Gewusst wie

18. März 2020 11:54; Akt: 18.03.2020 11:54 Print

So erkennst du Corona-Fake-News im Internet

Momentan ist es schwierig, sich in der Flut an Corona-Meldungen zurechtzufinden und Falschmeldungen zu erkennen. So behältst du den Überblick.

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Fake News zum Coronavirus kursieren momentan überall. Verschiedenste Social-Media-Unternehmen haben sich im Kampf gegen Missinformation zusammengeschlossen. Darunter Twitter, ... ... Google ... ... und Facebook. So sehen Fake News zum Coronavirus aus: Diese Whatsapp-Nachricht macht derzeit die Runde. Sie verspricht einfache Möglichkeiten, sich gegen das Coronavirus zu wappnen und herauszufinden, ob man sich angesteckt hat. Laut einem Experten ist an den Tipps aber nichts dran. Auch andere Tipps machen derzeit die Runde. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klärt auf: So heisst es etwa, dass das Coronavirus in heissen Gebieten nicht existieren könne. Dies stimmt nicht, stellt die WHO klar. Auch dass kalte Temperaturen das Virus töten könnten, stimmt nicht. Auch Schnee ändert an der Ausbreitung des Coronavirus nichts. Weiter schreibt die WHO, dass auch heisse Bäder – entgegen der verbreiteten Social-Media-Nachrichten – nicht vor einer Ansteckung schützen können. Auch das Essen von Knoblauch wird keine Infektion verhindern, so die WHO. Zudem weist die Organisation darauf hin, dass auch Antibiotika nicht vor einer Ansteckung schützen oder das Virus bekämpfen können. «Ein Antibiotikum wirkt nur gegen Bakterien.» Auch, dass das Virus nur alte Menschen infiziert, ist ein Irrglaube. Die WHO weist darauf hin, dass der Verlauf bei älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Herzkrankungen sehr gefährlich und sogar tödlich sein kann. Grundsätzlich können sich aber Menschen aller Altersgruppen mit dem Coronavirus infizieren. Nein, gemäss der WHO kann auch keine regelmässige Anwendung von Nasenspray beziehungsweise Kochsalzlösung vor einer Ansteckung schützen. Auch eine Pneumokokken-Impfung hält das Virus nicht fern, heisst es seitens der WHO. Und auch wenn man seinen Körper mit Alkohol einschmiert, kann man das Virus nicht töten, wenn man es schon in sich hat. Ähnlich sieht es mit UV-Lampen aus. Auch diese können nicht zur Desinfektion benutzt werden. Händetrocknen können gemäss der WHO das Virus ebenfalls nicht töten. Stattdessen solle man seine Hände ordentlich waschen oder desinfizieren. Ebenfalls eine Falschmeldung ist, dass das Coronavirus via Moskitobisse übertragen werden kann. Doch was hilft dann dagegen? Laut der WHO gibt es derzeit keine spezielle Medizin, die eine Infektion verhindert oder Heilung verspricht. Bis ein Impfstoff oder Medikamente gegen das Sars-CoV-2 auf den Markt kommen, wird es noch dauern. Um die Lücke zu schliessen, testen Forscher bereits zugelassene Medikamente, die ursprünglich für andere Krankheiten entwickelt wurden. Sie könnten rasch eingesetzt werden. Unter anderem steht der der Wirkstoff Remdesivir auf dem Prüfstand, der eigentlich gegen Ebola entwickelt wurde. Die WHO bezeichnet das Präparat als vielversprechend. Es laufen bereits Studien, die ersten sollen im April 2020 abgeschlossen sein. Ebenfalls ein Hoffnungsträger: der Wirkstoff Camostat, der in Japan gegen chronische Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) zugelassen ist. In Zellexperimenten konnte er verhindern, dass das Coronavirus in die Lungenzellen eindringt. Ob das auch bei Menschen funktioniert, müssen weitere Untersuchungen zeigen. (Im Bild: akute Pankreatitis in der Computertomographie) Mit dem Coronavirus sind viele wenig geläufige Begriffe Teil unseres Alltagsvokabulars geworden. Das steckt dahinter. Um sich vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus zu schützen, setzen viele Menschen auf Masken, wobei man zwischen Hygiene- und Atemschutzmasken unterscheiden muss. Die einfachen (Bild) sind nach zwei bis drei Stunden durchgefeuchtet. Daher müssen sie dann spätestens ausgetauscht werden. Nur so können sie leisten, wofür sie gedacht sind: die Übertragung von Erregern durch Sekrettröpfchen zu verhindern. Schutz für den Träger bieten sie jedoch nicht. Anders . Je nach FFP-Schutzklasse schützen sie vor ungiftigen Stäuben (FFP1), vor giftigen Stäuben (FFP2) oder vor giftigen und gesundheitsschädlichen Stäuben, Rauch und Aerosol (FFP3). Um sich vor dem Virus Sars-Cov-2 zu schützen, wird zu FFP3 geraten. Momentan sind die Masken fast überall ausverkauft. Bei Sars-Cov-2 (Bild) handelt es sich um ein Virus, nicht um ein Bakterium. Der Unterschied? Während Bakterien Einzeller mit eigenem Stoffwechsel sind, die sich selbst reproduzieren können, bestehen Viren nur aus einer Eiweisshülle, in der sie ihre Erbsubstanz aufbewahren. Um sich zu vermehren, sind sie auf einen Wirt (Zellen) angewiesen. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Behandlung: Gegen Bakterien verwendet man Antibiotika, die die Zellwand zerstören oder die Vermehrung hemmen. Gegen Viren werden spezielle Medikamente, sogenannte Virostatika eingesetzt, die das Eindringen des Virus in einen Wirt verhindern oder das Erbgut des Virus zerstören. (Im Bild: Sars-Cov-2-Partikel) Ersteres beschreibt den Moment der Ansteckung, in dem der Erreger in den Organismus eindringt und diesen im Folgenden stört. Das verrät auch der lateinische Ursprung. Das Wort «infectio» bedeutet so viel wie Beeinflussung und Verunreinigung. Die Inkubation (von lateinisch «incubatio») beschreibt dagegen die Zeit, die zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht. Während dieser vermehren sich die Keime und die Erkrankung etabliert sich im Körper. Bei Covid-19 geht man von einer Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen aus. In seltenen Fällen kann sie aber auch bis zu 24 Tage dauern. Der lateinische Ursprung ist auch die Erklärung dafür, warum es beispielsweise infizieren heisst und nicht infiszieren, wie häufig zu hören ist. Auch heisst es Desinfektion und nicht Desinfikation. Bei Ersterem handelt es sich um ein Anzeichen einer Krankheit. Das heisst um eine für eine bestimmte Krankheit charakteristische Erscheinung. Der Ausdruck stammt vom Griechischen «sýmptma», was so viel wie «vorübergehende Eigentümlichkeit» bedeutet. Auch der Begriff «Syndrom» stammt aus dem Griechischen. Konkret vom Ausdruck «syndrom», der so viel wie «zusammenlaufen» bedeutet. Und tatsächlich beschreibt ein Syndrom exakt das: ein Krankheitsbild, das sich aus dem Zusammenkommen von verschiedenen Symptomen ergibt. Ersteres beschreibt eine zeitlich und örtlich in besonders starkem Masse auftretende und ansteckende Erkrankung. Darunter fällt etwa Bei einer Pandemie handelt es sich dagegen um eine Epidemie besonders grossen Ausmasses, die ganze Landstriche und Länder erfasst. Ihre Bezeichnung stammt aus dem Griechischen von «pan» für «alle, jeder» und «demos» für «Volk». (Im Bild: Spanische Grippe, die von 1918 bis 1920 grassierte) Heisst es nun ? Erlaubt ist beides: Ein Virus kann sowohl neutrum als maskulin sein. Allerdings empfiehlt der Duden den sächlichen Artikel. Der Ausdruck Virus stammt aus dem Lateinischen, wo «virus» so viel wie «natürliche zähe Feuchtigkeit, Schleim, Saft» heisst. Beim kommt es auf die Kombination von Einseifen, Reiben, Abspülen und Trocknen an, sonst bringt es nichts. Das heisst: Die Hände nass machen, dann einseifen. Am besten mit Flüssigseife. Die Hände reiben, bis es schäumt. Dabei Handrücken, Fingerzwischenräume, Fingernägel und die Handgelenke nicht vergessen. Anschliessend gut abtrocknen. Es heisst und nicht Karantäne, wie manch einer schreibt. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort «quarantaine» ab, was eine Zeitspanne von 40 Tagen bezeichnet. So lange dauerte früher die Hafensperre für Schiffe mit seuchenverdächtigen Personen.

