Gesuche

22. Juli 2014 16:59; Akt: 22.07.2014 17:37 Print

Schweizer wollen 1700 Google-Einträge loswerden

Der Europäische Gerichtshof hat im Mai entschieden, dass jeder ein «Recht auf Vergessen» im Internet hat. Hunderte Schweizer haben seither Gesuche bei Google eingereicht.

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Startseite von Google. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

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Hunderte von Schweizerinnen und Schweizern wollen, dass Google Links löscht, die sie betreffen. Seit Ende Mai sind bei Google 1645 Gesuche zu 7085 Adressen eingegangen. Unter anderem wollen ehemalige Politiker Informationen entfernt haben – und Hoteliers wollen negative Bewertungen loswerden.

Grundsätzlich kann Google mit der Behandlung der Gesuche sofort beginnen. Noch ist das amerikanische Unternehmen aber am Vorbereiten. Man werde sicher auf Experten im Schweizer Recht zurückgreifen, sagte Google-Schweiz-Sprecher Samuel Leiser am Dienstag zur Nachrichtenagentur SDA.

Die Gesuche sind Folge eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs. Im Mai hatten die Richter entschieden, jeder Einzelne habe ein «Recht auf Vergessen» im Internet. Dazu zählt unter anderem das Recht, Links auf Seiten mit veralteten oder ungenauen persönlichen Angaben entfernen zu lassen.

Recht der Öffentlichkeit auf Information

Von zentraler Bedeutung ist das Abwägen zwischen dem «Recht auf Vergessen» sowie dem Schutz der Privatsphäre eines Individuums und dem «Recht auf Information» der Öffentlichkeit. Was also gestrichen und was beibehalten wird, ist von Land zu Land unterschiedlich.

Die Entscheide sind heikel. Viele Streichungsgesuche stammten von ehemaligen politischen Führungsfiguren, sagte Leiser. Sie wollten Artikel entfernt haben, in denen es um ihre Amtszeit geht. Auch Hoteliers wollen negative Bewertungen ihres Hauses loswerden.

Laut Leiser hat Google bisher keine länderspezifischen Arbeitsgruppen eingesetzt. Möglich wäre die Schaffung spezialisierter Teams, die sich mit ganzen Regionen oder mit Ländergruppen befassen.

Auf Google.ch weg – auf Google.com noch da

Ein Problem beim Entfernen besteht darin, dass ein Link, der auf Google.ch entfernt wurde, immer noch auf Google.com verfügbar ist. «Die EU-Richter haben offenbar nicht begriffen, wie das Internet funktioniert», sagt Ruedi Noser. Der Zürcher FDP-Nationalrat beabsichtigt nach eigenen Angaben aber nicht, einen Vorstoss zum Thema einzureichen.

Dabei hätte Google gern «Unterstützung», wie Leiser sagt. Vom EU-Gerichtshof werde man mit den schwierigen Entscheiden allein gelassen. Gerade in diesen Belangen sei nie etwas nur schwarz oder nur weiss.

Treffen mit europäischen Behörden am Donnerstag

Google kann seine Bedenken bald äussern. Auf Donnerstag dieser Woche, den 24. Juli, ist ein Treffen mit den europäischen Behörden angesetzt, die für den Schutz personenbezogener Daten zuständig sind.

Im Hinblick darauf hat Google ein Konsultativkomitee für die 32 Länder geschaffen, die vom Gerichtsentscheid betroffen sind. Die Mitglieder treten als unabhängige Experten auf. Im Komitee sitzen Vertreter von Universitäten und Medien, Informatikspezialisten und Datenschutzexperten.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 22.07.2014 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Manche haben keine Ahnung

    Haha die haben wirklich nichts begriffen. Die Richter, und auch die Leute die sich an Google wenden. Denn die Daten sind immer noch da und erscheinen bei allen anderen Suchmaschinen oder bei Direkteingabe der Internetseite immer noch. Meinen die, die ganze Welt nutzt nur Google? Da ist es einfacher, sich dorthin zu wenden, wo die ungewünschten Daten gespeichert sind, damit sie ganz entfernt werden. (z.B. Internetseite, Forum einer Seite usw.) Das geht meistens gut und schnell. Wobei auch das keine Garantie ist, dass die Daten noch irgendwo anders vorliegen usw.

  • mike am 22.07.2014 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    hahaha, dass dieses Gesetz ein absoluter Witz ist zeigt das es bereits Suchmaschinen mit genau diesen Links gibt. Und was macht Google, richtig Sie suchen .... die Quelle ist immer noch da.... die Leute sind so naiv....

  • Conrado Böni am 22.07.2014 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Daten

    Ja jetzt müssen wir uns Gedanken machen was mit den Ausweis Kopien gemacht wird die Google verlangt zum löschen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • MyLord am 23.07.2014 00:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kann man Youtube loswerden?

    Ich will dass Youtube aus der Google Suche verschwindet. Geht das?

    • Uranus am 23.07.2014 15:49 Report Diesen Beitrag melden

      Sicher

      Sicher geht das, man kann auch das Internet löschen

    einklappen einklappen
  • mike am 22.07.2014 22:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    hahaha, dass dieses Gesetz ein absoluter Witz ist zeigt das es bereits Suchmaschinen mit genau diesen Links gibt. Und was macht Google, richtig Sie suchen .... die Quelle ist immer noch da.... die Leute sind so naiv....

  • Conrado Böni am 22.07.2014 20:07 Report Diesen Beitrag melden

    Noch mehr Daten

    Ja jetzt müssen wir uns Gedanken machen was mit den Ausweis Kopien gemacht wird die Google verlangt zum löschen.

  • Dani am 22.07.2014 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Manche haben keine Ahnung

    Haha die haben wirklich nichts begriffen. Die Richter, und auch die Leute die sich an Google wenden. Denn die Daten sind immer noch da und erscheinen bei allen anderen Suchmaschinen oder bei Direkteingabe der Internetseite immer noch. Meinen die, die ganze Welt nutzt nur Google? Da ist es einfacher, sich dorthin zu wenden, wo die ungewünschten Daten gespeichert sind, damit sie ganz entfernt werden. (z.B. Internetseite, Forum einer Seite usw.) Das geht meistens gut und schnell. Wobei auch das keine Garantie ist, dass die Daten noch irgendwo anders vorliegen usw.

  • LarsZ am 22.07.2014 19:23 Report Diesen Beitrag melden

    gelesen?

    @konsument: Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen. Vollkommen egal, ob Sie löschen lassen oder nicht. Ihnen wird dann nur das Suchergebniss auf google.com angezeigt und nicht mehr auf google.ch. Und Ländern mit EU Recht hat das überhaupt nichts zu tun. Im Gegenteil, von denen ging die Klage aus. Ich glaube sogar, Deutschland hatte als erstes geklagt. Habs irgenwo mal gelesen.