Gegen Elektroschrott

14. Januar 2020 15:15; Akt: 14.01.2020 15:15 Print

EU fordert einheitliche Ladekabel für Geräte

Ein Kabel für das iPad, ein zweites für das Samsung-Phone und ein drittes für den Kindle: Damit soll bald Schluss sein. Die EU will jetzt handeln.

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Worum geht es?

Das Europaparlament fordert eine Vereinheitlichung der Ladekabel. Wie am Montag mitgeteilt wurde, wollen die Parlamentarier sicherstellen, dass Firmen wie Apple oder Samsung für elektronische Geräte keine unterschiedlichen Lade-Anschlüsse mehr vertreiben dürfen, berichtet die «Zeit». Davon betroffen sind Geräte wie Smartphones, Tablets oder E-Reader.

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Wo liegt das Problem mit verschiedenen Ladekabeln?

Verschiedene Anschlüsse führen zu viel Elektroschrott. Allein wegen unterschiedlicher Ladekabel fallen laut dem Parlament jährlich rund 51'000 Tonnen an. Ausserdem ist es für die Kunden lästig, ständig mehrere Ladekabel benutzen zu müssen oder das Android-Handy in einem Apple-Haushalt nicht aufladen zu können.

Ist die Debatte neu?

Nein. Bereits im Jahr 2009 kam die Diskussion um die Ladekabel auf. Damals waren noch rund 30 verschiedene Anschlüsse auf dem Markt. Seither hat sich die Anzahl verschiedener Ladekabel reduziert, da die meisten Anbieter nun Micro-USB- oder USB-C-Anschlüsse benutzen. Nur Apple beharrt nach wie vor auf seinem Lightning-Anschluss.

Wie sieht die Situation in der Schweiz aus?

In der Schweiz hat der Bundesrat 2015 entschieden, dass ab dem Jahr 2017 alle Handys und Tablets mit einem einheitlichen Ladegerät kompatibel sein müssen. Damals wurde angegeben, dass Geräten, die sich nicht an diese Vorschrift halten, ein Verkaufsverbot auferlegt werden könnte. Jahre später verkauft Apple aber auch in der Schweiz noch immer Telefone mit anderen Anschlüssen.

Wieso passt sich Apple nicht einfach an?

Bereits vor einem Jahr äusserte sich Apple gegenüber der EU zur Kritik an den Lightning-Anschlüssen. Damals sagte ein Sprecher: «Mehr als eine Milliarde Apple-Geräte nutzen die Lightning-Kabel. Eine Änderung in der Legislatur könnte dazu führen, dass wir unzählige Adapter oder neue Kabel an Hunderte Millionen von Apple-Nutzern verschicken müssen. Das würde einen monumental grossen Haufen an Elektroschrott generieren.» Ausserdem würde eine Regulierung der Ladekabel zu einem Einfrieren der technologischen Innovation in diesem Sektor führen.

Wie geht es im EU-Parlament weiter?

EU-Politikerin Evelyne Gebhardt geht davon aus, dass die Industrie das Problem nicht von selber lösen wird. Man solle sich nicht mehr auf die «Hinhaltetaktik der Lobbyisten» einlassen, sondern endlich verbindliche Standards fordern, meint sie. Ende Januar wird das EU-Parlament über seine Position zum Thema in einer Resolution abstimmen.

(doz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pentatonika am 14.01.2020 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Apple boykottieren?

    Für was werden regeln aufgestellt wenn sich apple nicht daran halten will? Bei einer kleinen unbekannten firma würde man sofort strafen raushauen, aber bei den grossen fischen ist alles erlaubt weil man davon gut profitiert. Darum kaufe ich nie wieder ein apple produkt. Will sowieso umsteigen. Jetzt habe ich einen guten grund mehr dafür.

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  • mbpm am 14.01.2020 15:25 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Sag ich doch schon lange, dass alle die selben Stecker brauchen sollen. Spart einiges an Nerven und Geld, jedes Mal ein neues zu kaufen wenn man mehrere braucht (bsp. fürs Geschäft). Wenn es von der EU kommt, passiert vielleicht sogar etwas :)

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  • Eidgenossin am 14.01.2020 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daumen hoch

    Ich bin eine absolute EU-Verfechterin. Aber hier muss isch doch sagen: jawohl, sehr gut so soll es sein, bin total einverstanden! Die Auflagen müssen einfach auch konsequent umgesetzt werden. Nur von heisser Luft und Papiertiger kommt keine Veränderung zu Stande

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dänu am 20.01.2020 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Einheitsbrei

    Das hatten wir doch schon mal. Dann kann die EU gleich Einheitshandys fordern. wären einfacher zum überwachen...

  • Manuela B. am 19.01.2020 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    ÜberÜberfällig

    Das hat aber wieder mal sehr sehr lange gedauert bis sich die EU Übermenschen bewegt haben ! Macht endlich was gegen den billig Plastic Schrott Protuktion in China !

    • Mr.T am 24.01.2020 12:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Manuela B.

      du willst also in einer Platinenlöterei arbeiten

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  • El Ectricus am 18.01.2020 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    Ausser Spesen...

    Sind das nicht die, welche auch genormte Netzteile verlangt haben? Was ist daraus geworden?

  • Spartacus am 17.01.2020 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Habt ihr euch schon mal überlegt wie gros der Absatz in der EU ist? China hat Landesintern den Grösseren Absatz als die ganze EU zusammen... Gewisse Hersteller lassen bereits heute nicht mehr alle Geräte für die EU zertifizieren.... Wir setzen uns selber in die Nesseln!

  • Leeser am 15.01.2020 23:44 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenz

    Wenn die EU z.B. Lightning-Anschlüsse "verbietet", können Millionen von Apple-Nutzern Abermillionen von Lightning-Kabel wegschmeissen und neue USB-C-Kabel kaufen. Weiss nicht, wie man mit solchen Regeln den Planteten retten kann.