VPN-Nutzer im Visier

15. Januar 2016 10:53; Akt: 15.01.2016 13:12 Print

Schweiz muss sich von US-Netflix verabschieden

Netflix will Kunden bestrafen, die per VPN-Dienste Ländersperren umgehen. Eine Umsetzung dürfte sich aber als schwierig erweisen.

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Mit VPN-Diensten und Proxyserven lässt sich vorgaukeln, dass man mit dem Computer oder Smartphone in einem anderen Land ist, obwohl man physisch gar nicht da ist. Viele Netflix-Kunden nutzen diesen Trick, um die vom Streamingdienst vorgegebenen Ländersperren zu umgehen – und so zum Beispiel auf die viel grössere Serien- und Filmauswahl in den USA Zugriff zu erhalten.

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Doch damit soll jetzt Schluss sein. Der Streamingdienst will den virtuellen Grenzhüpfern in den nächsten Wochen einen Riegel schieben: «Dann wird es nicht mehr möglich sein, die Zugriffsbeschränkungen mit solchen Mechanismen zu umgehen», schreibt David Fullagar, Vizepräsident der Inhalte-Auslieferung, in einem Blogeintrag. Anfang 2015 hatte Netflix-CEO Reed Hastings die VPN-Dienste noch als unproblematisch bezeichnet. Mit der aktuellen Ankündigung dürfte Netflix aber die Rechteinhaber beschwichtigen wollen, da gewisse Serien oder Filme nur für einzelne Länder lizenziert werden.

Ziel: Alle Inhalte weltweit

Seit wenigen Tagen ist Netflix nämlich in 190 Ländern verfügbar. Bis alle Inhalte weltweit gleichzeitig zur Verfügung stehen, muss der Anbieter allerdings noch einige Hürden meistern. «Es ist aber ein Ziel, auf das wir stetig hinarbeiten», schreibt Fullager. Unklar ist, wie Netflix das angekündigte VPN-Verbot umsetzen will. Dass das technisch nicht einfach werden dürfte, zeigt das Beispiel China. Dort soll zwar die «Great Firewall» die Einwohner davon abhalten, auf Facebook, Google oder zahlreiche andere von den Behörden zensierte Inhalte zuzugreifen, doch selbst das lässt sich mit den richtigen VPN-Diensten umgehen.

Unklar ist auch, was für Konsequenzen den Netflix-Kunden drohen, die weiterhin solche Dienste nutzen, um virtuell die Grenzen zu übertreten. Illegal ist der VPN-Trick indes nicht. «Ich gehe davon aus, dass sich Schweizer, die über entsprechende VPN-Anbieter und unter falscher Wohnsitzangabe Netflix nutzen, nicht strafbar machen», sagt Rechtsanwalt Martin Steiger. Da man aber gegen die Nutzungsbedingungen von Netflix verstösst, muss man im schlimmsten Fall damit rechnen, dass das Konto gesperrt wird.

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomi E. am 15.01.2016 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Dann sag ich leise goodbye

    Wenn ich nichtmehr über Netflix-USA sehen kann verlieren sie mich halt einfach als Kunden punkt.

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  • Tal Isman am 15.01.2016 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Angebot

    Anstatt Aufwand in diese Richtung zu betreiben sollte sich Netflix lieber mal bemühen das Schweizer Angebot zu verbessern. Der Dienst kostet hier ein gutes Stück mehr und hat nicht mal ansatzweise eine vergleichbare Auswahl wie in den Staaten. Von mir aus können sie gerne einfach das selbe anbieten, auch wenn es halt noch nicht synchronisiert wurde.

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  • Naith am 15.01.2016 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird nix

    Nutze ich zwar nicht aber kanns gut verstehen. Die Filmindustrie muss aber noch lernen das sie mit solche Aktionen nur sich selber schadet. Schon seltsam das sie von der ähnlichen situation damals bei der Musikindustrie nichts gelernt haben. Whrscheinlich werden sie erst aufwachen wenns zu spät ist und ein anbieter nach dem anderen Pleite geht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • lüchinger am 16.01.2016 23:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kunde

    weil das angebot eben so klein ist werden sie auch kunden verlieren! ich nerv mich schon länger es sind schon längst neue staffeln öffentlich und netflix liegt hinterher!

  • M.B am 16.01.2016 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird wieder illegal

    Wenn das VPN nicht mehr funzt, dann wird das Abo gekündigt und Torrent wird wieder aktiviert. Ganz einfach. Sie puschen dich ja illegale Sachen zu machen..

    • Joel E. am 16.01.2016 19:25 Report Diesen Beitrag melden

      Wieso illegal

      Ist ja bekanntlich legal. Ich downloade alles. Dann habe ich meine freiheit und schiebe denn Amis nicht noch mehr geld zu.

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  • Peter am 16.01.2016 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    Alternativen

    Wenn wir das bezahlte Angebot nicht bekommen haben wir in der Schweiz ja glücklicherweise legale Alternativen.

  • michi am 16.01.2016 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was soll das gejammer?

    wer mit den AGBs nicht einverstanden ist, soll die dienstleistung nicht nutzen. finde netflix auch nicht toll, aber es gibt ja noch bessere dienste. also was solls?

    • R.P. am 16.01.2016 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @michi

      also nenn mir nur einen besseren dienst der in der Schweizangeboten wird....

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  • Carlos1971 am 16.01.2016 09:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lizenz- und Urheberrecht verletzt

    Wenn Netflix für Serien oder Spielfilme die Lizenz nur für bestimmte Länder erwerben konnte, verletzt sie das Urheberrecht, wenn sie "fremdschauen" nicht unterbindet. Angenommen, ein amerikanischer Sender erwirbt die Lizenz um den "Bestatter" in den USA zu senden. Netflix darf in der Schweiz den Bestatter zeigen, jedoch nicht in den USA, da ihr dort die Lizenz fehlt. Wenn der US-Sender fest stellt, dass Zuschauer aus den USA sich den Bestatter in der Schweiz anschauen, weil auf Netflix keine Werbung läuft, wird der US-Sender wohl Klage einreichen. Je nach Höhe der Entschädigungssumme würde sich dann Netflix leise verabschieden. Ich weiss, der geschilderte Fall ist hypothetisch, geht aber auch noch komplizierter.

    • Köbeli am 16.01.2016 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Carlos1971

      Man kann auch ganz einfach aufhören mit der ganzen Urheberrechtsschei...

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