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In Zeiten von Social Media können Informationen innert Sekunden um den Globus geschickt werden. Sie verbreiten sich rasend schnell, egal ob dahinter fundierte Quellen oder Internet-Trolls stehen. Für den Nutzer wird es immer schwieriger, Fake News und Missinformationen, etwa über das Coronavirus, von tatsächlich relevanten Nachrichten zu unterscheiden.

«Wir haben es momentan mit einer besonderen Situation zu tun», sagt André Wolf, Kommunikationsexperte von Mimikama.at. Dies ist ein Verein aus Österreich, der sich mit Themen rund um Internetmissbrauch und dessen Bekämpfung auseinandersetzt. «Da wir uns alle in den sozialen Kontakten einschränken, pflegen wir diese virtuell umso mehr. Das bildet einen guten Nährboden für Missverständnisse, Internet-Trolle, aber auch für böswillige Falschmeldungen.» Um zu erkennen, ob man es mit Fake News zu tun hat, gibt es laut Wolf eine einfache Checkliste.

Den Absender ermitteln

«Als Erstes muss man erkennen können, woher eine Information stammt. Dabei besteht ein Unterschied, ob eine Nachricht von einer offiziellen Seite oder einem anonymen Youtube-Video oder Twitter-Account kommt.» Auf Websites sollte man stets prüfen, ob ein Impressum vorhanden ist. «Je detaillierter dieses ist, desto seriöser ist die Website. Am besten sollten dort nicht nur der Betreiber, sondern auch der Redaktionsleiter, der Abteilungsleiter und weitere Kontaktdaten wie Telefonnummern oder E-Mail-Adressen aufgelistet sein», sagt Wolf.

Vergleichende Arbeit

«Wer eine Information über einen Social-Media-Kanal oder einen Messenger erhalten hat, muss zuerst einmal vergleichende Arbeit leisten. Dies beinhaltet die Frage, woher die Information stammt und wer sonst noch alles darüber berichtet hat.» Dafür reiche oft schon eine einfache Google-Suche mit den Schlagwörtern der Nachricht.

Dabei soll auch die umgekehrte Bildsuche zum Einsatz kommen. So können beispielsweise bei der Google-Bilder-Suche Fotos direkt in das Suchfeld hineingezogen werden. Sogleich werden einem Resultate von Websites gezeigt, die dasselbe Bild verwendet haben. Auf diese Weise kann man beispielsweise herausfinden, dass ein Bild schon viel älter ist, als von einer Quelle fälschlicherweise angegeben.

Vorsicht bei Sprachnachrichten

«Grundsätzlich sind soziale Medien kein schlechtes Medium», sagt Wolf. «Es gibt nur schlechte Vorbereitung. Wenn man im vornherein weiss, wie die sozialen Netzwerke funktionieren und dass auch Falschmeldungen verbreitet werden können, ist man auf der sichereren Seite. Leider sind sich besonders ältere Menschen dessen oft nicht bewusst.»

Problematischer seien Messenger-Dienste wie Whatsapp oder Facebook-Messenger. «Erhält man eine Information von einer bekannten Person, erscheint diese sogleich glaubwürdiger als von einer anonymen Quelle», erklärt Wolf. Es sei aber wichtig, dass man Kettenbriefe und Ähnliches nicht weiterleite.

