20min.ch gehackt

08. April 2016 16:43; Akt: 08.04.2016 17:16 Print

So erkennen Sie, ob Ihr Computer infiziert ist

Unbekannte haben 20 Minuten missbraucht, um Schadsoftware zu verteilen. Ein Virenexperte erklärt, wie man die Malware wieder loswird.

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Eine Antiviren- und Sicherheitssoftware, die auf dem neusten Stand ist, sollte die Schadsoftware im Normalfall erkennen. (Bild: Pexels)

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Fehler gesehen?

Hacker haben über die Website von 20 Minuten schädliche Software verteilt. Die entsprechende Datei wurde von IT-Experten identifiziert und dann entfernt. Das müssen Sie nun wissen.

Welche Systeme sind betroffen?

Bei der Schadsoftware handelt es sich um einen Trojaner namens Gozi. Im Netz kursiert diese Malware schon seit mehreren Jahren in unteschiedlichen Versionen. Der Grund: Die Schadsoftware ist modular aufgebaut, auf verschiedene Systeme ausgerichtet und kann von Angreifern entsprechend angepasst werden.

Im aktuellen Fall hatten unbekannte Hacker versucht über eine Flash-Datei, die im Hintergrund ein Javascript nachlud, die schädliche Software über die Website von 20 Minuten zu verbreiten. Laut Candid Wüest, Virenjäger bei Softwarehersteller Symantec, nimmt der Trojaner ausschliesslich Windows-Computer und -Notebooks ins Visier, aber keine mobilen Geräte und keine Macs.

Welche Gefahr geht von Gozi aus?

Gozi sei ein klassischer E-Banking-Trojaner, erklärt Wüest. Ist ein System infiziert, versucht der Trojaner, sich während des Online-Bankings über den Browser einzuklinken und ohne das Wissen der Nutzer zum Beispiel eine Transaktion auf ein fremdes Konto auszulösen.

Wie entdecke ich die Schadsoftware?

Durch einen vollständigen Scan mit einer aktuellen Sicherheitssoftware werde der Trojaner im Normalfall erkannt, sagt Wüest. Der Bund empfiehlt für die Beseitigung von Schadsoftware den Norton Power Eraser. Symantec erklärt hier Schritt für Schritt, wie das Tool auf einem Windows-Rechner installiert wird. Laut Wüest ist der Power Eraser im Normalfall in der Lage den Gozi-Trojaner zuverlässig zu erkennen und zu beseitigen.

Wie kann ich mich in Zukunft besser schützen?

Wüest empfiehlt beim Surfen im Netz aufmerksam zu sein und keine verdächtigen Anhänge von Mails zu öffnen. Auch sei der Einsatz einer Antiviren- oder Sicherheitssoftware heute zwingend. Zudem sollte der Browser sowie die entsprechenden Plug-ins wie Flash oder Java, sofern diese überhaupt benötigt werden, auf dem neusten Stand sein (siehe Box). Doch nicht nur Windows-Nutzer werden von Malware bedroht. Auch für Nutzer von Macs steige die Gefahr stetig, sagt Wüest. Für diese gibt es ebenfalls Tools, um sich vor Viren und Schadsoftware zu schützen. Das Magazin Macwelt.de hat im März verschiedene Tools miteinander verglichen.

(tob)