram – würden informiert. Dabei handle es sich um eine Vorsichtsmassnahme.

Nach Angaben der auf Cybersicherheit spezialisierten Internetseite KrebsOnSecurity hatten vermutlich mehr als 20'000 Facebook-Angestellte zum Teil über mehrere Jahre Zugriff auf die im Klartext gespeicherten Passwörter, die eigentlich in verschlüsselter Form auf den Servern abgelegt werden sollten. Bis zu 600 Millionen Nutzer seien davon betroffen, berichtete die Website unter Berufung auf interne Facebook-Quellen.

Nicht die erste Panne

Facebook war im vergangenen Jahr von einer Serie von Skandalen erschüttert worden. Unter anderen kam heraus, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern bei der Datenanalysefirma Cambridge Analytica gelandet waren. Sie sollen unter anderem unerlaubt im vergangenen US-Präsidentschaftswahlkampf für die Kampagne des heutigen Amtsinhabers Donald Trump genutzt worden sein.

Im Herbst hatten Hacker eine Sicherheitslücke bei Facebook ausgenutzt, um sich Zugang zu 29 Millionen Nutzerkonten zu verschaffen. Bei 14 Millionen der Betroffenen konnten die Angreifer nach Angaben des Unternehmens auch persönliche Daten einsehen, die auf Facebook gepostet wurden – etwa Geschlecht, Beziehungsstatus, Wohnort, Geburtsdatum oder kürzlich besuchte Orte.

(bee/afp)