«Besonders bei Sprachnachrichten sollte man vorsichtig sein, wenn diese auf Hörensagen oder auf Informationen Dritter basieren. So kommt es zu einem Effekt wie beim Telefonspiel, sprich Informationen werden schnell verzerrt oder dramatisiert dargestellt.»

Entschleunigung kann ebenfalls helfen. Social-Media-Nutzer sollen sich stets fragen: Ist diese Mitteilung wirklich teilenswert? Und was steckt hinter der Information? So könne effizient gegen Falschmeldungen vorgegangen werden.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rb am 18.03.2020 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach ja?

    Genau, dass ist in etwa so, als würde der Metzger über den Wert von Lebewesen philosophieren. Die Rolle der Medien zeigt sich im aktuellem Umfeld besser den je. Ich persönlich bin mehr als enttäuscht über die Vorgehensweise zur Panikverbreitung & viel zu späten Aufklärung durch kritische Artikel. Als Fazit lässt sich sagen, dass die Medien absolut keinen Mehrwert (mehr) bringen, sie verklären, übertreiben, verdrehen. Ja, in solchen Zeiten lassen so manche die Masken fallen, treten aus dem Schatten & müssen Farbe bekennen.

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  • Dedy am 18.03.2020 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Panik einprogrammiert

    Was haben uns die offizielle Medien bisher gegeben? Panik!!!! Danke dafür.

  • Fakedetektiv am 18.03.2020 12:30 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung fakenews

    Checkliste aus der Zeitung die vor ein paar Tagen die Meldung verbreitete wie Cristiano Ronaldo seine Hotels zu Krankenhäuser umfunktioniert. Made my day

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ernesto am 19.03.2020 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auf den Kopf gefallen.

    Ich kann da nur sagen, leider gibt es zuviele die sich gewalltig den Kopf angeschlagen haben und nun Wahnvorstellungen haben. Nehmt euch zusammen und helft mit die Gefahr zu bannen.

  • Fredy am 19.03.2020 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    @Dedy

    Vor allem diese Zeitung

  • Eidgenosse am 19.03.2020 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen und glauben

    Wieso kann man der Realität nicht ins Auge blicken? Sind wir wirklich so ignorant? Meine Sichtweise: Grundsätzlich ist das Virus hoch ansteckbar und die kritischen Fälle belasten unser Gesundheitssystem nebst dem laufenden Betrieb d.h. die Spitäler laufen irgendwie doppelspurig. Mit der vom Bund gewünschte Isolierung dürfte die Verbreitung eingedämmt werden. Tests dürften mehrheitlich nur Kosten verursachen. Als Indikator gelten die Symptome. Nutzen wir für uns und die Welt diese Auszeit. Dies mit Respekt und Anstand wie es sich gehört. Welche Rolle nimmst du ein?

  • Fabian am 19.03.2020 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    Viele Menschen interessieren Fakten nicht und glauben Fakes. Diese kann man nicht umstimmen. Sie glauben nämlich alles besser zu Wissen. Quellen sind dabei auch irrelevant, ausser die Offiziellen die Lügen bestimmt. Vergebene Mühe die Aufklärung da ja sie die kritisch Denkenden sind. Dabei hinterfragen sie ihre eigene Meinung nicht.

    • Löwendenkmal am 19.03.2020 15:32 Report Diesen Beitrag melden

      Tipp

      Schau dir dazu kurz auf Youtube, oder wo auch immer, das Interview von Yuri Bezmenov in den 80er Jahren an. Thema: Wie man in 4 Schritten eine Nation unterwandert, und sieh' selbst.

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  • Normalo am 19.03.2020 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ein neues Symptom wurde entdeckt!

    Wenn ich mit dem Schienbein gegen eine Sitzbank trete tut es fürchterlich weh. Verflucht seist du, Corona!