GPS

14. März 2019 09:37; Akt: 14.03.2019 09:47 Print

Sicherheitsexperte warnt vor dem Fliegen am 6. April

Steht uns nächsten Monat ein Verkehrschaos bevor? Experten warnen, dass eine geplante GPS-Umstellung weitreichende Folgen haben könnte.

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«Am 6. April werde ich nicht fliegen», sagte Bill Malik, Vizepräsident der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro, an einer Konferenz Anfang März 2019. Mit der Aussage löste er eine Welle an Artikeln aus und sorgte in den sozialen Medien für Aufsehen. Der Grund für seine Äusserung: In der Nacht vom 6. auf den 7. April (Schweizer Zeit) beginnt eine neue Epoche. Beim Global Positioning System, kurz GPS, steht eine Anpassung beim auch für die Standortbestimmung verwendeten Zeitstempel an. Bereits 2018 hatte die US-Regierung auf die nun anstehende Umstellung hingewiesen. Ein britischer GPS-Hersteller warnt zudem, dass neben dem Flugverkehr auch Finanzmärkte, Energieerzeuger und Rettungsdienste in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Was also soll man am 7. April tun? 20 Minuten hat bei Johann Richard nachgefragt. Richard ist wissenschaftlicher Berater beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und Delegierter bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Betroffen seien von der Umstellung vor allem Geräte der ersten Generation, also solche, die einen alten 10-Bit-Zähler nutzen, erklärt Richard. Der Experte des Bundes relativiert die Aussagen von Malik. Ihm sei kein kritisches System bekannt, das ausschliesslich auf diese GPS-Zeit vertraut. So werde es meist auch in der Luftfahrt nur als Backup genutzt. «Die Rega zum Beispiel nutzt EGNOS. Das ist ein viel genaueres und speziell abgesichertes Netz, womit man auch bei Nebel oder in geringer Höhe fliegen kann», erklärt Richard. Auch habe es beim letzten Epochenwechsel im Jahr 1999 keine grösseren Probleme gegeben. Neuere Geräte – wie zum Beispiel Smartphones – haben keinerlei Probleme mit der Umstellung. Andere GNSS (Globale Navigationssatellitensystem), wie etwa das europäische Galileo seien von dieser Umstellung nicht betroffen.

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In der Nacht vom 6. auf den 7. April (Schweizer Zeit) beginnt eine neue Epoche. Beim Global Positioning System, kurz GPS, steht eine weitreichende Anpassung an. Dies bereitet einigen Experten Sorgen. So warnte Bill Malik, Vizepräsident der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro, an einer Konferenz Anfang März vor der Umstellung, da GPS in vielen Bereichen ein kritisches System sei. «Am 6. April werde ich nicht fliegen», sagte der Amerikaner gegenüber Tomsguide.com.

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Ein britischer GPS-Hersteller warnt zudem, dass Finanzmärkte, Energieerzeuger und Rettungsdienste in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Bereits 2018 hatte die US-Regierung auf die nun anstehende Umstellung hingewiesen. Der Grund für die Aufregung: GPS-Satellitensignale beinhalten unter anderem einen Zeitstempel, der auch zur Berechnung des Standortes verwendet wird. Diese Angabe, die GPS-Zeit, benötigt nur 10 Bit Speicherplatz. Allerdings können so auch nur maximal 1023 Wochen definiert werden. Bei älteren Systemen beginnt deshalb Anfang April der Zähler wieder bei Null, was zu Problemen führen könnte.

EGNOS statt GPS

Was also soll man am 7. April tun? 20 Minuten hat bei Johann Richard nachgefragt. Richard ist wissenschaftlicher Berater beim Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und Delegierter bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

Betroffen seien von der Umstellung vor allem Geräte der ersten Generation, also solche, die den veralteten 10-Bit-Zähler nutzen, erklärt Richard. Der Experte des Bundes relativiert die Aussagen von Malik. Ihm sei kein kritisches System bekannt, das ausschliesslich auf diese GPS-Zeit vertraut. So werde es meist auch in der Luftfahrt nur als Backup genutzt.

