Australien

07. Januar 2020 11:17; Akt: 07.01.2020 11:17 Print

So erkennst du Fake-Bilder von den Buschbränden

Hohe Flammen, versengte Bäume, tote Tiere: Die Buschbrände in Australien bewegen die Leser. Auf Social Media kursieren derzeit jedoch falsche Fotos.

Diese Aufnahmen sind echt. Der Clip enthält Bilder, die den Betrachter verstören können. Die Bilder zeigen das tragische Ausmass der Buschbrände in Australien, doch nicht alle Bilder, die momentan im Netz kursieren, sind authentisch. (Video: AP)
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Eine Million Follower hat ein Account, der auf Facebook kürzlich eine Bildserie zu den Buschbränden geteilt hat. «Das Feuer hat in Australien über 480 Millionen Tiere getötet. Hunderte Koalas sind ebenfalls gestorben. Betet für Australien.»

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Der Beitrag hat mehrere Tausend Kommentare und wurde fleissig geteilt. Doch: Die meisten der Fotos, die im entsprechenden Beitrag (siehe unten) geteilt werden, sind weder aktuell noch sind sie überhaupt in Australien entstanden.

Ein ausgestopfter Tiger

Viele der Fotos sind in den letzten Jahren während Waldbränden in Kalifornien gemacht worden. Auf einem Bild ist zudem eine Raubkatze zu sehen, die brennt. Dabei handelt es sich jedoch um ein Präparat. Dieses wurde von indonesischen Behörden 2012, zusammen mit anderen Präparaten von bedrohten Tierarten, beschlagnahmt und verbrannt.

Die Aufnahme eines verbrannten Koalas in der Serie stammt zwar aus Australien, ist aber schon mehrere Jahre alt. «Ich verstehe nicht, wieso hier falsche Fotos über eine echte Tragödie verbreitet werden», kommentiert eine Nutzerin.

Die Plattform Mimikama.at hat sich die Mühe gemacht, alle Bilder des geteilten Facebook-Beitrags zu analysieren. Es gehe nicht darum, die Feuer in Australien in irgendeiner Form zu relativieren oder kleinzureden, heisst es im Artikel. Beim Faktencheck kommt sie zum Schluss, dass nur einige Fotos den Buschbränden zugeschrieben werden können.

«Die Bildserie ist symbolträchtig, jedoch gehört ein Grossteil nicht in den aktuellen Kontext. Einige Bilder sind zudem nicht aus Australien oder haben gar keinen Bezug zu einem Feuer», so die Experten. Mimikama ist eine Anlaufstelle zur Aufklärung von Betrug im Internet, Falschmeldungen und Computersicherheit.

Fakes einfach entlarven

Dass zu News-Ereignissen, die weltweit für Schlagzeilen sorgen, im Nu Fake-Bilder und Hoaxes auftauchen, ist keine Seltenheit. So gab es zum Beispiel im letzten Frühling nach dem Brand von Notre-Dame in Paris Falschmeldungen. Auch bei den Bränden im Amazonas kursierten innert Kürze falsche Bilder, die sogar der französische Staatspräsident Emmanuel Macron verbreitete.

So geht es

Damit man nicht ins gleiche Fettnäpfchen tritt wie der Franzose, gibt es einen simplen Trick – die Bildersuche von Google. Damit lässt sich die ursprüngliche Quelle eines bereits im Netz veröffentlichten Fotos finden.

Am Handy geht die umgekehrte Bildersuche am einfachsten mit dem Chrome-Browser, der für Android und iPhone erhältlich ist. Dabei tippt und hält man den Finger auf das gewünschte Bild, bis ein Kontextmenü erscheint. Dort wählt man einfach die Funktion: Auf Google nach dem Bild suchen. Am Computer kann man das gewünscht Bild erst herunter- und dann auf dieser Website wieder hochladen. «Ist ein Bild bereits in einem älteren Kontext erschienen, kann man davon ausgehen, dass es nicht zum jüngeren Kontext gehört», schreibt Mimikama.at.

(tob)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • K_Alle am 07.01.2020 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Fakebilder so wie Selfies

    sind ein Hilfeschrei um Aufmerksamkeit. Arme Leute, die sowas nötig haben.

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  • Kornelia Himmel am 07.01.2020 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Himmeliene

    merci für die Anleitung bzgl Fakebilder selbst identifizieren.

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  • GabiGubser am 07.01.2020 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Leider

    Der heutige Mensch ist nicht mehr fähig, von echt und falsch zu unterscheiden... Dies wird schamlos ausgenutzt! Ich empfehle jedem

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Die neusten Leser-Kommentare

  • luppo am 08.01.2020 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fragt mal die grünen

    Interessant im Zusammenhang der Brände zu wissen dass die wahre Ursache für das Ausmass der Brände der Gesetzesänderung durch die linksgrüne Regierung von 1997 geschuldet ist, welche das kontrollierten Abbrennen der Wälder verbietet. Tja wo mehr Holz liegt brennt auch mehr. Zudem sollen viele brände mutwillig gelegt worden sein. Das mit dem kontrollierten Abbrennen wissen übrigens schon die Aborigines.

  • Karl am 08.01.2020 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Ironie

    Komisch, wieviele male wurden denn Fakebilder hier verbreitet, wo man auf anderen Plattformen genau sehen konnte, wie sie entstanden sind und hier al die Wahrheit ausgegeben werden...?

  • Paläontologe am 08.01.2020 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Der Verlust von Hab und Gut sowie Leben der Menschen und die über 500 000 000 toten Tiere sind schon tragisch an sich, was aber zusätzlich traurig macht ist, dass womöglich ein Teil von Australiens einzigartiger Fauna sich nicht mehr erholen kann und wir einige interessante Tiere komplett verlieren.

  • Lili am 08.01.2020 04:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lili

    Das ist abartig Fake Bilder über eine so schlimme Tragödie zu bringen ..traurig und gewissenlos

  • Scorpius am 07.01.2020 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Texte können lügen. Bilder erst recht!

    Mit Halbwahrheiten kann man in Textform am besten lügen. Bilder unterstreichen eine emotionale Ebene, die noch verlogener sein kann. Am schlimmsten sind Videos. Heutzutage kann man wirklich alles fälschen. Das Einzige was uns da noch hilft, ist es kritisch verschiedene Quellen anzuzapfen. Ob sich das noch lohnt, bezweifle ich. Der Aufwand ist immens. Vermutlich haben wir diesen Kampf bereits hoffnungslos verloren. Also geniesst die Illusion. Die Wahrheiten werden wir eh nie mehr Kennenlernen. Aber eines ist Älter wie alles Andere. Der Instinkt, das Bauchgefühl. Hört darauf!

    • Duplo am 08.01.2020 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Scorpius

      Du hast es auf den Punkt gebracht und dem ist nichts mehr anzufügen.

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