«Die Rega zum Beispiel nutzt EGNOS. Das ist ein viel genaueres und speziell abgesichertes Erweiterungssystem zu GPS, womit man auch bei Nebel oder in geringer Höhe fliegen kann», erklärt Richard.

157 Jahre bis zur nächsten Umstellung

Richard weist auf einen weiteren wichtigen Punkt hin: «Im Jahr 1999 fand der letzte Epochenwechsel statt. Damals waren noch viel mehr ältere GPS-Receiver im Einsatz. Es traten dabei aber weder im Flugverkehr noch andernorts grössere Probleme auf», erklärt Richard.

Neuere Geräte – wie zum Beispiel Smartphones – haben keinerlei Probleme mit der Umstellung. Sie nutzen einen verbesserten Standard oder setzen auf das neue 13-Bit-System. Mit diesem dauert eine GPS-Epoche 8192 Wochen, sprich 157 Jahre. Andere GNSS (Globale Navigationssatellitensystem), wie etwa das europäische Galileo seien von dieser Umstellung nicht betroffen.

Fliegst du am 6. April? Macht dir die GPS-Umstellung Sorgen?

(tob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pilot am 14.03.2019 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch?

    Das ist kein Sicherheitsexperte, sondern einer der keine Ahnung von Aviatik und Navigation hat. Den auf Panik machenden Titel entbehrt jeglicher Grundlage

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  • Pilot am 14.03.2019 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Pilot

    Was für ein Quatsch! Selbstverständlich fliege ich an diesem Tag, sogar mehrmals. Flugzeuge funktionieren, wenn es sein muss, auch ganz gut ohne GPS. Gibt ja noch genügend andere Navigationsmethoden. Warum man den Fluggästen jetzt wegen nichts und wieder nichts Angst machen muss, bleibt mir ein Rätsel.

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  • W. Meier am 14.03.2019 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Immer diese "Experten "

    Hallo da fliegen Piloten und nicht Politiker

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fritz Fischer am 15.03.2019 08:39 Report Diesen Beitrag melden

    Halb so wild...

    Jeder Pilot lernt sich anhand von Sichtflugregeln im Luftraum zu orientieren, ob das GPS nun ausfällt oder nicht ist Nebensache. Klar nicht Sinn der Sache, jedoch besteht dadurch noch lange kein Sicherheitsrisiko.

  • Linda die Echte. am 14.03.2019 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wie war das nun

    Damals als die Jahrtausendwende kam! Alle Computer laufen nicht mehr, erkennen die Datums nicht! Genau und die Welt stand damals still, oder nun doch nicht. Kann mich nicht mehr erinnern, meiner war auf jeden Fall immer ok. Und warum sollte es beim fliegen Probleme geben? Es hat mehr als ein Navi System rund um die Erdkugel.

  • Max Junior am 14.03.2019 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nur alte Leute sind betroffen

    Als Fussgänger und gläubiger Gretaner brauche ich am Himmel kein GPS. Wie fast alle Jungen fliege ich nämlich nie und habe deshalb auch keine Angst davor.

  • Kimmenschimmel am 14.03.2019 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Olala

    Ich fliege am 8.4 nach Peking. Wen genau kann ich jetzt verklagen?

  • Schnitzefreak am 14.03.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe meine Landkarte

    Hilfe, was passiert dann mit meiner Faltbaren landkarte? Ich habe Angst, das ich die Falsch Aufklappe. Man wer schreibt so einen Mist? GPS wird von Flugzeugen nur als Sicherrung vor der Sicherrung wenn das Sicherungssystem aussteig. Also wenn 4 Systeme versagen ist dann GPS dran, und selbst das sollen Piloten dann nicht nutzen, sondern nach Karte und Sicht fliegen. Hauptsache mal wieder Ahnungslosen einen Artikel schreiben lassen.